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Filme im Kino

MoX Kinotipps KW 2809.07.2025













Texte: Horst E. Wegener

The Ballad of Wallis Island
GB ´25: James Griffiths. Ab 10.7. Wertung: **** Bild: Focus Features
Dass er schon zwei Mal den Lotto-Jackpot geknackt hat, macht Charles Heath (Kay) zum Millionär. Da andererseits vor gut fünf Jahren seine Frau verstarb, gibt es nurmehr wenige Wünsche in seinem Leben, die dem auf einer ziemlich weltentrückten Insel vor England lebenden Eigenbrötler ein Lächeln ins Gesicht zaubern könnten. Eine Leidenschaft immerhin ist ihm geblieben: Als größter Fan des schon länger getrennter Wege gehenden Folkmusik-Duos McGwyer-Mortimer träumt Charles davon, deren Wiedervereinigung einzufädeln – und er hofft, dies über ein von ihm höchstpersönlich angebahnten und fürstlich entlohnten Gig auf seinem Eiland zu erreichen. Doch schon beim Empfang des Musikers Herb McGwyer (Basden) geht so ziemlich alles schief. Da es auf Wallis Island keinen Hafen gibt, lässt Schussel Charles den Gast mitsamt Koffer ins Wasser stolpern. Ohne trockene Kleidung und dank eines funktionsuntüchtigen Handys bleibt McGwyer nurmehr das uralte Münztelefon der Insel zum Kommunizieren mit der restlichen Welt. Die nächsten Überraschungen für den Musiker folgen auf dem Fuße – zunächst, indem ihm klar wird, dass Charles Ankündigung vom Gig vor „unter hundert Menschen“ auf ein Privatkonzert ohne große Bühne hinausläuft; mit der Ankunft seiner Ex Nell Mortimer (Mulligan) klärt es sich obendrein, dass der Privatkonzertveranstalter zudem auf die Wiedervereinigung des Folkduos hofft. Und bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt: Obwohl Nell ihren jetzigen Ehemann im Schlepptau hat, schwelgt das Musiker-Gespann alsbald in Erinnerungen, streitet man zwar über die Vergangenheit, nähert sich dennoch kurzzeitig einander wieder an. Allerdings kommt in den entscheidenden Augenblicken Tollpatsch Charles jeweils dazu und verhindert eine Aussprache der beiden. So gesehen steht das Konzert immer mal wieder auf der Kippe.
Seinen einstigen Kurzfilm von anno 2008 – damals ebenfalls mit Tim Kay und Tom Basden in den Hauptrollen besetzt - hat Regisseur James Griffiths nun zu dieser musikalisch beschwingten Langfilmversion erweitert, die nicht nur mit pointierten Dialogen, herrlichen Landschaftsbildern und herzerwärmenden Folksongs punktet, sondern sich mehr und mehr in ein glaubwürdig geschauspielertes Buddy-Movie über zwei sehr unterschiedliche, in ihrer Verletzlichkeit anrührende Männer verwandelt, denen jeweils ein Neuanfang bevorsteht. Als Zuschauer wachsen einem Herb und Charles mit der Zeit ans Herz, so dass man traurig ist, wenn das filmische Ende naht.
D: Tim Kay, Tom Basden, Carey Mulligan, Sian Clifford, Akemnji Ndifornyen.


Superman
USA ´25: R: James Gunn. Ab 10.7. Vorankündigung Bild: Warner Bros
Neuverfilmung des legendären DC-Comics: Seitdem Clark (Corenswet) alt genug ist, um von den Adoptiveltern über seine eigentliche Identität aufgeklärt zu werden, empfindet es das Kent´sche Findelkind aus dem All als vordringlich, nach Wegen zu suchen, wie sich die kryptonische Herkunft mit dem Menschsein in Einklang bringen lässt. Er tritt einen Job als junger Reporter in der Nachrichtenredaktion des Daily Planet an, ist somit nah dran am schurkischen Treiben jener Erzbösewichte, die die dunkle Seite von Metropolis repräsentieren. Und wann immer es Clark angeraten erscheint, verwandelt er sich in Superman. Unterstützung erhält er in diesem x-ten DC-Comics-Reboot von Gleichgesinnten wie Guy Gardner alias Green Lantern (Fillian), Michael Holt alias Mister Terrific (Gathegi), Rex Mason alias Metamorpho (Carrigan) und Kendra Saunders alias Hawkgirl (Merced) – recht so, denn es gilt Fieslinge wie Lex Luthor (Hoult) oder Angela Spica alias The Engineer (de Faria) zur Strecke zu bringen.
Neue Starmimen, alte Feinde: Im bevorstehenden Popcornheldenkino streift sich David Corenswet (zuletzt beim Katastrophenactioner „Twisters“ mit von der Partie) das knallbunte Superman-Outfit über. Und dann darf es zur Sache gehen; Bigbudget-Action made in Hollywood.
D: David Corenswet, Rachel Brosnahan, Nicholas Hoult, Maria Gabriela de Faria, Edi Gathegi, Anthony Carrigan, Nathan Fillion, Isabela Merced.


Vier Mütter für Edward
Irland ´24: R: Darren Thornton. Ab 10.7. Wertung: **** Bild: Pandora Film
Karrieremäßig sieht es ganz gut aus für Edward (McArdle): Der Debütroman des irischen Jugendbuchautoren ist über TikTok viral gegangen und feiert jetzt sogar in den USA Erfolge. Kein Wunder also, dass es die Agentin des Mittdreißigers begrüßen würde, wenn ihr neues Zugpferd auf Lesereise durch Nordamerika gehen könnte. Doch Edward zögert. Immerhin muss er seine Mutter Alma  (Flanagan) versorgen, die nach einem Schlaganfall ihre Sprechfähigkeit verloren hat, so dass sie nur noch über ein Tablet kommuniziert. Um der resoluten alten Dame bestmöglich beistehen zu können, wohnt der Kümmerer bei ihr in seinem Elternhaus, was sich mit seinen schriftstellerischen Aktivitäten bislang halbwegs vereinbaren ließ. Bei Licht betrachtet spielt Edward für seine Mutter zusehends mehr den rund-um-die-Uhr-Pfleger, der sie bekocht, zum Arzt oder zur Kirche fährt – und null Privatleben hat. Duldsam wie er nun mal ist, sieht sich das gutmütige Schaf dann sogar unverhofft von drei seiner schwulen Freunde mit deren ebenfalls pflegebedürftigen Müttern (Molloy, McCusker, Glynn) alleingelassen, weil die dreisten Drei sich ein spontanes Pride-Wochenende auf Gran Canaria vorgenommen haben. Mal abgesehen davon, dass Edwards Überraschungsbesuch das Nervenkostüm des bedauernswerten Tropfs kaum weniger strapaziert als dessen eigene Mutter, schenken sich die vier alten Grantlerinnen auch untereinander nichts. Immerhin entdecken sie irgendwann ihr Ersatzmutter-Gen, schalten sie vom Herumkommandieren aufs Therapieren um. Die Gemeinschaft wird entdeckt, die Menschlichkeit gefeiert – und das Gute darf siegen.
Mit viel Wortwitz inszeniert Regisseur Darren Thornton die Herzschmerzgeschichte vom Sohnemann mit dem ewigen Helfersyndrom und seiner resoluten Mutter, lässt „Vier Mütter für Edward“ den Charakteren viel Raum – ohne je wertend den Zeigefinger zu heben. Unterm Strich werden einem Edward und seine Ersatzmütter trotz aller Macken und Schwächen mit der Zeit immer sympathischer, entwickelt sich die Tragikomödie zum charmanten Programmkino-Juwel.
D: James McArdle, Fionnula Flanigan, Dearbbla Molloy, Stella McCusker, Paddy Glynn.


Die Schlümpfe: Der große Kinofilm
USA ´25: R: Chris Miller. Ab 17.7. Vorankündigung Bild: Peyo
Das friedliche Schlumpfhausen wird durch die mysteriöse Entführung Papa Schlumpfs in seinen Grundfesten erschüttert. Gar keine Frage für Schlumpfine und ihre kleinen blauen Mitstreiter, dass sie ihren Stammesältesten umgehend retten wollen. Doch dazu muss man sich in die reale Welt begeben, wo die heldenhafte Suchtruppe nicht nur gegen alte und neue Feinde wie den fiesen Zauberer Gargamel und dessen weit hinterlistigeren Bruder Razamel vorgehen müssen, sondern man trifft auch auf Papa Schlumpfs Bruder. Und so weitet sich die Befreiungsmission des entführten Oldies zu etwas viel viel Größerem aus.
Erste Clips verheißen einen familientauglichen Kinospaß.
Animationsfilm.


Der Salzpfad
GB ´24: R: Marianne Elliott. Ab 17.7. Wertung: **** Bild: British Broadcasting Coorperation
Die einen wandern aus Spaß an der Freud in ihren Ferien, andere pilgern, um inneren Frieden zu finden. Im Fall von Ray (Anderson) und Moth (Isaacs) Winn ist Obdachlosigkeit der Auslöser. Da das Bauernhaus der Eheleute zwangsversteigert werden musste, nachdem Moth einem Betrüger auf den Leim gegangen war, bleiben den Winns nurmehr wenige Tage, um ihre Siebensachen zu packen und ihren Grund und Boden zu verlassen. Eine Sozialwohnung würde das mittellose Ehepaar um die fünfzig frühestens in zwei Jahren zugewiesen bekommen – was also tun? Beim Räumen fällt Ray ein Wanderführer in die Hände – und so tritt das Paar spontan zu einer mehr als 1000 Kilometer langen Wanderung an, die über den sogenannten Salzpfad an der Südwestküste Englands in Richtung Land´s End führt. Auf ihrem Weg entlang der englischen Küste macht Mott seine unheilbare Nervenkrankheit CBD zu schaffen, die mit Schwindel und Lähmungen einhergeht und die Mobilität einschränkt. Zudem ist das Geld knapp, schlägt das Wetter beständig um, so dass das Übernachten im Winzzelt bei Dauerregen und Sturm zur Tortour wird. Von Seiten der Bevölkerung schlägt den Winns immer wieder Ablehnung entgegen, nur hin und wieder begegnet man ihnen mit Freundlichkeit, zeigt sich hilfsbereit. Und doch halten Ray und Moth an ihrer Überzeugung, dass Bewegung besser als Stillstand ist, eisern fest. Die beiden entdecken ihre Liebe neu, man genießt die Schönheit der Natur, entwickelt innere Stärken – und legt den Grundstein für die Zukunft.
Die britische Theaterregisseurin Marianne Elliott adaptiert das auf einer wahren Geschichte fußende gleichnamige Sachbuch, baut die Vorgeschichte der Winns bis zur Zwangsräumung per Rückblenden in ihr ansonsten in wunderbaren Naturaufnahmen schwelgendes Roadmovie ein. Ins Zentrum der Geschichte rückt Elliotts Spielfilm-Erstling seine beiden Hauptdarsteller: Die charismatische, extrem wandlungsfähige Gillian Anderson und der sympathische Jason Isaacs sind ein Glücksgriff für „Der Salzpfad“, man fiebert und leidet mit ihren Charakteren mit, wünscht ihnen übers filmische Ende hinaus alles Gute.
D: Gillian Anderson, Jason Isaacs, James Lance, Hermione Norris, Rebecca Ineson.


Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast
USA ´25: R: Jennifer Kaytin Robinson. Ab 17.7. Vorankündigung Bild: CTMG
Als fünf Freunde versehentlich einen tödlichen Autounfall verursachen, vertuschen sie ihre Beteiligung und beschließen, die Sache geheim zu halten. Ein Jahr verstreicht – ohne dass jemand aus der Clique zur Verantwortung gezogen wird. Doch dann erhalten Danica (Cline), Ava (Wonders), Stevie (Pidgeon), Milo (Hauer-King) und Teddy (Withers) die gleiche mysteriöse Botschaft, die ihnen offenbart, dass jemand Bescheid weiß, was in jener Unglücksnacht geschah. Alsbald macht ein Maskierter Jagd auf die Clique, um einen nach dem anderen zu eliminieren. Was tun? Die geschockten Freunde finden heraus, dass es einen ähnlichen Unglücksfall mitsamt nachfolgendem Rachefeldzug schon einmal gab. In ihrer Not nehmen die vom Killer gehetzten Youngster Kontakt zu Ray (Prinze Jr.) und Julie (Love-Hewitt) auf, die den Attacken des maskierten Rächers seinerzeit nicht zum Opfer fielen.
Indem die Regie den Part von Ray und Julie erneut mit den Darstellern von einst besetzt, hofft man wohl einerseits auf das Interesse von Fans des Original-Schockers von 1997; andererseits ist´s zumindest ein gelungener Kniff, um originell mit der Fortsetzung draufzusatteln. Trotzdem darf angezweifelt werden, dass an den Kultstatus des Originals angeknüpft werden kann.
D: Madelyn Cline, Chase Sui Wonders, Jonah Hauer-King, Tyriq Withers, Sarah Pidgeon, Jennifer Love Hewitt, Freddie Prinze Jr.

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