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MoX Soundcheck KW0817.02.2026











Texte: Horst E. Wegener


Asgeir: JULIA  (VÖ: 13.2.)

Das Album, das mehr als jeder zehnte Isländer im heimischen Regal stehen hat, ist weder von Of Monsters and Men oder Sigur Rós, geschweige denn von Björk, sondern von Asgeir. Dessen erster Longplayer mit dem für unseren Zungenschlag unaussprechlichen Titel machte den seinerzeit Zwanzigjährigen im Veröffentlichungsjahr 2012 schlagartig bekannt und ließ ihn gleich mehrere Auszeichnungen bei den Islandic Music Awards abräumen. Natürlich war es geschickt von dem Newcomer gewesen, sich die Lyrics zu sämtlichen Songs des Erstlings von seinem Vater, einen landesweit bekannten Dichter zu erbitten. Da ihm das Texten auch weiterhin nicht lag, sicherte sich der musikalische Senkrechtstarter im Vorfeld des zweiten Albums die Mitarbeit des seelenverwandt tickenden Singer-Songwriters John Grant, dessen englische Poesie die Folkpop-Miniaturen des Wahl-Reykjavikers fortan adeln durften. Mit „Julia“ schlägt Asgeir nun ein neues Kapitel auf, hat er Texte und Melodien zum ersten Mal in Personalunion an sich gezogen. Seine Lyrics lassen sich mal über tief empfundene Reue aus oder sie äußern Hoffnung für die Zukunft. Derweil erkunden vielschichtig orchestrierte Klangteppiche die detailgetreu thematisierten Gefühlswelten mit herzkammeröffnender Sinnlichkeit.


Black Sea Dahu: EVERYTHING (VÖ: 20.2.)

Mit „Everything“ nahm Singer-Songwriterin Janine Cathrein den Tod ihres Vaters zum Anlass, Texte über Tod und Neubeginn, Einsamkeit und Nähe oder Natur und menschliche Verletzlichkeit in poetisch-melancholische Kammerpop-Balladen zu überführen. Gemeinsam mit ihren Geschwistern Vera und Simon sowie mit weiteren seelenverwandten Freunden entblößt das Schweizer Indie-Folk-Kollektiv Black Sea Dahu einmal mehr das Innerste, vertritt man die Überzeugung, dass nichts wirklich endet, sondern es nur seine Gestalt wandelt. Fürwahr ein hoffnungsvoll kathartischer Gedanke. Und so tröstlich.

Jill Scott:  TO WHOM THIS MAY CONCERN (VÖ: 13.2.)

Dass ihm die Achtklässlerin Jill Scott bei einer öffentlichen Spoken-Word-Veranstaltung als wortgewaltiges Ausnahmetalent aufgefallen war, veranlasste den Roots-Drummer Amir Thompson, das Mädel zur nächsten Musik-Session einzuladen – mit dem gemeinsam erarbeiteten Lied „You got me“ als Ergebnis. Der daraus entstandene und von Erykah Badu und The Roots professionell eingespielte Rap-Song mauserte sich anno 1999 im Nu zum Welthit. Gleichzeitig war damit aber auch der Grundstein zur gleichermaßen erfolgreichen wie extrem vielseitigen Karriere für die 1972 in Philadelphia geborene Afroamerikanerin Scott gelegt und brachte ihr in der Folge ihres Debütalbums „Who is Jill Scott?“ Beachtung über Nordamerika hinaus ein. Mit ihren Gedichten schaffte die vielseitig Begabte es auf die Bestsellerliste der New York Times, als Schauspielerin war sie ebenfalls gefragt – und nach einer gut elf Jahre währenden Pause beglückt die Scott uns jetzt mal wieder mit einem Album, das stilistisch zwischen Soul, R´n´B und HipHop angesiedelt ist.

The Green Apple Sea: DARK KID (VÖ: 20.2.)

„Der schönste Americana-Folkrock dieses Landes kommt aus Nürnberg“, gab sich ein Kollege vom Musikmagazin Sounds&Books kürzlich überzeugt und legte der Leserschaft das kommende Album von Green Apple Sea mit der Begründung ans Herz, es entfache „wohlig-melancholische Gefühle“. Wohl wahr – und um so bemerkenswerter, weil Texter Stefan Prange mit „Dark Kid“ Episoden aus der eigenen, nicht immer ganz leichten Kindheit und Jugend aufgreift. Dabei gelingt es ihm gekonnt, Traurigkeit in Melancholie zu verwandeln, Bitterkeit in Achselzucken, Wut in eine ausgestreckte Hand. Im Ergebnis ergibt das Songs, die man immer wieder hören kann.


Altin Gün: GARIP  (VÖ: 20.2.)

Von Amsterdam aus legt sich dieses Fünfer-Kollektiv aus Niederländern, Türken und einem Briten nun schon seit 2016 mächtig ins Zeug, um den Psychedelic-Funk Anatoliens der 1970er Jahre mit Folkrock und Disco-Vibes aufzuladen. Wie überzeugend diese Mixtur nicht nur bei den Fans ankam, dürfte Altin Gün spätestens 2019 klar geworden sein, als sie mit ihrem zweiten Album „Gece“ den ersten türkisch-sprachigen Longplayer im Angebot hatten, der jemals für den Grammy nominiert worden war.

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