LzOLzO
OLDENBURG
Samstag

18

April

Foto:
Fahrradstadt Oldenburg

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Kleinanzeigen

Tonträger aller Art

MoX Soundcheck KW3710.09.2025











Texte Horst E. Wegener


Hot Chip: JOY IN REPETITION (VÖ: 5.9.)
Seit gut 25 Jahren feilt das Hot Chip-Gründerduo Alexis Taylor und Joe Goddard nun schon an der Dancepop-Geschichte íhrer Londoner Combo, peppt man Electronica mit Funk- und House-Elementen auf. Dieser zunächst ziemlich ungewöhnliche Musikmix traf in den Nuller-Jahren gleichwohl den Nerv der Zeit, verhalf den Briten peu à peu zu ihrem Status als Dancefloor-tauglichen Chartrennern. Und nach so langer Zeit im Business ist´s wenig verwunderlich, dass die Indietronica-Nerds mit „Joy in Repetition“ ein Best-of-Album präsentieren: Fünfzehn Tracks inklusive jener nigelnagelneuen Dreingabe in Form des Songs „Devotion“, einer gutgelaunten Ode an die Hingabe. Ein zeitloser Spaß.


Torsten Goods: SOUL DEEP (VÖ: 12.9.)
Wenn Männern in jungen Jahren die Haare ausfallen, bis man irgendwann komplett kahlköpfig dasteht, ist das wohl selbst für uneitle Typen ein ziemlicher Schock. Um mit der Diagnose Alopecia klarzukommen, besann sich der 1980 in Düsseldorf als Sohn einer irischen Mutter und eines deutschen Vaters geborene Torsten Gutknecht auf sein Singer-Songwriter-Talent sowie seine Ausnahmebegabung als Gitarrist - und widmete der Autoimmunerkrankung unterm längst etablierten Künstlernamen Torsten Goods ein ganzes Konzeptalbum. Dass es kein bisschen depressiv daherkam, machte „Soul Searching“ zum funkig-fröhlichen Longplayer. Mit „Soul Deep“ bleibt Deutschlands Top-Gitarrist jetzt dem gutgelaunten Erzählen höchst persönlicher Geschichtchen erneut treu, zeigt sich beeinflusst von Soul, Jazz, Blues, Yacht-Rock, Pop - und lässt Zuversicht aufblitzen.


Beharie: WHEN THE SILENCE GETS TOO LOUD (VÖ: 12.9.)
Allzu viel war in der westnorwegischen Kommune Sandnes noch nie los - weshalb sich der 1994 geborene Teenie Christian Roger Beharie umso ungestörter auf die Musiksammlung seiner Eltern konzentrieren konnte, um deren zeitlose R&B-, Reggae- nebst Soul-Klassiker zu verschlingen. Nachdem er dann sowohl im Kirchenchor gesungen hatte, als auch mit Schulbands aufgetreten war, lief in Oslo dem dorthin verzogenen Youngster sein Jugendfreund Trygve Stukkeland übern Weg. Zusammen mit diesem, mittlerweile als Musik-Produzent arbeitenden Seelenverwandten, brachte sich Beharie im Nu international in Stellung. Dass man ihn zum Montreux Jazzfestival einlud und beim Eurosonic- sowie Reeperbahn-Reigen bat, sein Debütalbum vorzustellen, sagt viel über die Qualität von „Norwegens größter Soulpop-Hoffnung“. Auf seinem zweiten Album kombiniert der Vorzeige-Crooner erneut tiefgründige Texte mit einem furiosen Mix aus Soul, Pop und R&B. Wärmt das Herz!


Shuteen Erdenebaatar & Nils Kugelmann: UNDER THE SAME STARS (VÖ: 12.9.)
Shuteen Erdenebaatar – in den Weiten der Mongolei geboren, groß geworden und als Stipendiatin des Goethe Instituts seit 2018 in Deutschland am Konzertflügel das Spektrum von Klassik, Moderne und Jazz stets gleichermaßen überzeugend auslotend; und Nils Kugelmann – bei München geborener Jazz-Bassist und -Klarinettist – trennen nur auf den ersten Blick Welten. Im Zusammenspiel erschafft das ungleiche Ausnahmemusiker-Duo vom ersten Ton weg dichte Klangwelten, in denen ihrer beiden unterschiedliche Kulturen durch die Liebe zur Musik gekonnt überbrückt werden. Das Ergebnis klang schon beim ersten gemeinsamen Longplayer der Zwei mal nach Jazz, Klassik oder nach filmmusikalischem Soundtrack – und ließ einen Kritikerkollegen über „Rising Sun“ jubeln: „Das Beste, was man aktuell hören kann“.  Gleiches könnte man jetzt auch über das Nachfolgealbum „Under the same Stars“ sagen.  


Morphine Ridges: BODIES AND DISTANCE (VÖ: 15.9.)
Wer sich durch „Bodies and Distance“ hört, könnte das Ergebnis glatt für den Soundtrack eines verrätselten David Lynch-Road Movies oder eines Spaghetti-Western aus Quentin Tarantinos Dunstkreis halten – die Soundcollagen gaukeln uns mal eine Fahrt durch staubige, öde Landschaften, ´nen Stopp in einem schäbigen Motel oder ´ne albtraumatisch überstandene Nacht irgendwo im Nirgendwo am Lagerfeuer vor. Um diese Assoziationen zu bekommen, muss man nur die Augen schließen und dem stimmig aus Dreampop, Shoegaze und Psychedelia zusammengesetzten Debüt-Longplayer des Berliner Quintetts lauschen. Achtung: großes Suchtpotenzial!

Sonderseiten
EXB Handwerk
Kostbar