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Oldenburger engagieren sich gegen Rechts

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Alt sein heißt nicht stumm sein20.03.2024



Text und Foto: Thea Drexhage


Seit 2019 ist sie bei der Oldenburger Gruppe der „Omas gegen rechts“, einer zivilgesellschaftlichen, überparteilichen Initiative, die sich 2017 in Österreich gründete, nachdem dort Sebastian Kurtz an die Macht kam. Schon kurze Zeit später schwappte die Idee auch nach Deutschland über, wo die Bremerin Gerda Smorre die erste Ortsgruppe in der Hansestadt gründete. Dorle Diekmann selbst hat vier Kinder und Enkelkinder, die neben dem aktuellen politischen Trend auch Grund dafür sind, sich zu engagieren und über die Gefahren von rechts aufzuklären. „In der Gesellschaft gab es ja schon immer eine Tendenz nach rechts, aber das war damals nicht so extrem wie heute. Das kann ich mir so nicht angucken, das schulden wir unseren Kindern und Enkeln. Wir sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, wo wir auf nichts verzichten müssen, und jetzt kommen welche und wollen das auf den Kopf stellen.“, erklärt Dorle Diekmann ihre Motivation. So steht sie nun, mit den anderen Oldenburger Omas jeden ersten Samstag im Monat zwischen 11 und 15 Uhr am Brunnen des Lefferseck und hält eine Mahnwache ab. Mit Buttons, Westen und Schildern sind die „Omas gegen rechts“ gut erkennbar und nutzen die Möglichkeit, mit Passant*innen ins Gespräch zu kommen. Das erfordert auch eine Menge Mut, denn auch rechts-gesinnte Menschen kommen vorbei und erkennen die Gesichter, doch große Konflikte gab es bisher in Oldenburg nicht. „Das wir jemanden hatten der uns anpöbelt hatten wir bisher nicht. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Polizei samstags sehr präsent in der Stadt ist. Beim Diskurs mit nicht wohlwollenden Menschen muss man aber schon mal kreativ werden.“, so Diekmann. Vorbereitet auf solche Situationen haben sich einige Omas beispielsweise bei einem Seminar der Partnerschaft Demokratie in Oldenburg, oder mit Hilfe des Hefts „Sag Was“, in dem Argumentationstaktiken aufgezeigt werden. Natürlich gibt es auch jene, bei denen jede Argumentation verloren ist. Ziel der „Omas gegen rechts“ ist es, die zu erreichen, die vielleicht nicht ganz wissen, wo sie politisch stehen oder die bisher nicht motiviert waren, selbst wählen zu gehen. Mit der kommenden Europawahl und einigen Länderwahlen wird 2024 schließlich noch einiges passieren. Initiativen gegen rechts gibt es eine ganze Menge, aber die Omas genießen einen ganz besonderen Vorteil: „Bei uns gibt es keine blinde Konfrontation, sondern echte Fragen und echte Antworten. Da sind wir Omas von Vorteil, weil wir keine Politiker sind, die etwas erreichen wollen. Uns wird zugehört und wir werden respektiert wegen unseres Alters. Wir haben da einen ganz anderen Zugang zu Menschen.“ Die aktuellen Großdemonstrationen als Reaktion auf die Correktiv-Recherchen erfreuen Dorle Diekmann ganz besonders und sie wünscht sich, dass die Gesellschaft diese Motivation sich laut zu machen beibehalten wird. Auch das Interesse an den Omas gegen rechts sei dadurch gewachsen, sogar zwei Opas wären derzeit dabei. Dorle Diekmann selbst ist durch eine Anzeige in der Zeitung auf die Initiative aufmerksam geworden, bei der nach Interessentinnen für eine Ortsgruppe in Oldenburg gesucht wurde, aber die Omas gegen rechts nutzen auch die Sozialen Medien, um auf sich aufmerksam zu machen und sich zu vernetzten, aber genau in diesen Medien liegt laut Dorle Diekmann auch Gefahr: „Früher gab es diese Masse an Fake News und Prolemik, die auch von gewissen Parteien verbreitet wird um junge Leute zu kapern, nicht. Damit muss man sich ganz genau auseinandersetzten. Hitler hatte damals unter anderem auch den Rundfunk als modernes Medium genutzt und wir haben gesehen, wo das hinführt.“

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