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Was gibt’s eigentlich für die jungen Leute...29.01.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
Den Anfang macht die städtische Freizeitstätte Bürgerfelde an der Alexanderstraße 209. Auf 1000 Quadratmetern bietet das Haus ein breites Spektrum an Freizeitaktivitäten. Neben dem offenen Angebot und den festen Gruppen ist eine große Besonderheit das kulturelle Programm. Dazu zählt das mittlerweile fest in Oldenburg etablierte Herbststurmfestival sowie kleinere Festivals, welche die Jugendlichen aktiv gestalten können. Generell geht es vor Ort sehr musikalisch zu: Im großen, hellen Proberaum unter dem Dach des Hauses haben derzeit sechs junge Bands ihr kreatives Zuhause. Im Erdgeschoss befinden sich derweil der große Saal, welcher Platz für eine Bühne bietet, das Büro des Teams, ein kleines Café mit Billardtisch, das kostengünstige Snacks und Getränke bereitstellt, eine Küche für die Kochangebote sowie einen Medienraum zum Zocken oder Filme gucken. Hinzu kommen eine Keramikwerkstatt, die derzeit von einem Ehrenamtlichen geleitet wird, sowie ein kleines Tanzstudio. Genutzt
werden diese Angebote von ca. 150 bis 180 Stammbesucher*innen, überwiegend in der Altersspanne von 13 bis 20 Jahren.
Nach einem Brand im September 1995, der die Freizeitstätte fast vollständig zerstörte, wurde das Haus neu aufgestellt, seitdem ist Nils Naumann dabei, welcher vor vier Jahren die Leitung übernommen hat. In den vergangenen 30 Jahren konnte er viele Entwicklungen bei den jungen Menschen beobachten. Subkulturen, die sich verändern, neue gesellschaftliche Herausforderungen, die zunehmende Bedeutung neuer Medien, sowie die damit einhergehenden Veränderungen im Umgang miteinander. Veränderungen, auf die das Team der Freizeitstätten stetig reagieren muss. „Derzeit spüren wir beispielsweise noch die Nachwehen von Corona. Die heute 13 bis 15-Jährigen haben eine Zeit verpasst, in der man sich im gleichaltrigen Umfeld orientiert. Da haben wir noch die Nachwirkungen von diesen Isolationsgeschichten. Ein vertrauensvolles, durchgängiges Miteinander muss erst wieder neu aufgebaut werden. Auch die Aufmerksamkeitsspanne und die handwerklichen Fähigkeiten der Kinder haben sich in den letzten 10 Jahren sehr verändert – dafür sind die Fähigkeiten am Handy und in den Medien enorm aufgebaut worden“, so Naumann. Gegenangebote schaffen, die die jungen Menschen wieder miteinander verbinden, sowie einen zwanglosen Anreiz zu geben, individuelle Talente zu entdecken, zählt zu den Aufgaben vor Ort. Dies kann im kleinen Rahmen, wie beim Pokerspielen mit festen Regeln wie einem Smartphoneverbot passieren oder bei größeren Projekten wie hauseigenen Konzerten, die nicht nur gespielt sondern auch geplant und organisiert werden müssen. Besonders schön ist es dabei, die persönlichen Erfolge zu sehen. „Das Herbststurmfestival ist so ein Höhepunkt im Jahr, da fiebern hier alle drauf hin. In der ganzen Woche vorher engagieren sich hier alle eifrig, bauen das ganze Haus einmal um und arbeiten dann auch am Wochenende von mittags bis nachts - freiwillig. Und das mit einer wahnsinnigen Begeisterung. Mittlerweile müssen wir da kaum noch etwas machen, die jungen Leute wissen was sie tun, vernetzen und unterstützen sich. Das ist ganz großartig.“, so Naumann. Und wenn man dann beim ESC-schauen sagen kann: Ach guck mal, Lord Of The Lost, die hab ich in meiner Jugend bei einem Festival in Oldenburg betreut, dann ist das doch eine Erfahrung, an die man sich ein Leben lang erinnern wird.
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