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MoX Soundcheck KW3709.07.2025











Texte: Horst E. Wegener

E&B Haircut: POLAROID BLUES (VÖ: 20.6.)
Im Laufe der Zeit haben die beiden Oldenburger Lokalmatadore Eckhard Harjes und Andreas Bahlmann ihr Publikum mit ihrer rückhaltlosen Begeisterung für Blues, Boogie und Americana überzeugt. Unterm Duo-Namen E&B Haircut ist man über Jahrzehnte hinweg zusammen durch die Lande getourt, hat dabei so einiges on the road erlebt – Geschichtchen, die Ecki und Bahli jetzt zu ihrem fünften Album „Polaroid Blues“ inspirierten. Unterm Strich bekommen wir da dreizehnmal handgemachte Mucke zu hören, die zum Mitsingen animiert. Im Nu ist man eins mit dem Duo – und dann darf die Leidenschaft im Kollektiv pulsieren. Das groovt!
Claudia Brücken: NIGHT MIRROR (VÖ: 4.7.)
Wer sich in den 1980er-Jahren für New Wave begeisterte, dem dürfte die aus einem Kaff in der Oberpfalz stammende und in Düsseldorf aufgewachsene Undergroundclubgängerin Claudia Brücken als unterkühlt-androgyne Sängerin der Synthiepop-Combo Propaganda präsent geblieben sein. Nach dem Auseinanderbrechen dieser international gefeierten britischen Truppe machte die Deutsche in London zunächst mit Act weiter, um zudem in schönster Regelmäßigkeit mit Szenegrößen wie Wolfgang Flör von Kraftwerk, Martin Gore von Depeche Mode, Andy Bell von Erasure oder Peter Hook von New Order zusammenzuarbeiten. „Night Mirror“ heißt das vierte Solo-Album der Wahl-Londonerin, geschrieben und aufgenommen zwischen 2023 und ´25 – beseelt von düsterpoetischen Tracks, die einem die nächtlichen Fantasiewelten der Vollblutmusikerin näherbringen. Und wie eh und je klingt Brückens Gesangsstimme wie ein energetisches Update des rauchigen Organs von Nico.
 
Maxime Bender: INFINITY OF SOUND (VÖ: 4.7.)
Dass er als 18-Jähriger Charles Lloyds „Georgia“ live miterleben durfte, wurde für den 1982 im luxemburgischen Städtchen Ettelbrück geborenen Maxime Bender zum Schlüsselerlebnis, das ihn endgültig dem Jazz verfallen lassen sollte. Nach Studienjahren zunächst am Luxemburger Konservatorium sowie in Strasbourg, Brüssel und Köln zeigte sich der virtuos jammende Saxofonist dann mit Recht beglückt über die Möglichkeit, mit Stars wie „Mission: Impossible“-Titelmelodie-Komponist Lalo Schifrin oder Powerlady Dee Dee Bridgewater zusammen einen drauf machen zu können. Obendrein leitete er ein eigenes Quartett sowie eine Bigband. Für die live in der Luxemburger Philharmonie aufgenommene Produktion „Infinity of Sound“ scharte der Instrumentalist Bender hochkarätige Mitspieler um sich, darunter mit dem Pianist Joachim Kühn und Schlagzeuger Daniel Humair zwei lebende Legenden. Komplettiert um Modern-Jazz-Kontrabassist Stéphane Kerecki gehen die Viere in die Vollen, improvisiert man kühn, frei, intensiv, um ein makelloses Highlight des europäischen Jazz zu erschaffen.
Rival Consules: LANDSCAPE FROM MEMORY (VÖ: 4.7.)
Aufgewachsen in der britischen Kleinstadt Syston nahe Leicester gilt Ryan Lee West, der unterm Künstlernamen Rival Consoles als Wanderer zwischen den unterschiedlichsten Clubkulturen und Stilen seit 2010 aktiv ist, branchenintern längst als Producer´s Producer. Und wann immer er sich selbst musikalisch austobt, ergibt das mal einen flirrenden Electro-Trip à la „Kid Velo“ (2011), mystische Microhouse-Tracks à la „Persona“ (´18) oder cineastische Sampling-Kunstwerke à la „Overflow“ (´21). Für „Landscape from Memory“ greift der Tüftler jetzt ausrangiertes Audioschnipselmaterial auf, das von ihm kongenial neu zusammengesetzt wird. Es pulst und groovt klangsinnlich.
Wet Leg: MOISTURIZER (VÖ: 11.7.)
Wahrscheinlich ist´s gar nicht so einfach für zwei Mädels, die den Traum vom Musikmachen träumen, auf der verschlafenen britischen Insel Isle of Wight aufzuwachsen. Nun liefen sich Rhian Teasdale und Hester Chambers dort zwar schon zu College-Zeiten immer mal wieder übern Weg, doch erst gut zehn Jahre, nachdem sie beide ihr Studium abbrechen mochten, kam es ab 2019 zu gemeinsamen Sessions. Im Frühjahr ´22 promoteten Rhian und Hester ihr Debütalbum, das ihnen prompt drei Grammys, zwei Brit-Awards sowie einen Spitzenplatz in den britischen Charts eintrug. Und jetzt präsentieren die auf fünf Mitglieder angewachsenen Wet Leg Nachschlag. Obwohl die Tracks im Ton punkiger klingen, meistert man die perfekte Balance zwischen Partylaune und melancholischem Indie-Rock. Engagiert.

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