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Für die Ungesehenen22.10.2025
Text: Thea Drexhage Foto: Timo Vogt
LIN befasst sich mit Menschen, mit Menschenrechten, mit denen, die durch das Raster fallen oder schlichtweg übersehen werden. Es werden ernste Themen beim Namen genannt, statt sie in vage Metaphern und süßliche Melodien zu verpacken. Einer der neuen Songs trägt den Titel „Jin* Jiyan Azadi“ – Frau, Leben, Freiheit – einem, aus dem kurdischen stammenden Schlachtruf, der mittlerweile international für Befreiungskämpfe von Frauen heraus aus unterdrückenden und patriarchalen Strukturen[font=Bembo] [/font]genutzt wird. Gemeinsam aufgenommen mit den Musikerinnen Faravaz, Sookee und Hanie soll das Lied die Kämpfe der Frauen, die im Iran, in Afghanistan und Kurdistan noch immer andauern, weiterhin sichtbar machen, denn der mediale Aufschrei ist doch längst wieder verstummt. Während die meisten Songs von LIN auf englisch aufgenommen werden, enthält dieser auch deutschsprachige Zeilen. Die jüngste Single „Feminicide“ klingt ungewohnt düster, bei diesem Thema gibt es auch kaum eine andere Möglichkeit. LIN findet gemeinsam mit LIZZN klare Worte, die die Lebensrealität einer Frau, die Bedrohung durch männlich ausgeübte Gewalt, widerspiegeln mit der nachdrücklichen Aufforderung an die Männer, doch bitte sich selbst und ihre Söhne aufzuklären.
Doch in den Songs hört es nicht auf. LIN nutzt die durch Social Media gebotenen Möglichkeiten, um sich zu positionieren, ihre Gedanken zu teilen und um weitere Hintergrundinfos zu den Messages, die sie in ihren Songs verbreitet zu teilen. Was ist ein Femizid? Wie hoch sind die Zahlen? Warum geht uns das alle an? Und welche Fortschritte gibt es vielleicht auch? Mit zunehmenden öffentlichen Konflikten, Debatten und Kriegen wird auch die Musik politischer, was auch in der Kultur eine neue Debatte auslöst. Während die einen politikfreie, neutrale Kunst fordern ziehen andere Fans ihre Lieblingsacts immer mehr zur Verantwortung und fordern Stellungnahmen und Positionierungen. Zumindest bei LIN dürften diesbezüglich keine Fragen offen bleiben. Musikalisch kann man LIN als One-Woman-Band betrachten. Sie arbeitet mit Schlagzeug, Synthies, Gitarre und Bass und verarbeitet diese Elemente mittels Loop-Station zu ihren Songs, live auch gern unter Einbeziehung des Publikums, was die Songs immer wieder in ein neues Gewand hüllt und jedes Konzert zu einem Erlebnis macht. LINs musikalische Wurzeln liegen dabei eher im Folk- und Popbereich, war sie doch sieben Jahre im Duo Bender und Schillinger unterwegs. Das Interesse für die verschiedenen Instrumente entdeckte sie schon in ihrer Kindheit – Klavier, Schlagzeug, Gitarre wurden erprobt und später durch den Gesang ergänzt. All diese Elemente nutzt sie nun, um sich solo gänzlich frei musikalisch zu entfalten.
Im nächsten Jahr geht LIN mit ihrem neuen Material auf Tour und macht unter anderem in Bremen (10.4.) und Hamburg (8.4.) Halt
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