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MoX Soundcheck KW4322.10.2025











Texte: Horst E. Wegener


Sudan Archives: THE BMP (VÖ: 17.10.)
Brittney Denise Parks wuchs in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio auf – mit einem Stiefvater, der als Musikproduzent aktiv war und sich frühzeitig für eine Karriere seines Stiefkinds im Popmusikbusiness stark machte. Da aus einem Gesangsduo mit ihrer Zwillingsschwester nichts wurde, verzog Brittney dann als Neunzehnjährige nach Los Angeles, um sich in der Musikmetropole unterm Künstlernamen Sudan Archives ins Zeug zu legen. 2017 und ´18 kamen je eine vielbeachtete EP heraus, gefolgt ´19 sowie ´22 von Longplayern. Auf ihrem dritten Studioalbum „The BMP“ greifen die Songtexte von Sudan Archives jetzt neben gängigen Herzschmerz- und Romantik-Themen auch Selbstliebe oder Geisteskrankheit auf, die gleichwohl gekonnt mit partytauglichen R&B-Rhythmen unterlegt werden. So müssen zeitgenössische Dancefloor-Kracher wohl klingen!


The Barr Brothers: LET IT HISS (VÖ: 17.10.)
Andrew und Brad Barr wurden an der US-Ostküste im Elitär-Städtchen Providence und in der Großstadt Boston auf, bevor es sie 2005 ins nahe frankokanadische Montreal verschlug. Zunächst als Strippenzieher-Duo bei der experimentierfreudigen Rockband The Slip, später dann als Frontmann-Gespann der The Barr Brothers produzierten sie ab 2011 Indie-Folkrock oder erkundeten afrikanische Rhythmen – um irgendwann in einer Kreativpause festzuhängen. Nach achtjährigem Break schlägt man mit „Let it hiss“ jetzt ein neues Kapitel auf: Von punkigem Rock über intimen Folk-Hymnen hin zu soulig-psychedelischen Tracks mit kongenial eingearbeiteten Streicher- und Bläserarrangements ist alles vorhanden.


Nighthawks: PARIS - DAKAR (VÖ: 24.10.)
Nighthawks, dieses berühmte Barmotiv des Malers Edward Hopper dürfte allgemein bekannt sein – und es kommt uns so sehr wie eine Szene aus einem nie realisierten Film Noir vor, dass es den Kölner Musikern Dal Martino und Reiner Winterschladen bereits bei ihren frühen Jam-Sessions im Kreis der Elektrojazz-Formation Trance Groove Ende der 1990er als Name für eine beabsichtigte Bandgründung ideal erschien. Da die beiden Cineasten vor ihrer Studioarbeit gern im nahegelegenen Roxy-Kino und in der angeschlossenen Bar vorbeischauten, fielen ihre Klangtüfteleien soundtrackartig aus. Auch auf „Paris – Dakar“ wird jeder Track wie ein Spotlight auf ein imaginäres Filmsetting vertont, offeriert man uns verstärkt um seelenverwandte Gastmusiker wie Sting-Gitarrist Dominic Miller einen Mix aus Jazz, Backbeat, Rock, Pop, Dancefloor und Chillout. Mitreißend!


Matt Pascale and The Stomps: HOME (VÖ: 24.10.)
Ein Gitarren-Wunderkind aus bella Italia, das sich mit einem einzigen Vorspiel die Teilnahme an der renommierten Little Steven Blues Academy in Norwegen und hernach ein Stipendium im US-Bluesmekka Memphis, Tennessee sichern konnte. Parallel dazu hat Vollblutmusiker Matt Pascale im Laufe seiner Profikarriere seit 2019 über 500 Live-Shows spielen dürfen – und beweist jetzt mit seiner Debüt-CD „Home“, dass er vom klassischen Bluesrock mit Southern-Vibe bis hin zu loungigem Neo-Soul mit italienischem Einschlag sein Handwerk par excellence beherrscht. Und erst diese Reibeisen-Stimme – Wahnsinn!


Kaurna Cronin: JESTER IN A MESS (VÖ: 24.10.)
Der australische Singer-Songwriter Kaurna Cronin aus Adelaide mag seine Kindheit down under sehr genossen haben, da er von klein auf mit den Eltern in deren Wohnmobil ein Folkfestival nach dem nächsten abklappern durfte, um seine musikalischen Vorbilder wie Bob Dylan, Neil Young, Ryan Adams oder Paul Kelly über die Jahre immer wieder hören und ihnen irgendwann dann sogar höchstpersönlich nacheifern zu können. 2011 versuchte sich der mittlerweile 19-Jährige als Straßenmusiker in Europa, 2013 erschien sein Debütalbum „Feathers“; mit „Jester in a Mess“, der inzwischen zehnten Studioproduktion des zwischen Australien und Europa dauerpendelnden Weltenbummlers bearbeitet Kaurna als versierter Multiinstrumentalist autobiografische Geschichtchen seiner Eltern, die deren lettisch-deutschen Hintergrund thematisieren. Hörenswert!

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