direkte Antwort ohne Umwege!
Kleinanzeigen
Tonträger aller Art
MoX Soundcheck KW 2625.06.2025
Texte: Horst E. Wegener
Veigh Malow: SWIMMING IS LAME (VÖ: 20.6)
Solveig Heim alias Veigh Malow ist definitiv jemand, die ihren Singer-Songwriter-Beruf als Berufung begreift. Dennoch lässt sich die Hamburgerin in vielen ihrer Songtexte nicht davon abhalten, die Musikbranche kritisch auszuleuchten: Etwa indem sie sich bereits auf ihrer zweiten EP „why“ dem Problem der fehlenden Wertschätzung für jegliche künstlerische Arbeit widmete - um dabei zu beklagen, dass oftmals weder Bezahlung noch ideelle Anerkennung zu stimmen scheinen. Gleichzeitig wird die Umsetzung selbst heikelster Botschaften bravourös beschwingt von ihren Mitmusikern gemeistert, punktet man auch auf „Swimming is lame“ mit einem Mix aus Indie-Pop, rockigen Rhythmen und tanzflächenanimierenden Beats. Das Sahnehäubchen dabei ist stets Solveigs Gesangsstimme, die unsere Lust auf mehr von Veigh Malow übers Ende dieser nunmehr dritten EP hinaus schürt und wachhält.
Various Artists: King Size Dub – Hamburg (VÖ: 20.6.)
Seit die Dub-Szene in den späten 1950er Jahren von jamaikanischen Reggae-Produzenten und DJs auf der karibischen Insel wachgeküsst wurde, um sich in den 70ern via England und dann ab den 90ern auch hierzulande Gehör zu verschaffen, konnte man in Fankreisen eine durchaus fruchtbare Wechselbeziehung zwischen Dub-Reggae und verschiedensten Stilen der elektronischen Tanzmusik beobachten. Das Hamburger Label Echo Beach widmete sich dieser Szene – lokal wie international – vom Gründungsjahr vor gut 30 Jahren an gleichbleibend mit Herzblut. Wie beeindruckend etwa der hanseatische Anteil der weltweit bestens vernetzten Dub-Spezialisten ausfällt, lässt sich dem jetzt veröffentlichten Jubiläums-Sampler entnehmen. Da wird der Bogen musikalisch weit aufgespannt, sind Tracks von Jan Delay meets Udo Lindenberg genauso mit von der Partie wie man Deichkind, Kings of Dubrock, Absolute Beginners, Fettes Brot undundund auflisten könnte. Übrigens gibt sich mit der Combo JahYu um Sänger Ras Tinny auch jene Formation die Ehre, die vor 30 Jahren in der Roten Flora gemeinsam mit Kollege Pensi das Dub-Fieber in Hamburg entfachten. Und sie haben´s nach wie vor drauf!
Steve Harley & Cockney Rebel: THE BEST YEARS OF OUR LIVES (VÖ: 20.6.)
Mit ihrem Hit “Make me smile (Come up and see me)” katapultierte sich die bis dahin kaum bekannte und erst wenige Jahre zuvor gegründete Band Cockney Rebel schnurstracks in den Pop-Olymp – und dieser vielfach gecoverte Song gilt bis heute als eine der prägnantesten Nummern der 1970er Jahre. Vor allem des exaltierten Auftretens ihres Gründers Steve Harley wegen wurde die Combo seinerzeit zwar gerne der Glamrock-Bewegung zugeschlagen, sollte aber im Grunde eher als früher Vertreter des Britpop eingestuft werden. Mit der Symphonic-Rock-Opern-Nummer „Sebastian“ fuhr man dann Jahre später einen ähnlich großen Erfolg ein, bevor sich die Band auflöste. Nun hat der damalige Produzent Alan Parsons das 50-jährige Jubiläum von „Make me smile“ zum Anlass genommen, diesen Chartstürmer und andere Raritäten sowie einen Livekonzertauftritt der legendären Truppe um den im Vorjahr verstorbenen Cockney Rebel-Sänger und Frontmann Steve Harley digital neu abzumischen. Ein 1-a-Hör-Erlebnis!
Bruce Springsteen: TRACKS II – THE LOST ALBUMS (VÖ: 27.6.)
Für Fans von Bruce Springsteen erweist es sich im Nachhinein als höchst erfreulich, dass das Rock-Urgestein die Corona-Zeit dazu nutzen mochte, sich auch frühere Aufnahmen anzuhören, die aus den unterschiedlichsten Gründen seit 1983 unveröffentlicht in seinem Archiv schlummerten. Das Ergebnis: Die sinnigerweise „The Lost Albums“ genannte Pracht-Box mit summa summarum sieben Alben und 83 Songs. Eine Entdeckung, die uns fassungslos machen könnte, wenn man bedenkt, was da im Archiv des mittlerweile 75-Jährigen teils unbeachtet im Regal lag – zumal nichts davon verstaubt klingt. Wow!
Tania Saleh: FRAGILE (VÖ: 2.7.)
Die Kulturszene des Libanon betrachtete sich schon zu den Zeiten, in denen man Beirut das Paris des Ostens nennen mochte, als kosmopolitische Ost-West-Schnittstelle – was den Kompositionen Tania Salehs par excellence anzuhören ist. Diese musikalische Weltenbummlerin, 1969 in Beirut geboren, begeisterte sich während der Bürgerkriegsjahre im Zedernstaat noch für Rockbands, um sich während ihres Studiums in der französischen Hauptstadt der Gratwanderung zwischen Orient und Okzident zu verschreiben und arabische Sprache mit orientalischen Klängen sowie westlichem Folkrock zu unterfüttern. Auch auf „Fragile“ befleißigt sich die Saleh wieder ihrer märchenhaft poetischen Indie-Arabic-Sounds, die in Nullkommanix jeglichen Stress atomisieren.
















