direkte Antwort ohne Umwege!
Kleinanzeigen
Filme im Kino
MoX Kino-Tipps13.10.2025
Amrum
Deutschland ´25: R: Fatih Akin. Ab 9.10. Wertung: **** Bild: bombero international GmbH
Amrum im Frühjahr 1945: Nachdem der zwölfjährige Nanning (Billerbeck) mit seiner Mutter Hille (Tonke), der Tante Ena (Hagmeister) und den jüngeren Geschwistern aus dem zerbombten Hamburg auf die vom Kriegsgeschehen weitgehend verschonte Nordseeinsel geflüchtet ist, hat es sich das Bürschlein zur Aufgabe gemacht, der depressiv veranlagten Mutter ihren derzeit einzigen Wunsch nach einem Weißbrot mit Butter und Honig erfüllen zu wollen. Ein Sisyphos-Job, auch nur benötigte Zutaten wie Butter und Zucker aufzutreiben. Zumal erschwerend hinzu kommt, dass Nannings Familie als hundertfünfzigprozentige Nazis von den Insulanern stets misstrauisch beäugt werden. Der Zwölfjährige ist zusehends mehr gezwungen, sich mit der eigenen dunklen Familiengeschichte auseinanderzusetzen, sich dazu zu positionieren – und erwachsen zu werden.„Amrum“ beruht auf den Kindheitserinnerungen des 1939 in Hamburg geborenen Kino-Urgesteins Hark Bohm, der die Regie am Projekt nach Vollendung des Drehbuchs altersbedingt dem jüngeren Kollegen und Vertrauten Fatih Akin übertrug. Dessen Anliegen, der Vorlage gerecht zu werden und einen eigenen Zugang zum Stoff zu finden, wird von Akin gemeistert, indem er die Tragik jener Generation, die das Naziregime als Kinder erlebte, konsequent aus der Sicht des Jungen erzählt. Zugleich weist er auf aufkommende Parallelen in unserer Gegenwart hin – und stellt Jungmime Jasper Billerbeck in seiner ersten Rolle ein eindruckendes Star-Ensemble zur Seite. Die einfühlsam erzählte Coming-of-Age-Geschichte punktet als überzeugender Rückblick auf Deutschlands Stunde Null.
D: Jasper Billerbeck, Laura Tonke, Diane Kruger, Matthias Schweighöfer, Lisa Hagmeister, Detlev Buck, Lars Jessen, Kian Köppke, Hark Bohm.
Tron: Ares
USA ´25: R: Joachim Ronning. Ab 9.10. Vorankündigung Bild: Disney Enterprises
Das Computerprogramm Ares ist längst ausgereift genug, um es von der digitalen in die reale Welt hochladen zu können. Und so tritt es zu einer höchst gefährlichen Mission in unser aller Welt an – was zugleich zur ersten Begegnung der Menschheit in der Realität einer nicht allzu erstrebenswerten Zukunft mit menschenähnlichen KI-Wesen führt.Dritte Runde des SciFi-Kinohits. Den KI-Part verkörpert wie zuletzt in „Tron: Legecy“ von 2010 Jared Leto; daneben ist erneut Hollywood-Altstar Jeff Bridges aus Teil I und II mit von der Partie.
D: Jared Leto, Greta Lee, Evan Peters, Hasan Minhef, Jodie Turner-Smith, Arturo Castro, Cameron Managhan, Gillian Anderson, Jeff Bridges.
Zweigstelle
Deutschland ´25: R: Julius Grimm. Ab 9.10. Wertung: *** Bild: Wenn Dann Film GmbH
Aberwitzige Idee: Die Freunde Resi (Mahita), Sophie (Hong), Philipp (Rashed) und Mel (Bacci) verunglücken tödlich – und finden sich im Zwischenseits wieder, wo in der Zweigstelle Süddeutschland III/2 zunächst geklärt werden soll, ob die Viere überhaupt tot sind und woran sie auf Erden geglaubt haben. Erst danach kann es gen Himmel oder Hölle oder sonst wohin weitergehen. Während Sophie, Philipp und Mel zu fragen beginnen, welche Religion oder vielleicht doch sogar irgendeine Reinkarnation stattdessen ihnen genehm wäre, schmiedet Resi Fluchtpläne. Nicht ganz einfach, angesichts eines Hausmeisters (Bock) im Zwischenseits, der alles sieht. Vor allem die Auseinandersetzung mit der überirdischen Bürokratie wird mit viel Spielfreude von dem jungen Cast gemeistert, Regiedebütant Julius Grimm zieht sämtliche Klamaukregister – und wir lernen: Wer nix glaubt, der kriegt auch nix und findet sich im Nirgendwo wieder. Keine schönen Aussichten für Atheisten.
D: Sarah Mahita, Rainer Bock, Nhung Hong, David Ali Rashed, Beritan Bacci, Luise Kinseher.
Gabby´s Dollhouse: Der Film
Kanada/USA ´25: R: Ryan Crego. Ab 9.10. Vorankündigung Bild: Dreamworks Animation
Die Vorfreude ist bei Teenager Gabby (Kraner) riesengroß, als für sie und ihre Großmutter Gigi (Estefan) der lange ersehnte Ausflug ins Wunderland Katz Francisco wahr wird. Doch dann bekommt sie unterwegs mit, dass sich die exzentrische Katzenliebhaberin Vera (Wig) ausgerechnet ihr knallbuntes, heißgeliebtes Puppenhaus untern Nagel gerissen hat. Um es zurückzubekommen, trommelt Gabby ihre cleveren Kätzchen zusammen – und man überlegt, was sich tun lässt, um diese Frechheit korrigieren zu können. Ein Plan wird geschmiedet und dann prompt umgesetzt.Gabby´s Abenteuer ließen sich bislang via Netflix bestaunen, wo die Serie seit 2021 in mittlerweile zwölf Staffeln vor allem bei weiblichen Teenagern bestens ankommt. Den Mix aus Live-Action und Animation, ergänzt um poppig-bunte Musicaleinlagen, behält man jetzt natürlich auch fürs erste Kinoabenteuer der kecken Heldin und ihrer tierischen Freunde bei. Mal seh´n, ob dieses Erfolgsrezept die Zielgruppe auch auf der großen Leinwand begeistert.
D: Laila Lockhart Kraner, Kristen Wig, Gloria Estefan.
After the Hunt
USA ´25: R: Luca Guadagnino. Ab 16.10. Wertung: **** Bild: Amazon Content Services
Die an der Elite-Universität Yale lehrende Philosophieprofessorin Alma Olsson (Roberts) ist ehrgeizig, erfolgreich – und obendrein sowohl unter Kollegen wie auch in Studentenkreisen hoch angesehen. Strategisch planend gibt sie im Vorfeld des nächsten von ihr erhofften beruflichen Aufstiegs bei sich zuhause einen kleinen Empfang, zu dem mit dem Kollegen und Freund Hank Gibson (Garfield) auch der einzige Konkurrent um den von Alma anvisierten Prestigeposten eingeladen ist, um von der Gastgeberin und ihrem Ehemann (Stuhlbarg) umsorgt zu werden. Gegen Ende des feuchtfröhlichen Abends zeigt sich Alma dann erleichtert, als sich Prof Gibson bereit erklärt, Studentin Maggie (Edebin) auf ihrem Heimweg zu begleiten, so dass diese nicht allein nach Hause laufen muss. Anderntags spricht Maggie dann bei Alma vor, beklagt, von ihrem Begleiter in jener Nacht vergewaltigt worden zu sein – und hofft auf Unterstützung durch ihre Professorin. Diese ist sich nicht sicher, wie sie mit der Situation umgehen soll. Fragt sich bald, ob ihre Top-Studentin die Wahrheit sagt. Denn Kollege Gibson, auf den Vergewaltigungsvorwurf angesprochen, behauptet Alma gegenüber seinerseits, dass er in jener Nacht Maggies Dissertations-Manuskript gelesen habe, in dem er jede Menge Plagiate entdeckt habe. Damit konfrontiert, sei die Studentin total ausgeflippt – und wolle mit ihrer schäbigen Lüge nun wohl vom Vorwurf des Prof ablenken. Was in jener Nacht tatsächlich passierte, hält Regisseur Luca Gudagnino konsequent im Dunkeln. Verlegt sich lieber darauf, zu zeigen, wie eine universitäre Untersuchung in aufgeheizter Stimmung anläuft, in deren Verlauf auch ein dunkles Geheimnis aus Almas Vergangenheit ans Tageslicht gezerrt werden könnte. Auftakt zu einem thrillenden Diskurs über Moral, Wahrheit und die Konsequenzen persönlicher Entscheidungen, fabelhaft besetzt, sehenswert, diskussionswürdig.
D: Julia Roberts, Ayo Edebin, Andrew Garfield, Michael Stuhlbarg, Chloe Sevigny, Lio Mehiel.
Jane Austen und das Chaos in meinem Leben
Frankreich ´24: R: Laura Piani. Ab 16.10. Wertung: **** Bild: Splendid Film
Eigentlich träumt Agathe (Rutherford) von einer Karriere als Schriftstellerin, arbeitet aber einstweilen noch in einer englischen Buchhandlung in Paris. Arbeitskollege und guter Freund Felix (Pauly), dem sie ihre ersten Schreibversuche zeigt, um dessen Meinung zu hören, findet die ihm anvertraute Leseprobe so gut, dass er sich kurzentschlossen als Agent der Möchtegern-Schriftstellerin ausgibt und deren Manuskript bei einem Wettbewerb einreicht. Mit dem Ergebnis, dass man der ahnungslosen Agathe zu ihrer großen Verblüffung einen Schreiburlaub in England bei der Jane Austen Residency zuspricht. Vor Ort begegnet ihr dann mit Oliver (Anson) sogar ein leibhaftiger Urgroßneffe von Jane Austen – und obwohl die erste Begegnung zwischen Agathe und dem Nachfahren der weltberühmten britischen Vorzeige-Literatin ziemlich desaströs endet, kann sie sich mit dem Schnösel bald intellektuell hervorragend auseinandersetzen. Da aber auch Freund Felix weiterhin im Spiel ist, entwickelt Regiedebütantin Laura Piani eine launige RomCom, die Eigenheiten sowohl der Briten als auch der Franzosen ausleuchtet, um uns zusehends mehr mit einem Screwball-Cocktail aus Jane Austens modernisiertem „Stolz und Vorurteil“-Chaos und Bridget Jones-Herzschmerz zu unterhalten.
D: Camille Rutherford, Pablo Pauly, Charlie Anson, Annabelle Lengronne.

















