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Tonträger aller Art
MoX Soundcheck KW4505.11.2025
Texte: Horst E. Wegener
Marvin Brooks: SWEET REDEMPTION (VÖ: 30.10.)
Sein bisheriges Leben hat Marvin Brooks etliche Tiefschläge versetzt. Andererseits haben ihn die Schwierigkeiten, sich als 1987 hierzulande geborener Sohn eines deutschen Vaters und einer aus Ghana stammenden Mutter im Berliner Alltag von klein auf behaupten zu müssen, frühzeitig sowohl auf seine sportlichen als auch auf die musikalischen Talente vertrauen lassen. Obwohl der aufgrund seiner Hautfarbe oft gemobbte Youngster in einem von Musik geprägten Umfeld aufwuchs und er als Teenie in TV-Shows rappte, entschied sich Marvin zunächst für eine Profikarriere als American Football-Spieler, begann nach dem Tod seines drogensüchtigen Vaters zeitweilig zu boxen, um schlussendlich doch wieder zum Musikmachen zurückzufinden. Die vielen Tiefschläge liefern zwar Material für Songtexte, lassen die Tracks aber nie ins Wehleidige abdriften. Das neue Album „Sweet Redemption“ hat der Deutsch-Ghanaer Brooks jetzt live im ghanaischen Musikmekka Accra eingespielt – und punktet mit einem faszinierenden Mix aus Soul, Pop, R´n´B nebst afrikanisch-karibischen Rhythmen, die gute Laune garantieren.
Luke: THE TRUTH REMAINS THE SAME (VÖ: 7.11.)
Lukas Schüßler, Spitzname Luke, überzeugt seit dem 13. Lebensjahr das lokale und überregionale Publikum rings ums saarländische Völklingen von seinen Talenten als Sänger, Gitarrist und Songwriter. Überdies nahm der Frontmann der Band Luke Größen wie Patti Smith, Taj Mahal oder Pur im Nu für sich ein, so dass seine Truppe das Vorprogramm von deren Europatourneen bestreiten durfte. 2019 bekam man eine Deutscher Rock und Pop-Preis-Trophäe zuerkannt, zählt seit ´23 zu den Dauernominierten der German Blues Challenge – was auf Schüßlers Verehrung von Blueslegenden wie Eric Clapton, Robert Cray oder Bruce Springsteen fußt. Gekonnt wird auf „The Truth remains the same“ Blues mit Elementen von Pop, Rock, Soul und Indie kombiniert, wobei uns vor allem Schüßlers reibeisen-markante Stimme für die eingängigen Tracks einnimmt. Da capo!
Marla Moya: SANGUINE SOUL (VÖ: 7.11.)
Marla ist in Heidelberg geboren, hat eine Zeitlang in Berlin gewohnt, und sich nach einem Zwischenstopp in Paris jetzt für Kalifornien entschieden. In der Kreativmetropole Los Angeles hat die notorische Weltenbummlerin herausragende Musiker um sich geschart – und im Studio ihres Lieblingsproduzenten Robert Francis die zwölf Songs ihres Debütalbums „Sanguine Soul“ eingespielt. Geglückt ist der Truppe ein furioser Spagat zwischen Folk, Indie, Soul und psychedelisch angehauchtem Softrock – gewürzt mit dem himmlischen Gesang Marlas.
Whitney: SMALL TALK (VÖ: 7.11.)
Neben the one and only Whitney, deren tragisches Ende uns mitten ins Herz traf, gibt es seit einem der härtesten Winter, den die US-Großstadt Chicago nach der Jahrtausendwende zu beklagen hatte, auch dieses Whitney-Gespann, bei dem sich die WGler Julien Ehrlich und Max Kakacek zu zwanglosen Jamsessions am Küchentisch einfanden. Ihr nostalgischer Sunshine-Pop ließ dann selbst Superstar Elton John übers Debütalbum des Duos jubeln: „Ich habe mich einfach in die Musik verliebt“. Wer sich jetzt durch den aktuellen Longplayer von Whitney hören mag, könnte Gleiches über die elf „Small Talk“-Tracks sagen. Denn der zeitlose, tiefenentspannte Indie-Pop mit Country-Einsprengseln und souligen Elementen macht Hörer froh.
Werewolf Etiquette: WEREWOLF ETIQUETTE (VÖ: 7.11.)
Klar ist, dass das Duo Werewolf Etiquette ohne die in Indiefankreisen unvergessene US-Formation Mother Tongue nicht möglich wäre! Denn so sehr jene in den 1990ern von vier Ausnahmetalenten an ihren Instrumenten gegründete Psych-Blues-Combo musikalisch miteinander harmonierten, zwischenmenschlich lief es eher unrund. Während Trommler und Keyboarder Geoff Haba bereits kurz nach der Veröffentlichung des Debütalbums für sich die Reißleine zog, hielt Frontmann Davo Gould die Truppe trotz diverser Umbesetzungen, Auflösungen und Wiederbelebungsversuche eisern zusammen. Nun sind seit dem letzten veröffentlichten Mother Tongue-Song gut 17 Jahre verstrichen – einerseits. Andererseits hat das jetzt anstehende Jubiläum ihres deutschen Indielabels Noisolution die Vierertruppe wieder aktiv werden lassen. Obendrein haben sich die Bandbegründer Haba und Gould zum Werewolf Etiquette-Duo formiert, das uns anlässlich der bevorstehenden Tournee als Vorgruppe zu Mother Tongue einheizen will. Hypnotische Klänge, basslastige Riffs, wetten, dass einem das die Gehörgänge durchpustet?!?
















