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„Jeder Spieler weiß worum es geht”25.07.2018







MoX: Sie sind ja beruflich im doppelten Sinne von Fach. Sie haben die Trainer A-Lizenz und sind Fachbereichsleiter Sport am Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht.
Stephan Ehlers: Schon früh haben sich bei mir zwei Leidenschaften entwickelt: Zum einen der Sport und zum anderen die Sprache Englisch. Außerdem war früh für mich klar, dass ich beruflich mit Menschen zu tun haben möchte. Da lag die Entscheidung nah, Lehrer für Sport und Englisch zu werden. Als gebürtiger Bad Zwischenahner habe ich dann an der Uni in Oldenburg den Schwerpunkt Fußball und Leichtathletik studiert.
MoX: Neben Ihrer schulischen Karriere haben Sie sich fußballerisch recht ambitioniert weitergebildet. Neben der erwähnten Trainerlizenz haben Sie beim  HSV und bei Fortuna Düsseldorf hospitiert. Streben Sie als Trainer den bezahlten Fußball an?
Stephan Ehlers: Nun, im Fußball sollte man nichts ausschließen, und wenn sich einmal eine Gelegenheit auftäte, würde ich wohl nicht nein sagen.
MoX: Was hat Sie bewegt, in Düsseldorf und Hamburg zu hospitieren?
Stephan Ehlers: In Düsseldorf war ich hauptsächlich wegen Peter Hermann, den wohl besten Co-Trainer des Landes, der u.a. mit Jupp Heynkes das Trippel holte. Zu beobachten, mit welchen Inhalten er arbeitet, und wie er diese den Spielern vermittelt, war schon sehr interessant. Auch bei der Spielvorbereitung dabei sein zu können, war sehr erkenntnisreich. Allein bei der Frage, wie stark die gegnerische Mannschaft die eigene Taktik beeinflusst, konnte ich von Peter Hermann viel lernen. In Hamburg ging es weniger um Trainingsmethoden, als um die Struktur des Vereins. Wie die Nachwuchsarbeit funktioniert, wie die Athletiktrainer und die Torwarttrainer  arbeiten.

3. Liga?

MoX: Wie warscheinlich ist es, mit dem VfB in den bezahlten Fußball, sprich in die 3. Liga aufzusteigen?
Stephan Ehlers: Sportlich müssen wir uns zunächst konsolidieren. Die letzte Saison war bekanntlich schwierig. Daher ist unser Ziel zunächst, uns sportlich zu verbessern. Auch möchten wir den Zuschauern einen ansehnlichen Fußball bieten, so dass sie wieder zahlreicher ins Stadion strömen. Wir werden von Spiel zu Spiel an uns arbeiten, uns versuchen zu verbessern, und dann wird man sehen, wo wir am Ende der Saison stehen.
MoX: In den Jahren zuvor wurde die 3. Liga ja häufiger als Ziel genannt.
Stephan Ehlers: Ich persönlich halte es für besser, bescheidene Ziele zu formulieren. In der Regionalliga gibt es einige Vereine, die wesentlich finanzkräftiger sind als wir und weitaus professioneller strukturiert. Da sind wir noch nicht, und daher ist das Ziel 3. Liga zur Zeit kein Thema.
MoX: Ist das Ziel ohne großen Sponsor zu erreichen?
Stephan Ehlers: Natürlich ist ein großer Sponsor enorm hilfreich. Am Beispiel Holstein Kiel kann man sehen, dass man mit einem großen Sponsor perspektivisch und nachhaltig arbeiten kann. Der Aufstieg dort war also kein Zufall. In Oldenburg ist die Lage etwas anders. Wir haben sportlich große Mannschaften in der Stadt, die Baskets, die VfL Handballfrauen, und in der Regionalliga mit dem VfL einen interessanten Mitbewerber. Gleichzeitig ist die Zahl der Großunternehmen überschaubar. Für den VfB wäre es also wünschenswert, wenn man einen externen Großsponsor finden könnte. Wir wollen mit guter Arbeit auf uns aufmerksam machen, so dass wir für eben solch einen Sponsor interessant werden könnten.

Die neue Mannschaft

MoX: Als Sie 2017 die Mannschaft übernahmen, mussten Sie mit den Spielern arbeiten, die da waren. Für die neue Saison konnten Sie sich eine Mannschaft zusammen stellen, die Ihre Handschrift trägt.
Stephan Ehlers: Tatsächlich blieben vom alten Team nicht viele beim VfB. Bei den Neuverpflichtungen haben wir darauf geachtet, das sie menschlich in die Mannschaft passen. Wir haben geschaut, wie die Spieler ticken und wie sie sich unter Druck verhalten, damit alle zusammen als Team funktionieren.  Nun können wir nicht, wie z.B. der VfB Lübeck, Spitzenspieler der Regionalliga verpflichten, sonden mussten uns auf junge, teamfähige und entwicklungsfähige Spieler konzentrieren. Dazu engagierten wir einige erfahrene Spieler, die in der Lage sind, diese junge Mannschaft zu führen. Was nun den spielerischen Aspekt betrifft, so werden wir versuchen, einen schnellen Fußball zu spielen. Das heißt nicht, dass wir 90 Minuten lang Vollgasfußball spielen. Man wird zwischendurch auch mal den Ball halten müssen. Dafür benötigt man Spieler, die das Spiel lesen, und den Takt vorgeben können. Wir werden nicht gegen jeden Gegner unser Spiel durchziehen können. Aber ich strebe schon an, dass die Mannschaft mit ihrer Spielweise dominiert. Das war in der letzten Saison noch anders.
MoX: Nun geht es ja gleich zu Beginn der Saison hoch her. Das erste Spiel findet beim alten Rivalen Lübeck statt und vier Tage später kommt dann Besuch aus Jeddeloh.
Stephan Ehlers: Lübeck hat eine starke Mannschaft und ist in meinen Augen ein Aufstiegskandidat. Das Spiel dort kommt im Grunde zum richtigen Zeitpunkt. Es wird eine Standortbestimmung sein und jeder Spieler weiß genau, worum es bei diesem Spiel geht. Mental ist das aber einfacher, als gegen einen Aufsteiger zu starten. Ähnlich die Lage vor dem Spiel gegen Jeddeloh. Auch da ist der Gegner Motivation genug. Das dann im NFV-Pokal der SV Meppen ins Marschwegstadion kommt, ist sicher der Höhepunkt eines fulminaten Saisonauftaktes. Und klar, wir hoffen auf guten Fußball, siegreiche Spiele und volle Ränge.

Die Favoriten

MoX: Wer ist in ihren Augen Aufstiegskandidat, und wer wird gegen den Abstieg kämpfen?
Stephan Ehlers: Zur Frage des Abstiegs habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Aber oben werden wohl Weiche Flensburg, der VfB Lübeck, und die zweiten Mannschaften der Bundesligisten Hannover 96, Werder Bremen und VfL Wolfsburg spielen. Last but not least könnte auch Jeddeloh eine Rolle spielen.
MoX: Nun ist die Ausgangslage der einzelnen Mannschaften sehr unterschiedlich in der Regionalliga Nord. Kann da überhaupt von einem fairen Wettbewerb die Rede sein?
Stephan Ehlers: Für uns wäre es z.B. schön, wenn ein Lokalrivale wie Atlas Delmenhorst aufsteigen würde. Generell wäre es eine gute Idee, ein System wie in England einzuführen, wo die zweiten Mannschaften der Topclubs in einer eigenen Liga spielen. Die haben nunmal ganz andere Möglichkeiten wie die regionalen Clubs. Dort herrscht Vollprofitum bei den Spielern wie beim Trainerstab, und bei Bedarf spielen auch Spieler aus der ersten Mannschaft in der zweiten mit. Als wir gegen die Zweite von Hannover 96 antraten, spielte bei denen Charlison Benschop mit, der dann im Bundesligaspiel von Hannover gegen Bayern München sogar ein Tor für 96 schoss. Solche Möglichkeiten beeinflussen den Wettbewerb in der Lige schon erheblich.
MoX: Letzte Frage, Sie waren ja acht Jahre Trainer beim Ligakonkurrenten VfL Oldenburg. Sind Sie im Herzen ­ein Grüner?
Stephan Ehlers: Nein. Schon als Junge bin ich in die Donnerschweer Straße zu den VfB-Spielen gefahren. Von daher ist mein Herz blau. Aber die Zeit beim VfL war lehrreich und gut, und es war großartig, für diesen tollen Verein zu arbeiten.

Das Interview führte Rüdiger Schön

Die neue Mannschaft:
(v.l.n.r): Stephan Ehlers (Trainer),  Jan-Patrick Kadiata, Süleyman Celikyurt, Jeffery Volkmer, Leonel  Kadiata, Hugues Maghoui, Dominik Kisiel, Joshua König, Ibrahim Temin,  Kai Bastian Evers, Okan Erdogan, Torwart-Trainer Christian Gropius.
vordere Reihe (v.l.n.r.:)
Pascal  Steinwender, Pascal Richter, Kifuta Kiala Makangu, Fabian Herbst (JFV  Nordwest), Gazi Siala, Nikolai Schöneich, Bernhard Suffner, Dominique  Ebrima Ndure

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