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MoX Soundcheck13.10.2025











Texte: Horst E. Wegener

Zahaat: OTHER PROPHETS (VÖ: 2.10.)
Als die Leipziger Stoner-Rockcombo vor bald zehn Jahren in ihrer Gründungsphase nach einem Bandnamen suchte, kam ihnen dann irgendwann dieses mystisch und fremdländisch klingende Wörtchen Zahaat in den Sinn, das dem Wesen der beabsichtigten Musik nach Meinung der vier Musiker entsprach. Erst im Nachhinein stellte es sich heraus, dass das Wort aus dem Arabischen kommt und „Essenz“ bedeutet. Wie passend – da sich Zahaat ohnehin gern an orientalischen Tonleitern, Klängen und Bildern bedient, um somit aus Post-HC, psychedelischem Stoner-Rock und orientalisch anmutenden Melodien eigenwillig gewebte Klangteppiche zu erschaffen. Die „Other Prophets“-Tracks stellen definitiv kein erneutes Widerkäuen der ewigselben Mucke dar – typisch Zahaat.

 
Upchuck: I´M NICE NOW (VÖ: 3.10.)
„I´m nice now“ – kein Spruch, den man von einer Punkband erwarten würde. Wer sich das Albumcover des dritten Longplayers von Upchuck anschaut, ahnt, dass dies darauf abgelichtete Grinsen mit gebleckten Zähnen keineswegs als Einladung zur Versöhnung missverstanden werden sollte. Beim Durchhören der Tracks wird einem das allerspätestens klar. Die Truppe aus der US-Metropole Atlanta praktiziert Punk als Überlebenskunst. KT, Frontfrau der Band setzt ihr Gesangsorgan diesmal noch präziser ein als früher – als arbeite sie mit dem Skalpell statt mit einer Kettensäge, und um ihre „I´m nice now“-Songtexte quasi unters Brennglas zu bugsieren, bevor die Tracks endgültig produziert werden. Fazit: Auch wenn die Welt feindlich bleibt, haben Upchuck gelernt, mit Anlauf zu schreien.

   
Stoic Mind: TO KNOW WHAT I´M SCARED OF (VÖ: 10.10.)
Auf dem in schwarzweiß gehaltenen Albumcover ist das Gesicht des Kölner Singer-Songwriters Kilian Bungert alias stoic mind nur teilweise zu sehen – und mit Schlapphut, Pilotenbrille, langer Mähne und Vollbart präsentiert er sich wie aus den 1970ern in unsere Gegenwart herübergebeamt. Auch die konsequente Kleinschreibung seines Künstlernamens erinnert an längst vergangene frühere Lyrik-Experimentalkunstdekaden. Womit jetzt keineswegs gesagt sein soll, dass uns der Mann mit seinem Debüt-Longplayer vorgestrige, verstaubte Musik schmackhaft machen mag: Ganz im Gegenteil! Songs wie The Boat“ drängen sich sich dem Hörer nie auf, sind sparsam instrumentiert – und laden einen zum Meditieren ein.

   
Naked Eyes: NAKED EYES (VÖ: 10.10.)
„Naked Eyes“, das Debütalbum des gleichnamigen britischen New Wave-Duos Pete Byrne und Rob Fisher, das in den 1980er Jahren Chartrenner wie „Always something there to remind me“ und „Promises, Promises“ lieferte, wird neu aufgelegt. Mehr als das – weshalb die von Phil Kinrade hörenswert gemasterte Digital-Überarbeitung unser aller Interesse schon allein deshalb wecken könnte, da der Longplayer zusätzlich mit bislang unveröffentlichten Demo-Aufnahmen etwa von „Waiting in the Wings“ bestückt ist. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Bonustracks und B-Sides sowie Remixes von Jellybean, unter anderem auch von „Promises, Promises“ mit zusätzlichen Gesangsparts von Madonna. Überzeugt?

 
Bulgarian Cartrader: GREETINGS FROM SOULGARIA (VÖ: 10.10.)
Wie viele seiner Landsleute kam der in der bulgarischen Großstadt Sofia geborene Daniel Stoyanov als Kind mit den Eltern nach Deutschland – und verbrachte die Sommerferien dann jahrein, jahraus in der alten Heimat. Als Stoyanov dann alt genug war, um westliche Musik für sich zu entdecken, dauerte es nicht mehr lange, bis der Soul- und Bluesrock-Fan in den amerikanischen Clubs der Gis in Mannheim einen draufzumachen begann. Dort hatte er alsbald den Spitznamen „blue-eyed soulbrother from soulgaria“ weg. Obwohl sich Stoyanov mittlerweile unterm Künstlernamen Bulgarian Cartrader auf die Bühne stellt oder ins Aufnahmestudio geht, hat ihn das Fantasieland Soulgaria jetzt zu „Greetings…“ inspiriert. Das Ergebnis: moderner R´n´B, irgendwo zwischen Eastern-Americana als Antwort auf Bruce Springsteens legendäres Greetings from Nebraska“-Album, Balkan-Rock und Mainstream-Pop angesiedelt.

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