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Filme im Kino

MoX Kino-Tipps KW2411.06.2025













Das Fest geht weiter
Frankreich ´23: R: Robert Guédiguan. Ab 12.6. Wertung: ***** Bild: Film Kino Text
Die sechzigjährige Rosa (Ascaride) arbeitet als Krankenschwester in Marseille und ist dafür bekannt, sich unerschütterlich sowohl um das Wohlergehen ihrer zwei schon erwachsenen Söhne und der restlichen, aus Armenien stammenden Großfamilie zu kümmern. Als wäre das noch nicht genug, macht sie sich auch zu politisch kiezrelevanten Themen beständig Gedanken. Im Arbeiterviertel der quirligen Hafenstadt ist Rosa jedenfalls nicht nur bekannt wie ein bunter Hund, sondern es wird allgemein begrüßt, dass die Witwe damit liebäugelt, für die anstehenden Kommunalwahlen zu kandidieren. Doch dann lernt die gute Seele im Viertel Henri (Darroussin) kennen, der gerade seinen kleinen Buchladen aufgegeben hat, um sich endgültig nur noch den schönen Dingen des Lebens widmen zu können. Der totale Romantiker mit einem unstillbaren Hang zur Poesie ist der Vater von Alice (Naymark), die als Schauspielerin, Chorleiterin und Mädchen für alles in einem Sozialprojekt aktiv mitmischt, sich zudem als Freundin von Rosas jüngerem Sohn Sarkis (Stévenin) entpuppt. So schwer verknallt Sarkis und Alice längst ineinander sind, so sehr lodert bald auch die Leidenschaft in den Herzen der beiden Alten, bricht sich liebesselig Bahn. Nun ja – ab diesem Moment verspürt Rosa Gewissenbisse, fragt sie sich, ob es ihr zusteht, zur Abwechslung mal ausschließlich an sich selbst und ihr Wohl zu denken.
Frankreichs Regie-Urgestein Robert Guédiguan schaltet gekonnt zwischen mehreren Plotsträngen hin und her, indem er zum einen mit Rosa und Alice zwei Frauen portraitiert, die unterschiedlichen Generationen zuzurechnen sind, sich alle beide mit Herzblut für die Schwächsten in der Gesellschaft einsetzen, und die angesichts ihrer Schmetterlinge im Bauch mit sich ringen, wie wichtig ihnen ihr soziales Engagement künftig sein kann. Eingebettet wird diese doppelte Liebesgeschichte in die wahre Katastrophe von Marseille, bei der am 5. November 2018 im Arbeiterviertel der französischen Metropole zwei Gebäude einstürzten und acht Menschen ums Leben kamen. Dank der daraufhin in die Gänge kommenden kommunalen Initiativen vor Ort und einer installierten linksgerichteten Stadtregierung blicken die Bürger offenbar allmählich hoffnungsfroher in die Zukunft. Auch in Guédiguans „Das Fest geht weiter“ siegt zuguterletzt die Hoffnung, schwinden die Zweifel.
D: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Lola Naymark, Robinson Stévenin.


Drachenzähmen leicht gemacht
USA ´25: R: Dean DeBlois. Ab 12.6. Vorankündigung Bild: Universal Studios
Regisseur Dean DeBlois hat seine erfolgreiche Animationssaga über den Nachtschatten-Drachen Ohnezahn und den Wikingersohn Hicks, die eine uralte Feindschaft überwinden, in ein Liveaction-Spektakel verwandelt. In „Drachenzähmen leicht gemacht“ erzählt DeBlois diese bezaubernde Geschichte einer schicksalhaften Freundschaft, die sich der besseren Zukunft wegen unheilvollen Bedrohungen stellen und trotzen und siegen muss, mit Schauspielern wie Gerard Butler als Wikingeroberhaupt Haudrauf, der Stoische, Mason Thames als Hicks und Nico Parker als Astrid zum einen sowie der bewährten Special-effects-Technologie von Hollywoods Traumfabrik zum anderen. Erste Trailersequenzen machen Lust aufs komplette Abenteuer.
D: Mason Thames, Nico Parker, Gerard Butler, Nick Frost, Gabriel Howell, Julian Dennison, Harry Trevaldwyn, Bronwyn James.


Zikaden
Deutschland/Frankreich ´25: R: Ina Weisse. Ab 19.6. Wertung: **** Bild: Lupa Film
Isabell (Hoss) lebt in Berlin und fühlt sich eindeutig überfordert: Als Architektin hat sie sich zeitlebens um die Anerkennung ihres Vaters, eines Weggefährten der Bauhaus-Koryphäe Mies van der Rohe, bemüht, konnte aber nie aus dem Schatten des Vorzeige-Baumeisters herausgetreten. Privat türmen sich vor ihr zudem unübersehbar die Trümmer der eigenen längst gescheiterten Ehe mit Philipp (Macaigne) – und als wäre dieser Alltag somit noch nicht unerfreulich genug, machen Isabell die alten, pflegebedürftigen Eltern Sorgen. Also bleibt der pflichtbewussten Tochter wenig mehr übrig, als sich um Hilfe für den sich nach wie vor patriarchalisch gebenden Vater und die angeschlagene Mutter zu bemühen, und obendrein möglichst oft aus der Hauptstadt ins im Umland gelegene verwaiste Wochenendhaus der Familie zu fahren, um es auszuräumen. Vor Ort kreuzen sich die Wege von Isabell und Anja (Rosendahl) – letztere lebt in jenem Kaff, das sich der Stararchitekt aus Berlin einst aussuchen mochte, um seine Familie mit dem eigenen Entwurf einer Sommerresidenz zu beglücken. Für Provinzlerin Anja bedeutet Alltag seit langem schon permanenter Kampf ums Überleben: Als Küchenhilfe verdient die Mutter einer kleinen Tochter namens Greta nicht viel. Doch dann verliert sie diese Arbeit und ist nicht nur gezwungen, einen Job in einem Bowlingzentrum mit ungünstigen Dienstzeiten sowie einem übergriffigen Chef anzutreten, sondern muss sie ihr Töchterchen zu oft ohne Aufsicht sich selbst überlassen. Es bleibt nicht aus, dass Greta mit älteren Jungs durch die Gegend stromert und Unfug treibt.
In dieser Lebensphase sind sowohl Isabell als auch Anja permanent damit beschäftigt, aufkommende Probleme umgehend allein zu lösen, weshalb es ihnen schier unmöglich erscheint, jemand anderen um Rat zu fragen oder gar um Hilfe zu bitten. Je stärker ihnen jedoch alles über den Kopf wächst, desto größer wird die Notwendigkeit, auf jemanden zuzugehen und sich zu öffnen.
Nicht nur, indem Filmemacherin Ina Weisse, von Hause aus Schauspielerin, ihre eigenen Eltern in Nebenrollen (als Eltern von Hoss) besetzt, lässt sich auf das Autobiographische in ihren dritten Spielfilm abheben. Dieser persönliche Zugang macht die Qualität von „Zikaden“ unter anderem aus, ermöglicht es der Regisseurin, das Innenleben der Hauptfiguren randscharf auszuloten und die schweren Themen mit leichter Hand in Szene zu setzen.
D: Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten.


Elio
USA ´25: R: Adrian Molina/ Madeline Sharafian/ Domec Shi. Ab 19.6. Vorankündigung Bild: Universal Studios
Elio ist ein Schulbub ohne Freunde. Mit anderen Worten: ziemlich einsam. Getrieben von dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören, schickt der Elfjährige Botschaften ins All, hofft auf Kontakt zu Außerirdischen, die ihn dann möglicherweise sogar mit zu sich in ihre fernen Welten nehmen könnten. Das Unfassbare passiert – nur dass die Außerirdischen Elio fälschlicherweise für den offiziellen Botschafter der Menschheit halten. Und ihr Kommuniversum, in das der Elfjährige mitgenommen wird, gleicht zwar auf den ersten Blick einem interplanetarischen Paradies, das intelligentes Leben aus allen möglichen Galaxien beherbergt, ist aber von einer Krise intergalaktischen Ausmaßes bedroht. Unser Neuankömmling erkennt, dass er den Außerirdischen und sich selbst eines beweisen muss: Wahre Stärke liegt darin, man selbst zu sein…
Eine jener typischen Botschaften von den Machern des Animationsstudios Pixar. Deren Mannschaft ist zwar seit geraumer Zeit vom Disney-Konzern aufgekauft worden, was aber an der Qualität nullkommanichts ändert. Unterhaltung für jung und alt dürfte garantiert sein.
Animationsfilm.


Black Tea
Frankreich/ Mauretanien/Luxemburg/Taiwan/Elfenbeinküste ´24: R: Abderrahmane Sissako. Ab 19.6. Wertung: **** Bild: Pandora Film
Aya (Mélo) stammt von der Elfenbeinküste – und ist mit Anfang 30 in den besten Jahren, um zu heiraten. Am anberaumten Hochzeitstag scharen sich alle Gäste um den Standesbeamten, wartet die bunt zusammengewürfelte Gesellschaft nur noch auf Ayas Eintreffen und deren Ja-Wort. Niemand hätte damit gerechnet, dass sie ihren Zukünftigen mit dem Spruch, er könne mit ihr nicht glücklich werden, in allerletzter Sekunde vor versammelter Mannschaft düpiert. Während sich der Bräutigam nicht sicher ist, ob er richtig gehört hat, entschwindet die Braut schon auf Nimmerwiedersehen. Sie wandert nach China aus, wo es ihr nicht sonderlich schwerfällt, Arbeit in einem Geschäft zu finden, das auf den Tee-Export spezialisiert ist. Da ihre Mandarin-Sprachkenntnisse im Nu erstaunlich gut sind, wird Aya von Cai (Han), dem chinesischen Besitzer des Ladens bei passender Gelegenheit in die Geheimnisse der Teezeremonie eingeführt. Man kommt sich auch ansonsten näher, verliebt sich ineinander - hat dann aber mit den unverarbeiteten Geschehnissen aus der Vergangenheit genauso zu kämpfen wie mit aufkommenden Vorurteilen im Umfeld des Ladens. Regisseur Sissako verdeutlicht uns mit „Black Tea“ dass eine Liebesbeziehung zwischen einem Chinesen und einer Afrikanerin im Reich der Mitte von engstirnigen Naturen offenbar ähnlich skeptisch bis abwertend beäugt wird, wie einem das in hiesigen Breitengraden widerfahren könnte. Der bedächtige Inszenierungsstil erinnert an die poetischen Geschichten eines Wong Kar Wei, man wähnt sich in einem Märchen. Glaubwürdig besetzt taugt diese bilderwuchtige Herzschmerzromanze im Programmkinobereich unbedingt zum Publikumsliebling.
D: Nina Mélo, Chang Han, Wu Ke-Xi, Michael Chang, Pei-Jen Yu, Wei Hiang.


28 Years later
GB/USA ´25: R: Danny Boyle. Ab 19.6. Vorankündigung Bild: CTMG
Gut 28 Jahre sind ins Land gegangen, seit jenem Horrortag, an dem das mörderische Rage-Virus aus einem Labor für biologische Waffen entweichen konnte, um die gesamte Welt zielstrebig ins Chaos zu stürzen. Wer sich irgendwann infizierte, stromert fortan als Wut-Mutant durchs Land. Die wenigen Nicht-Infizierten mussten notgedrungen nach Möglichkeiten suchen, sich inmitten all der umherstreifenden Mutanten zu behaupten. Eine kleine Gruppe Überlebender fand auf einer abgelegenen Insel Zuflucht. Mit dem Festland ist ihr Überlebensparadies einzig durch einen Damm verbunden, der rund um die Uhr streng bewacht wird. Nichtsdestotrotz ist die Gemeinschaft von Zeit zu Zeit gezwungen, zu Exkursionen gen Mutanten-Land aufzubrechen, um etwa zur Neige gehende Ressourcen zu ergänzen. Als eine jener gefährlichen Missionen mal wieder ansteht, machen sich Jamie (Taylor-Johnson) und dessen Sohn Spike (Williams) auf den Weg. Es erwartet sie eine Realität, mit der bisher niemand rechnete: Denn neben den üblichen Infizierten begegnen ihnen bald auch andere Überlebende, die sich erschreckend verändert haben.
Seit Teil eins vor ewigen Zeiten hat sich einiges getan. Letzteres gilt erst recht für Hollywoods Tricktechnik, die längst wesentlich schweißtreibender schockt, als noch vor Jahren. Endzeit-Horror garantiert – kurzum: „28 Years later“ ist definitiv nichts für ängstliche Kinogänger.
D: Aaron Taylor-Johnson, Jodie Comer, Ralph Fiennes, Alfie Williams, Jack O´Connell, Erin Kellyman, Edvin Ryding.

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