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Buch-Tipps
„Die Träume anderer Leute“ von Judith Holofernes01.04.2026
Interview & Foto: Thea Drexhage
Wie entwickelt man nach dem Ende einer so erfolgreichen Band, die fast 20 Jahre unterwegs war, eine neue, eigene Identität als Solokünstlerin während parallel dazu auch das ganz normale Leben weitergeht? Wie verbindet man diesen außergewöhnlichen Beruf und die Familie?
Es geht auch um das Verhältnis zu ihrer Mutter und darum, wie es ist, selbst Mutter zu sein. Außerdem erzählt sie, wie es ist, sich als Frau in der Musikwelt zu behaupten - dabei konnte ich auch Parallelen zu meinem Leben finden. Im Rahmen dieser neuen Selbstfindung unternahm sie auch eine Reise auf die Färöer-Inseln, um dort neue Musik zu schreiben. - so bekommt das Buch einen Hauch von Reisebericht, die ich ebenfalls sehr gern lese.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Paula Bieker: In erster Linie der Bezug zur Musik - würde ich Wir Sind Helden nicht kennen, wäre ich nicht auf das Buch aufmerksam geworden, denke ich. Ich habe es wegen meines eigenen musikbiografischen Interesses ich sehr gern, wie sie schreibt und wie sie viele Dinge sieht. Ich hatte schon länger mitbekommen, dass sie nicht nur musikalisch aktiv, sondern auch literarisch sehr begabt ist. Sie hat ja auch Gedichte veröffentlicht. Insgesamt war dieses Buch ein wirklich sehr schöner Literaturgenuss.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Paula Bieker: Eigentlich allen. Jede*r kann da aus ganz verschiedenen Aspekten des Lebens etwas für sich herausziehen. Vordergründig geht es zwar um ihre Geschichte und ein ganz spezielles Setting, aber eigentlich wird über das Leben an sich erzählt. Besonders würde ich es natürlich Frauen nahelegen, die Erfahrung damit haben, Musik machen zu wollen und die nachvollziehen können, wie es ist, sich in dieser Branche behaupten zu wollen.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Paula Bieker: Ich lese Bücher am liebsten gedruckt. Ich gehe sehr gern in Buchhandlungen und anschließend liegen dann bei mir zuhause große Stapel ungelesener Bücher (lacht). Bei diesem Buch finde ich auch das Cover wirklich ansprechend.
MoX: Was wissen Sie über die Autorin?
Paula Bieker: Judith Holofernes ist bei ihrer lesbischen Mutter in Freiburg aufgewachsen, was auch in diesem Buch thematisiert wird. Meine Generation kennt sie als Sängerin von Wir Sind Helden, die in den Nullerjahren sehr erfolgreich waren. Sie hat zwei Kinder und lebt in Berlin. Die Träume anderer Leute ist ihr zweites Buch. In diesem Jahr erscheint mit „Hummelhirn“ ein neues, biografisches Buch, welches sich wohl auf ihre Kindheit in den 1970er Jahren fokussiert.












