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Wochenzeitung DIABOLO:
Handwerk nachgefragt: Mehr Auszubildende im Jahr 201804.10.2018

Text  |  Christoph Kienemann
Aber nicht alle Handwerksbereiche können sich über eine ausreichende Versorgung mit Lehrlingen freuen. Die Bereiche Tiefbau, Lebensmittel und Anlagenmechanik im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk werden vergleichsmäßig wenig nachgefragt.


„Insgesamt ist das Plus von drei Prozent erfreulich“, sagt Marco Zarske aus dem Geschäftsbereich Berufsbildung. Er sieht die handwerklichen Ausbildungsberufe gut aufgestellt: „Mit neuen Techniken, neuen Einsatzgebieten und noch stärkerer Kundenorientierung passt sich das Handwerk ständig an die Entwicklungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an. Auch für die Digitalisierung der Arbeitswelt und den veränderten Qualifikationsbedarf ist die berufliche Bildung gut aufgestellt.“ Schaut man auf die Zahlen, dann sind vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe mit einem Plus von 6,4 Prozent und das Elektro- und Metallgewerbe mit einem Plus von 4,7 Prozent für Auszubildende attraktiv. Stärker nachgefragt wurden zudem die Berufe Tischler und Augenoptiker. Dies führt dazu, dass der Bereich „Holzgewerbe“ um 17,0 Prozent zulegt. Bei den Gesundheitshandwerken, zu denen die Augenoptiker zählen, beträgt die Steigerung 8,3 Prozent. Einen Rückgang um 11,8 Prozent gibt es im Nahrungsmittelgewerbe. In den Gebieten der Kreishandwerkerschaften sind die Zahlen im Ammerland (10,5 Prozent), in Vechta (7,9 Prozent), in der Wesermarsch (7,0 Prozent), in Delmenhorst/Oldenburg-Land (4,1 Prozent), in Oldenburg (1,3 Prozent) und in Cloppenburg (0,4 Prozent) gestiegen. Einen Rückgang gab es im Gebiet Jade (8,4 Prozent). Damit sich die Ausbildungszahlen weiter verbessern, unterhält die Handwerkskammer eine Lehrstellenbörse, in der potenzielle Lehrlinge per Internet nach freien Stellen suchen können. Darüber hinaus hilft die App „Lehrstellenradar“ freie Ausbildungsplätze zu finden. Hier können Betriebe auch Ausbildungsplätze anbieten.
Dabei haben in diesem Jahr zudem 180 Geflüchtete im Bereich der Oldenburger Handwerkskammer begonnen. „Das Handwerk kann den nach Deutschland geflüchteten Menschen Perspektiven eröffnen. Eine Ausbildung ist das Fundament für beruflichen Aufstieg bis hin zum Unternehmertum“, sagt Wolfgang Jöhnk von der Handwerkskammer. Für die Anfänge sei allerdings ein großer Einsatz der Institutionen und der Ehrenamtlichen nötig. Die Geflüchteten haben dabei am häufigsten die Ausbildungen zum Kfz-Mechatroniker (32), Elektroniker (30), Friseur (26) und Anlagenmechaniker SHK (23) gewählt. Die Handwerkskammer hat für die erfolgreiche Vermittlung von Geflüchteten in Ausbildungsverhältnisse das Projekt IHAFA (Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber) gegründet. „Geflüchtete und Betriebe haben bislang überwiegend positive Erfahrungen gemacht – was nicht heißt, dass eine solche Ausbildung einfach oder gar ein Selbstläufer ist“, berichtet Integrationsberater Hussein Kerri. Dabei ist sich die Handwerkskammer bewusst, dass viele Geflüchtete zwar eine hohe Motivation aufweisen, aber zumeist nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen, um eine Ausbildung ohne Schwierigkeiten zu absolvieren. Daher engagieren sich viele Handwerksbetriebe, indem sie Sprachkurse anbieten oder die Geflüchteten bei Behördengängen unterstützen.

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