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Politik und Schönheit12.01.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
[font=Bembo]Sich allerdings nur in den eigenen Kreisen über diese auszutauschen, ist am Ende nicht die Lösung des Problems. Stattdessen überlegte sie, wie man Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit schaffen kann. Der Film Inner Circle – Outer Circle, den sie jüngst mit Juan L Trujillo umsetzte, zeigt dabei Einblicke in die Leben von drei Menschen aus der Region, die über Erfahrungen mit Rassismus berichten, unter ihnen auch Suraj Mailitafi aus Oldenburg. Dies ist nur eine Form, in der sich die 62-Jährige öffentlich positioniert und ihre Stimme nutzt. So gründete sie mit weiteren Akteuren aus dem Nordwesten das Dekol-Netzwerk, um eine Anlaufstelle für BIPoC, also für Schwarze indigene und nicht-weiße Menschen, zu schaffen, um sich besser vernetzen zu können. Gerade im Flächen-land Niedersachsen sei dies besonders schwierig. Zu der Netzwerkarbeit gehört es, über Rassifizierung, strukturelle Diskriminierung und gesellschaft-liche Ungerechtigkeiten zu informieren. Ihr Antrieb, öffentlich zu diesen Themen zu arbeiten, geht bis in ihre Kindheit zurück. Aufgewachsen ist Wilma Nyari in einem Kinderheim und später in einem ländlichen, von Nonnen geführten Internat bevor sie in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Frankfurt lebte. Zu dieser Zeit wurde sie aktiv im kommunistischen Jugendbund und befasste sich unter anderem mit dem Werk von Karl Marx. „Das verstehe ich heute, glaube ich, besser als damals. Ich glaube, die globale Ungerechtigkeit ist dem kapitalistischen Wirtschafts-system geschuldet. Es geht um seltene Ressourcen und wirtschaftliche Interessen. Die Kämpfe um diese Ressourcen schaffen auf der einen Seite Wohlstand und Reichtum und auf der anderen katastrophale Lebensbedingungen.“, erklärt sie. Weil ihr in ihrer Kindheit viele Ungerechtigkeiten begegneten und Rassismus dabei eine zunehmende Rolle spielte, musste sie lernen, sich zu wehren. „Das hatte zur Folge, dass es Schläge und größere Gewalterfahrungen gab und man versucht hat, mich mundtot zu machen. Irgendwann war der Widerstand so groß in mir, dass man ihn nicht mehr brechen konnte. Das war auch der Grund, warum ich mich dann mit politischen und gesellschaftlichen Fragen auseinandergesetzt habe.“, erzählt die 62-Jährige. Nach Wilhelmshaven zog sie 2016, zum einen für ihre Gesundheit und dem Meer und zum anderen auch für die neuen Möglichkeiten. Doch die Stadt ist auch geprägt von ihrer kolonialistischen Geschichte und bietet viel Raum für historische Aufarbeitung und neue Denkanstöße, weshalb Wilma Nyari auch an der Gründung des Forums für koloniales Erbe Wilhelmshaven beteiligt war. Neben all dem politischen Engagement liebt sie auch die Kunst und insbesondere die Fotografie. Diese entdeckte sie auf Spaziergängen mit ihrem Hund für sich. Immer wieder boten sich in den vergangenen Jahren Ausstellungsflächen für ihre Arbeiten. So wird sie auch bei der World Press Fotoausstellung bei der „Spotlight Oldenburg“-Veranstaltung am 12.3. über ihre Fotografien, welche sich vor allem mit dem Licht beschäftigen, sprechen. Dieses würde sie besonders auf ihren Zugreisen faszinieren. „Hier im Norden hat mich von Sekunde 0 an das Licht fasziniert und die Entdeckung von dieser ganz anderen Form der Natur als in Frankfurt. Die Weite, die Farben und das Zusammenspiel von Himmel und Erde und Regen sowie die unmittelbare Wuchtigkeit des Windes und der Stürme. Das hat eine besondere Faszination auf mich.“, so die Künstlerin. In der Fotografie findet sie eine Schönheit, die den Gegenpol zu all den düsteren Themen bildet, mit denen sie sich sonst befasst.[/font][font=Bembo] [/font]
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