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MoX Soundcheck KW3023.07.2025











Texte: Horst E. Wegener

Various Artists: DÉEPALMA IBIZA 2025 (VÖ: 18.7.)
Dank des Déepalma-Labelgründers Yves Murasca und dessen Partners Rosario Galati bringt uns deren bewährter Hit-Mix aus Organic House, Deep House und Soul alljährlich im Sommer das easy-going-Lotterlebensgefühl der Baleareninsel Ibiza musikalisch auf den Punkt. Verteilt auf drei CDs zu je 16 Tracks heißen die Stationen in diesem Jahr mal Sunset Moods, dann wieder Pool Party Grooves und zuletzt Beach Feelings, denen man zu gern folgt, um garantiert tiefenentspannt ins Soundbild der Ferienoase eintauchen zu können. Die gekonnt gesampelten Tracks machen einem schon beim Durchhören zuhause Lust, die easy going-Atmosphäre vor Ort erstmals kennen zu lernen oder sie wie gewohnt sogar alle Jahre wieder in Strandnähe miterleben zu dürfen.
 
Panic Shack: PANIC SHACK (VÖ: 18.7.)
“The wildest – and funniest – live band you´ll see all year” konnte man im britischen Fachblatt New Musical Express vor geraumer Zeit über Panic Shack lesen - eine Einschätzung, der sich schwerlich widersprechen lässt. Die Vier-Mädels-Combo gründete sich 2018 als Reaktion auf die männerdominierte Indie-Musikszene in ihrer walisischen Heimatstadt Cardiff. Und selbst nach der Ergänzung um Mannsbild Nick Doherty-Williams am Schlagzeug blieb die Truppe sich treu mit ihrer Ausrichtung auf einen Sound zwischen Riot-Grrrl-Power und unbekümmertem LoFi-Geschrammel. Was die Texte angeht, befleißigt man sich der Alltagssprache, wird die Bandbreite weiblicher Erfahrungen abdeckt und stets rotzfrech mit Punker-Attitüde vorgetragen. So sehens- wie hörenswert.
 
Billie Marten: DOG EARED (VÖ: 18.7.)
Die 1999 in Nordengland geborene und dort aufgewachsene Kulturbegeisterte Singer-Songwriterin Isabella Sophie Twiddle begann bereits als Zwölfjährige, sich das Klampfen, Texten und Komponieren beizubringen. Mit 15 brachte sie ihre erste EP in Umlauf, der im Jahr drauf ein Debütalbum und ab da weitere Longplayer unterm Künstlernamen Billie Marten folgten. Übern Sommer 2024 hinweg begab sich die Britin dann zuletzt nach New York, um dort Top-Mitstreiter für ihre neueste Produktion „Dog Eared“ um sich zu scharen. Die zehn Songs klingen mal nach verträumtem Folk oder atmosphärischem Indie-Pop – und über all dem schwebt stets Billies unverkennbar melancholisch-sanfte Gesangsstimme; betörend.
 
Night Moves: DOUBLE LIFE (VÖ: 25.7.)
Noch während ihrer gemeinsamen Highschool-Jahre coverte diese musiknarrische Best-Buddies-Hobbytruppe aus Minneapolis ganz unterschiedliche Bands, klang man beliebig wie eine Partycombo. Erst nach dem College-Intermezzo ihres Sessions-Motivators John Pelant in Milwaukee und mit dessen Heimkehr wurde es ab 2009 für Night Moves ernst. Es galt weiterhin den Folk- und Pop-Größen der 1970er-Jahren zu huldigen, aber auch deren Soft-Rock- oder Yacht-Pop-Perlen zu etwas Eigenem auszuweiten. Dass dies gelungen ist, zeigt einem erneut „Double Life“, der aktuelle Longplayer der Truppe. Und wohl niemand würde auf die Idee kommen, wie mühsam und kräftezehrend sich die Produktion gerade dieses Albums gestaltete: Pandemie, kreative Sinn- und private Partnerschaftskrisen, bis hin zu zwei gescheiterten Versuchen, die Tracks mit angesagten Produzenten aufzunehmen, ließen sechs Jahre vergehen, bevor sich Night Moves die Abmischung in Eigenregie überlegten. So düster die Texte ausfallen, sie werden in einen rhythmisch energetischen Klangteppich eingepasst, der den Hörer optimistisch stimmt.
 
Red Mess: HI-TECH STARVATION (VÖ: 1.8.)
Die bald 600 000 Einwohner zählende südbrasilianische Großstadt Londrina ist eher für Fußball oder Motorsport bekannt, als dass man sich vor Ort einer lebhaften Kulturszene rühmen würde. Gut für die Grunge-Youngster Thiago Franzim und Douglas Labigalini, die von klein auf denselben musikalischen Vorlieben verfielen. Spätestens im Erwachsenenalter und dank ihrer Bekanntschaft mit Lucas Klepa stand der Gründung des Stonerrock-Trios Red Mess dann nichts mehr im Wege. Ab 2013 behaupteten sich die Dreie zusehends erfolgreicher in der überregionalen Undergroundszene, um nach dem Corona-Lockdown im Rahmen einer durch Europa gemeisterten Tournee in Berlin hängen zu bleiben. Mit dem Independent-Label Noisolution weiß das Trio mittlerweile einen engagierten Partner hinter sich – was einem beim Durchhören des neuen Albums „Hi-Tech Starvation“ bewusst macht, wie eindrucksvoll diese auf Energie und Bewegung abonnierte LoFi-Combo ihre Live-Power auch auf Platte bannen kann. Kompromisslos, experimentierfreudig, schweißtreibend gelungen – wem dieser Sound nicht umgehend in sämtliche Glieder fährt, der muss taub sein.

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