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Tonträger aller Art
MoX Soundcheck KW1004.03.2026
Texte: Horst E. Wegener
Tin Licker: DREAMS OF THE MACHINE (VÖ: 27.2.)
Man kann den Entschluss des niederländischen Techno-Gespanns Micha Heyboer und Jordi van Achthoven nur begrüßen, Hero Baldwin jetzt auch offiziell als drittes Mitglied in ihrer Runde willkommen zu heißen. Zum einen hatte die in London lebende Sängerin und Songwriterin ja schon seit 2020 immer mal wieder mit den beiden Utrechter DJs zusammengearbeitet; zum anderen ergänzt ihre klare, leicht rauchige Stimme den dancefloor-tauglichen Mix des seit 2012 die internationale Clubszene live bespielenden Tin Licker-Duos hervorragend.
Auf „Dreams of the Machine“ hangelt man sich zu dritt von ekstatisch delirierenden Synthiepop-Hymnen zu düster-melancholischen Sound-Clustern weiter – und Hero Baldwins stets grenzenlos neugierig klingende Gesangsstimme steigert das Ergebnis klangprächtig.
The Busters: CALLING (VÖ: 27.2.)
Gar keine Frage, dass sich Ska bestens dazu eignet, miese Laune im Nu zu vertreiben. Vom ersten Ton weg fährt einem dieser Rhythmus, bei dem man mitmuss, in sämtliche Glieder. Macht munter. Und wenn die Songs obendrein eine klare politische Haltung bekunden, ist der Gedanke an die Busters naheliegend. Deren Motto „Ska against Racism” wird von der 1987 ursprünglich als reines Freizeitprojekt gegründeten Formation mit energischer Spielfreude in glaubwürdig lässiger Präsenz unters Volk gebracht.
Mit ihrer neun Mann starken Besetzung schafft es die im Baden-Württembergischen Provinznest Wiesloch beheimatete Truppe auf ihrem aktuellen Studioalbum „Calling“ zu unser aller Freude mal wieder genauso mitreißend rüberzukommen wie ansonsten bei ´ner Live-Session.
The Sarandons: LONG WAY HOME (VÖ: 27.2.)
Nach den beiden Vorgänger-Alben „Sightlines“ und „Drawing Dead“ verhandeln die Indierocker aus dem frankokanadischen Melting-Pot Toronto auf ihrem dritten Studioalbum erneut persönliche Themen, verdichten sie in den bittersüßen Songtexten von „Long Way Home“ abermals die Intimität eines vertonten Tagebuches mit Songwriter-Melancholie und werten die Tracks mit klitzekleinen Glücksmomenten old-school-romantisch auf.
Unterm Strich gönnt uns die Truppe mit ihrem neuesten Streich eine Auszeit für die Seele – und zugleich etwas für Neugierige, da der neun Songs währende „Long Way Home“-Trip dramaturgisch traumhaft berauschend ausfällt.
Shotgun Justice: CIRCLES (VÖ: 6.3.)
Gut möglich, dass der auf nur rund dreißig Minuten kommende „Circles“-Longplayer dem ein oder anderen potenziell Kauf-Interessierten im Vorfeld zu kurz erscheinen könnte; diese Bedenkenträger sollten sich sagen lassen, dass schiere Laufzeit als Kriterium wohl kaum das Maß aller Dinge darstellt. Die Klasse des neuesten Shotgun Justice-Albums spielt jedenfalls andere Qualitäten aus: Bei den spontan, lebensprall und lustvoll engagiert produzierten fünf Tracks der Truppe aus Peine ist definitiv kein Ton zu viel, verbeugt sich die Fünfer-Combo vor den ewigen Metal-Größen wie Iron Maiden oder Black Sabbath, deren Klassiker-Mucke ohne Mätzchen in unsere Jetztzeit herübergeholt und um klischee- und pathosfreie Texte ergänzt wird. Die geraten gleichermaßen wütend und gewitzt - Lautstärkeregler aufdrehen, hinhören!
Andrina Bollinger: ISLAND OF WAY BACK (VÖ: 6.3.)
In ihrer multimedial angelegten Kunst verdichtet die Schweizer Musikerin Andrina Bollinger Jazz, Pop und Poesie zu labyrinthischen Konzept-Arbeiten, schert sich wenig darum, wie lange die Entwicklungsphase dauert. Fürs Austarieren ihres dritten Albums nahm sich die Zürcherin insgesamt sechs Jahre Zeit. In vier Akten eruiert „Island of Way back“, was passieren könnte, wenn Körper und Geist aus dem Takt geraten, reift in Bollinger die Erkenntnis, dass der Geist den Körper braucht. Elf Tracks, die seelenwärmend unverkrampft ausfallen.
















