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Buch-Tipps
„Brüste und Eier“ von Mieko Kawakami17.02.2026
Interview & Foto: Thea Drexhage
MoX: Wovon handelt das Buch?
Laura Voggesberger: Die Geschichte spielt in Japan und dreht sich im ersten Teil um das Treffen von drei Frauen: die dreißigjährige Natsuko, welche Besuch von ihrer älteren Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko bekommt. Es geht dabei viel um die japanische Gesellschaft und Armut. Die Schwestern sind arm aufgewachsen, ihre Mutter arbeitete als Hostess (Frauen, die in Japan in Bars und Restaurants arbeiten, um vor allem Männer zu unterhalten Anm. d. Red.). Die beiden Schwestern haben dann auch in diesem Lokal gearbeitet, die jüngere als Tellerwäscherin und die ältere als Hostess, was sie noch immer macht. Sie kommt nach Tokio zu Besuch, weil sie den Wunsch hat, sich die Brüste vergrößern zu lassen. Ich denke, das hängt mit dem gesellschaftlichen Druck zusammen, Geld zu verdienen und schön auszusehen. Sie diskutiert sehr viel darüber mit ihrer Schwester und lässt sich nicht von dem Plan abbringen, aber bis zum Ende erfahren wir nicht, ob sie es tatsächlich macht. Es geht vielmehr um die Diskussionen und wie sich die beiden Schwestern begegnen. Gleichzeitig hat auch ihre Tochter aufgehört, mit ihr zu reden. Diese befindet sich in der Pubertät und ist sehr frustriert, dass ihr Körper sich verändert und sie nun einen Körper hat, der Kinder bekommen kann, was sie aber komplett ablehnt. Dies erfahren wir durch eingeschobene Tagebucheinträge. Der zweite Teil dreht sich um Natsuko einige Jahre später. Es stellt sich heraus, dass sie eine asexuelle Frau ist, was in Literatur nur wenig vorkommt. Sie hat allerdings einen Kinderwunsch, den sie durch künstliche Befruchtung erfüllen möchte, was in Japan aber nicht geht als alleinstehende Frau. Sie spricht mit vielen anderen Frauen darüber und jede hat dabei ihre unterschiedlichen Sichtweisen zu Mutterschaft.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Laura Voggesberger: Ich persönlich mag solche charaktergetriebenen Bücher. Wir bekommen hier sehr viel Introspektive und erfahren viel über die Gesellschaft. Die japanische Gesellschaft ist viel konservativer als unsere und hat viel härtere Erwartungen an die Frauen, aber ganz unähnlich ist es unserer nicht. Das Buch macht eine sehr gute Arbeit, dies widerzuspiegeln.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Laura Voggesberger: Ich denke man muss Bücher mögen, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen und zeitgleich nicht viel andere Handlung drum herum haben. Es ist sehr viel Diskussion; wer eher Action sucht, wird hier nicht glücklich. Aber ich würde es allen Leuten empfehlen, die interessiert sind, sich mit der Rolle als Frau oder auch Asexualität auseinanderzusetzen.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Laura Voggesberger: Ich habe es erst als E-Book gekauft und später auch als gebundenes Buch gelesen. Bevor ich nach Oldenburg gezogen bin, habe ich einen queeren Buchclub in Karlsruhe geleitet und bin dabei auf dieses Buch gestoßen, das wir nun auch hier bei QueerReads gelesen haben












