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Kreativer FREIraum?05.11.2025







Text und Fotos: Thea Drexhage

Zuvor war das, seit 2018 vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg verwaltete, Gebäude nur in den Sommermonaten nutzbar, denn eine Heizung gab es nicht. Finanziert wird dieses Vorhaben teils durch Förderungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der KfW, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Landessparkasse zu Oldenburg (ca. 1 Mio. Euro), die restlichen Kosten trägt die Stadt. Die Dauer der Umbaumaßnahmen sollten ursprünglich 1,5 Jahre betragen, eine sportliche Schätzung, die nicht eingehalten werden konnte. In die Verzögerung spielen gleich mehrere Faktoren: zu Beginn der Arbeiten wurde in der Halle ein starker Schädlingsbefall festgestellt, dessen Beseitigung viel Zeit in Anspruch nahm. Auch die Lieferung bestimmter Baumaterialien, wie der neuen Fenster, die optisch an den industriellen Stil der Halle angepasst sind, würden derzeit für Verzögerungen sorgen, wie Projektleiter Philipp Oerke erklärte. 2017 wurde die Halle durch eine große Demo der Creative Mass gerettet, statt ein kreativer Freiraum zu bleiben, sollte sie verkauft und zu einem inklusiven italienischen Restaurant umgewandelt werden. Die dafür nötigen Renovierungsarbeiten hätten aber das historische Bild der Halle nicht erhalten können. Der öffentliche Aufschrei zeigte Wirkung, so ging die Halle in die Verwaltung des Kulturbüros über und konnte seitdem niedrigschwellig für Ausstellungen, Vorträge oder andere Projekte genutzt werden. Frühere Nutzer*innen wie der Bau_Werk Verein äußerten den Wunsch, dass der industrielle Charme der Halle, die einst eine Maschinenschlosserei war, erhalten werden solle. Dies scheint bei den Modernisierungsarbeiten gut zu gelingen. Alte Holzbalken liegen offen, eine Fußbodenheizung wurde unter einem neuen, aber dennoch rauen, strapazierfähigen Boden verlegt, die originalen Fenster, die in Richtung Exerzierhalle zeigen, bleiben erhalten und werden im Inneren durch eine zweite Reihe neuer Fenster ergänzt. Die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite sind neu, passen sich aber optisch an die Halle an. Die dazugehörige Wand wird gedämmt, während die Wand in Richtung Exerzierhalle ihre freiliegende Ziegeloptik behalten darf. Dazu kommen Solaranlage samt 20KW Batteriespeicher und Wärmepumpe. Durch diese Maßnahmen erreicht die Halle den Energiestandard KFWEG70EE, was bedeutet, dass die Halle nun 56% weniger Primärenergieverbrauch hat, als die KfW es für Denkmäler vorsieht. Dazu kommen außerdem eine kleine Küche sowie neue Sanitäranlagen.
„Es ist echt toll, wie sehr die Stadt und das Land, die Politik und die Verwaltung sich reingehängt und mit den besten Mitteln und wirklich viel Herzblut denkmalgerecht saniert haben. Das weiß ich und das wissen wir sehr zu schätzen. Was bei den bisherigen Maßnahmen nicht gelöst und nun als Fragestellung an die zukünftigen Nutzer der Halle herangetragen wurde, sind praktische Konzepte für Ausstellungssysteme und Lösungen für die Abdunkelung des Raumes“, wie Innenarchitektin und Mitbegründerin von Creative Mass, Katharina Semling, anmerkt. Ihre eigentliche Befürchtung liegt aber in der Aussicht, dass die Alte Maschinenhalle von Nutzung wie Mietregelung ein “PFL 2.0” wird. Einer der Hauptgründe für sie 2017, mit Creative Mass auf die Straße zu gehen, war es, FREI RÄUME für Kreative zu erhalten, in denen sich kreativ und möglichst kostenfrei ausprobiert werden kann. Ob und wie viel die Halle zukünftig für Nutzer*innen kosten wird, muss noch beschlossen werden.„Vorher war es so, dass man sich den Schlüssel abgeholt und die Halle genutzt hat, solange wie es temperaturmäßig aushaltbar war. Nun haben wir, bei aller Energieeffizienz, Kosten.“, erklärt Holger Denckmann, Dezernent für Kultur, Schule, Sport und Gebäudewirtschaft. Dennoch wolle man die kreative Szene nicht mit hohen Nutzungsgebühren aufwühlen. Denkbar wäre eine gestaffelte Gebührenordnung für verschiedene Nutzungsgruppen wie sie auch im PFL angewendet wird, doch eine endgültige Abstimmung mit der Politik darüber steht noch aus. Katharina Semling wünscht sich, dass die Nutzung kostenfrei bleibt, oder zumindest neue Ideen gedacht werden, wie der Zugang niedrigschwellig gehalten werden kann. Ein Soliprinzip wäre denkbar, zum Beispiel, das etablierte Nutzerinnen freiwillig mehr zahlen könnten und damit die Nutzung der Halle für Projekte mit weniger Budget mitfinanzieren. Zudem schließt an die vordere, ca. 200 Quadratmeter große Halle noch eine weitere, ca. halb so große Halle an. Diese wird derzeit nicht saniert und dort wäre eine Nutzung, wie sie bisher stattgefunden hat, vielleicht möglich. „Aber für Mietkosten sind wir damals nicht auf die Straße gegangen. Freiraum bedeutet ja nicht nur, dass der Raum da ist, sondern auch, dass er frei von Entgelt ist.“, so Semling. Es sind also noch nicht alle Entscheidungen bezüglich der Alten Maschinenhalle am Pferdemarkt gefallen und auch, wann genau geöffnet werden kann, steht noch nicht fest, es soll aber noch 2026 passieren.

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