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Steckt mehr drin, als man denkt11.02.2026



Text und Foto: Thea Drexhage
Als Lehrerin für Germanistik und Religion an der IGS Flötenteich hat Kirsten Hofmann einen guten Eindruck von dem, was junge Menschen bewegt. Ihr Buch entstand allerdings schon vor ihrer Zeit in Oldenburg. Geboren wurde Kirsten Hofmann in Hanau und absolvierte ihr Studium hier an der Universität, bevor sie dann einige Jahre in Hamburg lebte und arbeitete. In den Ferienzeiten zog es sie immer wieder nach Südamerika und sie unternahm mehrwöchige Rucksacktouren durch verschiedene Länder. Doch es durfte gern noch etwas mehr sein und so bewarb sie sich schließlich für den Auslandschuldienst an einer deutschsprachigen Schule in Paraguay. Dieser dauert in der Regel drei Jahre, doch es gefiel ihr vor Ort so gut, dass sie noch zwei Jahre länger blieb. Da das Schulsystem dort ein anderes ist als hier, blieb deutlich mehr Freizeit als in Deutschland. Diese verbrachte sie zum einen mit ihrem ersten eigenen Pony Bolero und zum anderen mit dem Schreiben der nun veröffentlichten Geschichte. Inspiration fand sie vor Ort, aber auch in Nachrichten aus der Heimat. Ein befreundeter Journalist berichtete in einem Radiobeitrag über die Geschichte einer in Deutschland lebenden Roma-Familie, die in einer Nacht- und Nebelaktion in den Kosovo abgeschoben wurde, obwohl die Kinder noch nie dort gewesen sind. Ein Thema, das derzeit leider noch aktueller geworden ist. Dies inspirierte eine ihrer Romanfiguren, die ganz plötzlich aus dem Leben der Protagonistin verschwindet. Das fertige Manuskript lag dann allerdings eine ganze Weile in der Schublade, bevor sich die Autorin im letzten Jahr entschied, es nach gründlicher Überarbeitung und vor allem Kürzung doch endlich zu veröffentlichen, denn wenn sie eines aus Erfahrung weiß, dann, dass Geschichten für Jugendliche heute kurz und knackig sein müssen, denn die Aufmerksamkeitsspanne junger Menschen sei längst nicht mehr die, die sie mal war.
Als es schließlich darum ging, nach Deutschland zurückzukehren, fiel die Entscheidung auf Oldenburg. Die Stadt war ihr bekannt, Freunde leben hier und das ländliche Umland ermöglicht die Pferdehaltung, was beispielsweise in Hamburg überhaupt nicht umsetzbar gewesen wäre. Leben und Pony in Paraguay zurückzulassen, um vor allem für ihre Eltern zurück nach Deutschland zu kehren, war jedoch nicht ganz einfach für die 55-Jährige: „Das war eine ganz zweischneidige Sache. Es gab eine große Abschiedsparty mit meinen Freunden und es sind viele Tränen geflossen. Zu meinem Pony dort hatte ich eine ganz enge Verbindung, wie aus so einem Pferderoman. Ich habe ein Jahr lang überlegt, was ich mit ihm mache, ob ich ihn mitnehmen kann, aber das wäre eine sehr weite und anstrengende Reise für ihn gewesen. Ich habe ihn allerdings behalten und es wird vor Ort toll versorgt. Gleichzeitig habe ich mich aber auch sehr auf Freunde und Familie in Deutschland gefreut.“, erklärt sie. Und das deutsche Wetter weiß sie nach mehreren Jahren bei 40° und hoher Luftfeuchtigkeit nun auch deutlich mehr zu schätzen, sogar den einst verhassten Herbst. Obwohl der Schulalltag hier ein anstrengenderer ist, als der in Paraguay, hat es Kirsten Hofmann sich nicht nehmen lassen, auch hier wieder ein Pferd zu kaufen, mit welchem sie liebend gern die verbleibende Freizeit verbringt - und wer weiß, vielleicht regen der neue vierbeinige Freund und der graue Herbst in Norddeutschland ja Ideen für eine ganz neue Geschichte an, die sich lohnt, geschrieben zu werden.

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