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Was gibt’s eigentlich für die jungen Leute...05.03.2026
Text und Fotos: Thea Drexhage
Seit fast 28 Jahren arbeitet Thorsten von Blanc in der Freizeitstätte und hat den ein oder anderen Umschwung mitgemacht, sowohl bei den Jugendlichen als auch dem Hause selbst. In dem langjährigen Mitarbeiterteam der Einrichtung arbeiten ebenfalls Susanne Fernandez, Christian kleene, Luise van Wijk als Hauptamtliche Kräfte und werden unterstützt durch Carina Wittemann (FSJ) und Amara Irej Aziz (FOS-Praktikantin). Die Freizeitstätte befindet sich auch aktuell im Wandel, es wird umgebaut, angepasst und modernisiert, wo es möglich ist. Dies ist sehr gut sichtbar im Obergeschoss, wo sich in hellen und freundlichen Räumen eine Beratungsstelle für Migration befindet. Hinzu kommt ein kleines, aber modernes Aufnahmestudio, welches für Menschen mit dem nötigen Know-How zur Verfügung steht, sowie ein einladender Meeting- und Rückzugsraum, der derzeit auch für Lesegruppen genutzt wird. Das Herzstück des Hauses ist die kleine Cafeteria mit Billardtisch und Sitzecke, die zum offenen Treffen, Austausch und der ein oder anderen spontanen Tanzparty einlädt. Der lange, angrenzende Flur bietet ausreichend Möglichkeiten zum Chillen und kickern. In einem weiteren Gemeinschaftsraum steht zudem eine voll ausgestattete Küche für Kochangebote zur Verfügung. Die große Kreativwerkstatt ist derzeit geschlossen, da der Raum dringend modernisiert werden muss, die dazugehörigen Angebote werden so gut es geht auf die anderen Räumlichkeiten verteilt. Am Ende des Flurs befindet sich außerdem ein kleines kleines Tanzstudio mit Bühne. Hier können sich Gruppen zum einen zum Quatschen und Musikhören zurückziehen. Das Team der Freizeitstätte sieht sich in ihrer Arbeit mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Die Lebenswelten der Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Zum einen wären da Social Media, Fake News und alles, all die Unsicherheiten, die damit einhergehen. Zum anderen ist auch Migration ein Thema, die dann zum Problem wird, wenn sich einzelne Gruppen bilden, die sich in ihrer Sprache unterhalten und so andere ausschließen. Auch das Verhalten der Eltern unterliegt einem Wandel, dem es angemessen zu begegnen gilt. Ein möglichst harmonisches Miteinander steht in der Jugendfreizeitstätte im Fokus, dies ist aber nicht ohne klare Grenzen möglich. Ein zentraler Punkt ist zudem für Thorsten von Blanc die Inklusion. Die Arbeit mit behinderten Menschen lag ihm schon während des Studiums am Herzen und sollte eigentlich seinen zukünftigen Arbeitsweg bestimmen. Nach einem Jahr als Schulsozialarbeiter fand er widererwartend aber auch Gefallen an der Arbeit mit Jugendlichen, und so kam es, dass er sich auf eine leitende Stelle in Osternburg bewarb. „Hier geht es mir heute darum, die Menschen so zu nehmen, wie sie sind. Egal welcher Kultur, Religion oder Anderstalentiertheit, so nenne ich es immer und sie so zusammenzubringen, und zwar so, dass alle geschützt sind. Beeinträchtigte brauchen oft etwas mehr Schutz und manchmal muss man auch die anderen Besucher vor den Beeinträchtigten schützen – aber eigentlich sollen sie sich begegnen, voneinander lernen und miteinander interagieren. Das bringt Spaß und das ist hier eine Besonderheit, nicht weil es aus Versehen passiert ist, sondern weil es initiiert wurde und mit der Zeit gewachsen ist“, erklärt er. Die offenen Angebote stellen den größten Teil der Arbeit im Hause dar. Kurse und Gruppen waren in der letzten Zeit nur wenig gefragt. Viele Aktivitäten ergaben sich stattdessen aus spontanen Situationen im Alltagsgeschehen. Doch nun soll auch wieder etwas mehr Struktur Einzug halten. So wird montags die Playstation angeschlossen und es können nach Herzenslust Spiele wie Fifa gezockt werden. Für die Kleinen von von 12:30 bis 16 Uhr und von 16 bis 20 Uhr für die Großen, sodass alle eine faire Chance haben. Dienstags wird gebacken, Mittwoch gekocht. Donnerstags wird ein Kreativangebot umgesetzt und freitags ist der beliebte Pizzatag, an welchem es umsonst Pizza gibt, die sich die Jugendlichen selbst belegen und backen dürfen. Dazu kommt ein Pokernachmittag und die Lesewerkstatt. Zudem mischt sich auch das Baumhaus mit am Freitag unter das Volk. Die Vernetzung der Freizeitstätte mit anderen Akteuren aus dem Stadtteil ist auch ein wichtiger Aspekt der Arbeit. „Osternburg ist ein ganz toller Stadtteil, der zwar aus unterschiedlichen Schichten besteht, aber auch sehr bunt ist. Ich erlebe ihn hier auf Augenhöhe“, so Thorsten von Blanc. Dies erkenne man zum Beispiel an Feiern wie Stadtteilfest, zu welchem ganz viele Köpfe und Hände beitragen, ohne, dass sich einzelne Akteure in den Vordergrund stellen. Bei allen Herausforderungen, die die Arbeit mit Jugendlichen mit sich bringt, sind die Momente des friedlichen Zusammenkommens, die, welche die Arbeit so lohnenswert machen. Und wenn man dann Jahre später Erwachsenen begegnet, die sich für die Zeit damals in der Freizeitstätte bedanken und die vielleicht heute ihre eigenen Kinder vorbeischicken, dann ist es das allemal wert.
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