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Buch-Tipps

MoX Buchtipps KW1401.04.2026











Texte: Joachim Mittelstedt


Ewald Arenz: „Katzentage“  DUMONT, 22,- ˝
Eine besondere Situation der Verliebtheit. Kaum ein Autor kann so etwas so schön in passende Worte fassen, wie Ewald Arenz. Worum geht es? Am Ende eines Seminars und einer gemeinsam verbrachten Nacht kommt den Kollegen Paula und Peter bei der Rückfahrt die Bahn dazwischen. Sie stranden in Würzburg, einer für sie unbekannten Stadt. Unerwartet erleben sie zwei freie Tage und damit eine Auszeit vom Alltag. Über so etwas kann man sich ärgern oder das Ganze mit Leben füllen. Jetzt ist jetzt, denken sich die Beiden und erkunden wie die Katzen Stadt und Umgebung. Und wenn man so im Moment lebt und nicht immer alles und jeden Schritt genau planen will und muss, kommt gerne auch ‚das Leben‘ zum Zuge. Nicht immer also, wie dieses kleine Buch mit vielen schönen Illustrationen zeigt, sind Verspätungen und Ausfälle der DB nur nervig.



Michaele Grünig: „Blankenese - Zeitensturm“ Lübbe, 18,-
Es ist das Jahr 1968. Ein Riss geht durch das Land und durch viele Familien. Die neue Generation befindet sich im Konflikt mit der Elterngeneration, die weder bereit noch in der Lage ist, die Nazi- und Kriegszeit angemessen aufzuarbeiten. Auch Ulrike rebelliert als angehende Journalistin gegen ihre Eltern, gutbetuchte Reeder.
Die Autorin verdichtet den spannenden Plot zwischen Studentenbewegung, Hausbesetzern, RAF und großem Reichtum der Eltern in dieser Familiengeschichte zu einem lesenswerten Roman. Gekonnt entwickelt sie dabei einen Spannungsbogen zwischen Idealen, Aufbruch und der Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Menschlichkeit in der Welt.


Gerd Schöller, „Unter Hochspannung“, Oekom, 24,00 ˝
Viel Gerede gibt es um Klima und Energiewende. Die damit verbundenen Chancen werden oft außer Acht gelassen. Die Umsetzung bedeutet ‚Veränderung‘. Das mögen wir Menschen nicht. So werden Begriffe wie „Heiz-Hammer“ und zu große Regelungsdichte durch die Republik posaunt. Nicht, weil die Veränderungen unnötig wären, sondern weil man sich nur ungern von Altvertrautem und von sicher geglaubten Gewinnmargen trennen mag. Aber so wird das nichts.
Mit scharfem Blick für Realität und Machbarkeit zeigt Schöller, wie die Energiewende gelingen kann. Er holt die Debatte auf den Boden zurück, räumt mit Ideologie und Vermeidungstricks auf und liefert Antworten.


Stephan Schäfer: „Jetzt gerade ist alles gut“ Ullstein, 22,-
Der Autor von „25 letzte Sommer“ hat hier sein zweites Buch über besondere Situationen im Leben geschrieben. Es zeigt, wie sich manchmal in Sekundenbruchteilen alles verändern kann. Hier geht es um eine unerwartete schwere Krankheit und damit eine existentielle Erfahrung über das Lebensrisiko das deutlich macht, dass vieles von dem, was wir selbstverständlich finden, schnell ins Wanken geraten kann. Danach werden kostbare Momente wichtiger. Man nimmt sie genauer wahr und kann sie auch eher genießen. Der Erzähler jedenfalls entwickelt sich zum Sammler von solchen kostbaren Momenten. „Jetzt gerade ist alles gut“ ist eine Einladung in kleinen Geschichten, um das Glück im Kleinen zu finden. Diese Momente zu erkennen und dann zu genießen ist eine Kunst, auf die sich Schäfer versteht.


Caroline Wahl: „Die Assistentin“ Rowohlt,  24,-
Caroline Wahl ist so etwas wie ein Shootingstar der Literatur-Szene. Die Protagonistin in diesem Roman, Charlotte, findet einen Job in einem Verlag in München. Dort, im Vorzimmer des mächtigen Verlegers, ist sie ziemlich dicht dran an Einfluss und Macht. Aber muss man dafür so viel Stress und Ungerechtigkeit in Kauf nehmen, sich ausbeuten lassen und sogar die frische Liebe gefährden? Als Leser bleibt man oft ratlos zurück. Warum findet Charlotte nicht mehr Zufriedenheit in ihrem Leben? Oft beschreibt die Autorin dieses Leben als Unglück. Das ist dann kaum auszuhalten. Ein sarkastisches Buch, manchmal böse geschrieben und trotzdem irgendwie mitten ins Herz.

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