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Buch-Tipps

Buchtipps07.01.2026









Texte: Joachim Mittelstaedt




Julia Hermes, Lisa Hermes:
„Out there”, Malik,
12,00 ˝
Angetrieben von ihrer Suche nach einer ‚besseren‘ Welt reisen hier zwei Schwestern mehrere Jahre per Kanu, Anhalter, Fahrrad und zu Fuß Richtung Westen. Dabei lassen sie sich tief ein in das Leben der Menschen, denen sie begegnen. Oft lernen sie, wie Bewohner in fernen Gegenden im Umgang mit ihren natürlichen Ressourcen leben. Ob im Amazonas-Regenwald oder in Kolumbien, bei einer Aussteiger-Gruppe in Frankreich oder in Mexiko. Die beiden Frauen entwickeln bei ihren Begegnungen einen sehr sensiblen Blick auf Menschen und Umwelt. Denn ‚über den Zaun‘ zu schauen und sich neugierig und interessiert auf das, was einem begegnet einzulassen, ermöglicht tiefe Einblicke in die Welt. So entsteht eine Form von ‚Wissen‘, von der man ein Leben lang profitiert. Die Mär vom absoluten Glück durch immer größeren Wohlstand wird hier jedenfalls deutlich hinterfragt. Denn wie soll das gehen mit stetigem ‚mehr‘ in einer begrenzten Welt.




Anthony McCarten:
„Warren Buffet und Bill Gates“
Diogenes,
26,- ˝

Die Freundschaft zweier kantiger Individualisten und Milliardäre, die einen großen Teil ihres Vermögens verschenkt haben, hat weitreichende Auswirkungen auf unsere Welt, sowohl im Bereich ‚Finanzen‘ wie auch im Tech-Sektor. Die Beziehung der beiden Männer entwickelt sich – und entwickelt auch der in London lebende Autor in diesem Buch – stetig. Dabei hören sie sich gegenseitig immer wieder genau zu. Herausgekommen ist schließlich eine milliardenschwere Stiftung (Bill and Melinda Gates Foundation) die versucht, große Weltprobleme um Gesundheit, Ungleichheit und Bildung anzugehen. Diese Art, Problemen philanthropisch mit viel Geld zu begegnen, kann man – auch diesen Blickwinkel eröffnet dieses Buch – durchaus auch kritisch sehen und hinterfragen. Anregend beschreibt McCarten die interessante Beziehung, bei der beide Protagonisten meinungsstark Stellung zu den Fragen der Welt beziehen und gerne auch polarisieren. Ein informatives und gut geschriebenes Buch.




Nina George:
„Die geheime Sehnsucht der Bücher“
Knaur, 23,- ˝
Da gibt es in Paris ein Bücherschiff, das Bücherschiff des Monsieur Perdu. Er ist, unterstützt von der jungen Pauline, die ein ebenso feines Gespür für die Sehnsüchte der Menschen hat, ein leidenschaftlicher Buchhändler und damit jemand, dessen Bestimmung es ist, Menschen und Literatur zusammenzubringen. Denn für jede Unpässlichkeit zwischen Herz und Seele gibt es die passende Geschichte zur Heilung. Die trägt gut zum Seelenheil bei und es braucht dann keine großen Gespräche und schon gar keine Medikamente mehr.

„Die geheime Sehnsucht der Bücher“ ist eine schöne Fortsetzung von „Das Lavendelzimmer“ und dem ersten Buch über Monsieur Perdu‘s Bücherschiff. Mit poetischem Zauber schreibt sich George in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser. Immer dabei im Blick: der Trost, den einem das richtige Buch und das Lesen spenden können.




Jean-Marie Magro:
Radatouille“
dtv,
15,- ˝
In zahlreichen Etappen fährt der Autor hier durch das Land der „Tour de France“. Denn bei der Tour selbst bleibt eigentlich nichts von Land und Leuten hängen. Wichtig sind da ja nur die Beine. So hat sich der ARD-Korrespondent in Brüssel für diesen Band Zeit genommen und ist seine eigene Tour – übrigens auch in 21 Etappen -geradelt. Fast 3000 Kilometer waren das am Schluss. Auch einige legendäre Gipfel sind dabei. Herausgekommen ist so ein spannender Trip und ein besonderer Reiseführer, der Land und Menschen wahrnimmt und dabei ein wunderschönes Land mit Muße und Interesse an der menschlichen Begegnung, vom Atomkraft-Fan über Gastwirte bis zum Rechtspopulismus, beschreibt. Auch die vielfältige französische Küche kommt nicht zu kurz. Und überall wartet schon an der nächsten Kurve wieder eine Geschichte.

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