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„Die zerbrechliche Zeit“ von Donatella Di Pietrantonio04.03.2026



Interview & Foto: Thea Drexhage


Als sie dann zurückkehrt, ist sie alles andere als fröhlich und nicht mehr so, wie ihre Mutter sie einmal kannte. Diese Wesensveränderung ruft auch in Lucia alte Erinnerungen an einen Campingplatz hervor, auf welchem ein Verbrechen an zwei jungen Mädchen passierte, dem sie selbst nur knapp entkam. Da man den Täter nicht gefunden hat, wurde dieser Campingplatz seither nicht mehr genutzt. Nebenbei beginnt Lucia auch, ihren Vater zu pflegen, ihre Mutter ist nur kurze Zeit vorher verstorben. Beide blicken zurück und bemühen die Vergangenheit, um herauszufinden, wer in dieses Verbrechen von damals verwickelt gewesen sein könnte und alles gewusst haben muss, was dort geschah. Das hat natürlich wieder mit Vätern und Männern zu tun, denn dieses Verbrechen, das da an zwei Mädchen passiert ist, wurde von einem Mann begangen und offenbar wussten so einige darüber Bescheid. Zu Beginn trägt das Buch das Zitat: Für alle Frauen, die überlebt haben.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Susanne Menge: Es ist schon schwere Kost, die sich aber auf Grund der Sprache und der Lebendigkeit dessen, was Lucia erlebt und mit ihrem Vater bespricht, gar nicht so schwer anfühlt. Es werden viele wichtige Themen angesprochen: es geht um Care-Arbeit, die bei den Frauen liegt, genau wie der Kummer und die Sorge um die eigenen Kinder. Die Verbindung, die sie sieht zwischen ihrer Tochter und ihrer eigenen Erfahrung mit der Geschichte auf dem Campingplatz ist sehr interessant, genau wie die verschlungenen Wege, die dann doch zu einem ganz guten Ende führen. Das fand ich faszinierend und ganz toll geschrieben.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Susanne Menge: Ich würde es allen empfehlen, nicht nur Frauen. Ich kann mir beispielsweise vorstellen, es Freundinnen nahezulegen, die interessiert sind am Lebensalltag von anderen Frauen. Man kann sich selbst in vielen Charakteren wiederfinden und genau das können auch Männer in diesem Buch.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Susanne Menge: Aufmerksam geworden bin ich darauf tatsächlich durch die Brigitte, die lese ich eigentlich nur beim Arzt im Wartezimmer. Das war also ein Zufall und darin wurde das Buch besprochen. Gelesen habe ich es digital, das ist gerade abends oder beispielsweise im Zug die bequemere Variante, aber ich lese auch gern haptische Bücher.
MoX: Was wissen Sie über die Autorin? Susanne Menge: Donatella Di Pietrantonio ist eine italienische Schriftstellerin, die 1962 geboren wurde. Eigentlich arbeitet sie als Kinderzahnärztin, veröffentlichte aber seit 2011 regelmäßig Romane und zählt seither zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Italiens.

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