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Buch-Tipps

MoX Buchtipps03.04.2024









Text: Joachim Mittelstaedt

Ewald Frie: „Ein Hof und elf Geschwister“ C.H. Beck, 23,00 €
Hier geht es bäuerlich zu. Der Historiker und Bruder von 10 Geschwistern beschreibt am Beispiel seiner Familie im Münsterland harte Knochenarbeit und autarke Selbstversorgung einer stolzen bäuerlichen Landwirtschaft in den fünfziger Jahren. Schleichend und im Rückblick doch mit einem extrem schnellen Tempo wird deutlich, wie der gesellschaftliche Wandel auch die Menschen auf dem Land erfasste. Ein großer Umbruch. Das Buch ist sehr persönlich geschrieben und hält für die Leser viele Beispiele bereit. Da der Autor und Historiker in seinem Werk aber das Ganze in zeitgenössische Zusammenhänge stellt, wurde daraus doch so etwas wie ein Sachbuch. Es ist berührend zu lesen und bietet uns Lesern einen besonderen Blick in eine oft wenig bekannte Welt. Das dichte und ‚schöne‘ Buch eröffnet den Einblick in ein Leben, das es so nicht mehr gibt. Ob das ein Verlust oder ein Gewinn ist, muss der Leser selbst beurteilen.


Philippe Djian: „Ein heißes Jahr“ Diogenes, 24,- €
Am Anfang entdeckt Greg eine Reportage über das „Mädchen mit den Zöpfen“, das 2018 mit seinem Schul- und Klimastreik eine globale Bewegung ausgelöst hat. Inzwischen sind über zehn Jahre vergangen. Und eigentlich hat sich nichts verändert. Die Probleme sind noch genau so groß und sie sind noch genauso wenig bearbeitet. Greg hat gerade seinem Schwager geholfen, eine Studie über ein giftiges Pestizid zu fälschen. Alles irgendwie wie immer. Aber dann meldet sich doch so etwas wie sein Gewissen. Denn vieles falsch zu machen und dann trotzdem die junge Nichte bei ihrem Klima-Engagement zu unterstützen, das passt irgendwie nicht mehr so richtig zusammen. Gregs Weltbild steht Kopf. Und so ist dieses Buch ein typischer Djian, ein Buch über eine Suche, über Glaubwürdigkeit, Mauscheleien, Unsicherheit und Gewissen.


Jack Kerouac: „Die Dharma-Jäger“ Rowohlt, 24,- €
Großer Aufbruch, kreuz und quer unterwegs sein. Das ist das zentrale Thema dieser Neuübersetzung von Jack Kerouac, einem der führenden Autoren der subkulturellen ‚Beat-Generation‘ in Amerika. Auf den Punkt gebracht ist der Roman die Beschreibung einer großen Suche ‚nach Sinn‘. Denn, so der Autor: der amerikanische Traum von Individualität und Freiheit ist nur als spirituelle Suche erlebbar und verständlich. Millionen junger Amerikaner machten sich damals mit ihren Rucksäcken auf diesen Weg. Es ging ihnen um Selbsterfahrung, um Begegnungen mit anderen Menschen, um Zen-Buddhismus und Lebenslust und das Überwinden von Bürgerlichkeit und Mittelmaß. Das Buch ist ein Denkmal für die Beatniks der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Es beschreibt ihre Suche nach Erleuchtung, Lebenssinn und Glück.


Hannes Nygaard: „Heiße Tage an der Förde“ emons, 14,- €
Die Folgen von Hochwasser im Wechsel mit Hitzewellen setzen dem Norden zu. Selbst der Dümmste kann nicht mehr übersehen, dass das Klima sich rasend schnell verändert und es so nichts wird mit dem Überleben der Menschheit. Auch der Widerstand gegen die Ursachen dieser Veränderungen eskaliert chaotisch: Tankstellen werden angegriffen, Fahrer ermordet und bald fliegt ein Tanklastzug in die Luft. Ein spannender und hochaktueller Plot. Lüder Lüders, Kieler Ermittler und Spezialist für Wirtschaftskriminalität, macht sich auf die Suche. Und neben den lebensbedrohlichen Themen um Klimachaos und Wirtschaftsinteressen gelingt es dem Autor, seinen Fall in eine malerische Küstenlandschaft einzubetten und wie nebenbei auch die norddeutsche Mentalität augenzwinkernd einzuweben. Denn das Thema selbst ist ja schon ernst genug.

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