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Von Critters und Androiden27.08.2025



Text: Horst E. Weger Foto: Pressefoto Filmfest Oldenburg


Da punktet der in Roger Cormans Lowbudget-Produktionen geschulte Schauspieler in der Rolle des Provinzlers Charlie McFadden, der als Angestellter auf einer Farm in Kansas zunächst ganz gerne mal einen übern Durst trinkt, bis er außerirdischen Kreaturen begegnet. Diese kleinen pelzigen Monster, Critters genannt, waren ursprünglich zur Überführung in den Sicherheitstrakt eines Gefangenenasteroiden vorgesehen, konnten ihren galaktischen Bewachern aber entkommen – und hauen die scharfen Beißerchen jetzt auf der Erde fresslustig in Autositze oder weidende Rinder, bald fallen selbst Menschen ihrem Appetit zum Opfer. Gemeinsam mit unverhofft aus dem All auftauchenden Critters-Jägern gelingt es den Farmern, die nimmersatten Minis zu dezimieren – und McFadden schließt sich im Finale des ersten Teils den außerirdischen Kopfgeldjägern an, um auch weiterhin gegen Critters vorzugehen. Produziert wurden die insgesamt vier Filme zwischen 1986 und ´92 stets von Dons Bruder Barry, der ebenfalls die Corman´sche New World-Schmiede absolviert hatte. Bereits Jahre vor den „Critters“-Erfolgen fiel den Opper-Brüdern anno 1982 das Script zum SciFi-Projekt „Der Android“ in die Hände – und Produzent Barry konnte nicht nur Cormann-Regietalent Aaron Lipstadt dafür gewinnen, sondern auch dem eigenen Bruder zu dessen erster großen Rolle verhelfen: An der Seite von Klaus Kinskis genial-verrücktem Wissenschaftler Dr. Daniel spielt Don Opper den Androiden Max 404. Nachdem der Doktor an Bord einer seit langem verlassenen Raumstation zunächst Max erschaffen mochte, forscht er jetzt an einer weiblichen Variante. Gestört wird das Cassandra-Experiment, als von der Erde entwichene Sträflinge, zwei Männer und eine Frau, vor Ort Zuflucht suchen. Die Neuankömmlinge bemerken bald, dass Max kein Mensch ist – und man verständigt sich darauf, ihn zur Erde mitzunehmen, wo die Konstruktion von Androiden bislang strikt verboten ist. Da Max weiß, dass der Doktor ihn zerstören würde, sobald Cassandra funktioniert, und er schon seit langem damit liebäugelt, die Raumstation gen Erde verlassen zu können, paktiert er mit dem Sträflings-Trio. Derweil kennt der Doktor erst recht keine Skrupel, sein Cassandra-Projekt zu Ende zu bringen - und hernach den friedliebenden Max zum Killer umzuprogrammieren, um ihn auf die lästigen Besucher anzusetzen. Dass er den Willen seiner beiden Schöpfungen unterschätzt, wird Dr. Daniel dann aber zum Verhängnis.
Da New World-Strippenzieher Corman vom kommerziellen Erfolg der innerhalb von 20 Tagen produzierten SciFi-Mär aber keineswegs überzeugt war, musste man ihm die Rechte abkaufen, bevor das „Android“-Team endlich die Kinopremiere ins Auge fassen durften. Die Kritiken fielen enthusiastisch aus, Don Oppers Verkörperung eines Androiden, der abends Humphrey-Bogart-Posen einstudiert, um das Leben auf der Erde nur ja richtig zu treffen, erntete international Zustimmung.
In „Slam Dance“, jenem NeoNoir-Thriller des gebürtigen Hongkong-Chinesen und Wahl-Amerikaners Wayne Wang, gelang es Don Opper anno 1987 erneut, seine Nebenrolle des melancholischen Killers Buddy so überragend zu spielen, dass dieser Part von Kritikern als emotionales Zentrum des Films empfunden und gewürdigt wurde. Neben zwei Folgen aus der „Critters“-Reihe besteht die seltene Chance für Genrefilmfans sowohl den NeoNoir-Thriller „Slam Dance“ als auch Don Oppers Schauspielerdebüt in der SciFi-Mär „Der Android“ im Rahmen des Oldenburger Filmfests auf der großen Leinwand bestaunen zu können. Es lohnt sich.

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