direkte Antwort ohne Umwege!
Kleinanzeigen
Tonträger aller Art
MoX Soundcheck KW3924.09.2025
Texte: Horst E. Wegener
Carson: WHEN GODS KNOW WHY (VÖ: 19.9.)
Da hatte es sich der neuseeländische Gitarrist und Sänger Kieran Mortimer-Jones zu Beginn der 2010er-Dekade doch glatt in den Kopf gesetzt, auch ohne das erst kurz zuvor von ihm gegründete Stoner-Rocktrio Carson die Zelte in der Heimat abzubrechen, um im fernen Europa neu durchzustarten. Gesagt, getan – und doch wurde der Kiwi beim Suchen nach gleichgesinnten Musikern im Schweizer Städtchen Luzern unerwartet schnell fündig. Den Bandnamen und die Zusammensetzung beibehaltend, begann Mortimer-Jones Neugründung umgehend damit, die regionale und überregionale Indie-Szene zu bereichern. Doch egal wie enthusiastisch die Aktivitäten des Trios von Fans und Medien aufgenommen wurden, 2017 zog der Kiwi dann abermals die Reißleine, um sich nach dreijährigem Neuseeland-Intermezzo wieder in der Schweiz bei seinen Band-Mitstreitern einzufinden – und seither zu bleiben. Gut so, da Carson lässigen Indie-Rock in all seinen Variationen produziert, man gekonnt von Grunge- zu Stoner-, Prog- oder Psychedelic-Rock umswitcht.
Ocean Alley: LOVE BALLOON (VÖ: 19.9.)
Inspiriert vom Lifestyle der Surfer und den endlosen Traumstränden von Australiens Küstenregion unweit der Metropole Sydney entwickelten Ocean Alley ihren easy-going-Sound, dem man die Vorbilder wie Fleetwood Mac, Dire Straits oder Pink Floyd anhört, der aber zugleich mit coolem Yacht-Rock und entspanntem Reggae Genregrenzen gern Ocean-Alley-typisch überschreitet. Nachdem man sich 2011 formierte, kam der internationale Durchbruch für die sechs Jungs 2017 mit dem zweiten Album – und vor allem mit dem Riesenhit „Confidence“. Für ihre handwerklich soliden Ensembleleistungen sowie die gute Laune verbreitenden Melodien werden Ocean Alley mehr denn je weltweit gefeiert – was „Love Ballon“ für Indie-Rockpop-Fans zum Muss macht.
Lobsterbomb: OVERSTIMULATED (VÖ: 25.9.)
Unübersichtlich wie die Musikszene hierzulande oftmals ist, fand es die aus dem Sächsischen in die Hauptstadt übersiedelte Gitarristin und Sängerin Nico Rosch auch nach Jahren in Berlin durchaus praktisch, über Instagram potenzielle Mitstreiter für eine neue Band zusammenzutrommeln. Und kaum hatte sich Lobsterbomb formiert, brachte Corona das kulturelle Leben landauf, landab zum Erliegen. Nichtsdestotrotz gab es somit zwar Themen en masse, denen Frontfrau Nico gemeinsam mit Co-Gitarrist Crayon Jones und Schlagzeugerin Vik Chi gleichwohl keine Depri-Mucke mit Endzeit-Lyrics abringen wollten. Der Anspruch lautete schon bei der Debüt-EP „Go! Go! Go!“, motivierte Musiker und Publikum dazu, auf positive Veränderungen zu setzen, Spaß und tanzbare Glam-Indie-Postpunk-Tracks haben zu wollen – eine Philosophie, der man selbstredend auch zu viert, neuerdings verstärkt um Bassistin Em Ritchie, treu bleibt.
Kathryn Williams: MYSTERY PARK (VÖ: 26.9.)
Bekannt wurde Kathryn Williams, nachdem sie ihre ersten Alben um die Jahrtausendwende in Eigenregie erstellt, produziert und vertrieben hatte - um trotz dieses eingeschlagenen Weges mit denkbar wenig PR im Rücken schließlich sogar eine prestigeträchtige Mercury-Nominierung zugesprochen zu bekommen. Einem kreativen Loch, in dem sich die Britin dann versacken sah, entkam sie übers Einspielen von Cover-Versionen aus dem Folkrock-Bereich, die der Singer-Songwriterin erneut Lust aufs Weitermachen vermittelten. Zudem verantwortete das Multitalent einen Lyrik-Podcast, schrieb ein Buch, malte, tüftelte gemeinsam mit vier Dichtern an poetischen Texten zum Longplayer „Words from the Garden“, produzierte mit Seelenverwandten wie Neill McCall oder Dan Willson alias Withered Hand hochpoetische Songs – und schart auf „Mystery Park“ erneut befreundete Musikerkollegen um sich, um uns träumen zu lassen.
Patrick Watson: UH OH (VÖ: 26.9.)
„Uh, oh“ war die spontane Reaktion des in Kalifornien geborenen und in Kanada aufgewachsenen Singer-Songwriters, Filmkomponist und Pianist Patrick Watson, als ihm im Winter 2023 urplötzlich die Stimme versagte und er mehrere Monate lang kein Wort herausbrachte. Statt die Songs des anstehenden Albums selbst einzusingen, bat Montreals Indie-Pop-Größe kurzerhand Kollegen, ob die statt seiner dem musikalischen „Uh oh“-Trip um die Welt ihre Gesangsstimme leihen würden. Volltreffer! Wer die Augen schließt, wird etwa zum von Solann melancholisch intonierten „Ca va“ ins kopfsteingepflasterte Pariser Montmatre entführt, um hernach zu „The Wandering“ mit Maro in Bossa Nova-Feeling eintauchen zu können. Wie eh und je verbindet Watsons cineastischer Indie-Pop kenntnisreich Klassik, Folk, Pop und Rock - wow.
















