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Zeit die Heimanlage aufzudrehen23.03.2021







Lockdown-Benefizkonzerte bieten Oldenburger Akteuren eine Bühne


Zum Glück gibt es das Internet. Das sollte allen im letzten Jahr klar geworden sein. Doch nicht nur zum Onlineshopping taugt dieses Konstrukt der Millionen Möglichkeiten, wenn das öffentliche Leben stillsteht, sondern eben auch, um Kultur erlebbar zu machen, so gut es eben geht. Bei den Lockdown-Benefizkonzerten von Boese Events soll es genau daraum gehen. Sieben Oldenburger Künstler*innen und sieben Oldenburger Clubs, welche für diese Pate stehen, wurden ausgewählt, um die lebendige Oldenburger Musikszene im Netz zu repräsentieren und bestenfalls durch Spenden ein bisschen Geld für die Teilnehmenden zu sammeln.
Konzertstreaming ist ein Konzept, dass sich im letzten Jahr aus der Not heraus geboren, immer größerer Beliebtheit erfreut und vor dem auch große internationale Künstler*innen nicht mehr zurückstrecken. Dennoch ist es eben doch Neuland für viele. Captain Piff and the first Mates werden beispielsweise am 30.03. ihr Streamingdebüt vor den Augen und Ohren der Onlinegesellschaft geben. „Das ist unser erstes Streamingkonzert. Mit den Kameras und dem Sound usw. wird das eine ganz neue Erfahrung Mal schauen, wie das so wird. Wenn wir es schaffen können eine Probenatmosphäre wird, dann stelle ich mir das ganz gut vor.“, verrät Sänger Piet, auch, wenn er dem Streamingkonzept anfangs kritisch gegenüberstand: „Die Sache ist cool, sonst hätten wir da auch gar nicht gemacht. Die ersten Verzweiflungstaten dieser Bands im Stream fand ich schwierig. Wenn es keine Kultur geben darf, dann halt dich halt kurz zurück, denn Kunst ist ja auch etwas wert. Irgendwann kamen dann ja auch coole Konzepte dazu, wie bspw. In Bremen der Club 100. Das sind dann ja wirklich geile Sachen.“ Neben alt erprobten Material wird die Band auch eine Überraschung im Gepäck haben. Besonders freut sich Piet über die Patenschaft durch das Polyester, wo die Band das Release ihres Debütalbums feierte. Auch Stefan Mühlhaus vom Polyester erinnert sich gut an diesen Abend. „Damals ist der Laden aus allen Nähten geplatzt. Die Jungs machen richtig stimmunsgvolle 60s Rockmusik, da stehe ich total drauf.“ Nach einem turbulenten Jahr voller Absagen und Verschiebungen fallen dem Clubbetreiber Planungen zukünftiger Konzerte schwer. Die Streamingkonzerte hält er jedoch für eine gute Sache und hat selbst in der Vergangenheit schon das ein oder andere DJ-Set ins Netz geschickt. „Man sieht dann schon, dass man einige Menge Menschen erreicht, vielleicht auch mehr, als wir sonst hier in den Club lassen könnte. Diese Lockdownkonzerte sind für Oldenburg eine ganz tolle Sache. Es ist schön, dass Bands, die Oldenburger Wurzeln haben da gefördert werden.“ Mühlheim hat auch einen Tipp, wie so ein Konzerterlebnis daheim ein gutes Erlebnis werden kann: „Schaut die Sachen nicht auf einem Smartphone, das ist strafbar! Man sollte das schon auf dem Fernseher schauen, bestenfalls mit richtigen Boxen und richtig laut. Das bleibt ja trotz allem Live-Musik.“
Dieser Tipp gilt sicher nicht nur für Captain Piff and the First Mates, sondern auch für Punkband Bitume, die am 25.3. mit der Patenschaft vom Charly’s auftreten. Auch für sie ist Streaming absolutes Neuland, dafür erinnern sie sich umso besser an ihr letztes Konzert kurz vor dem Lockdown: „Unser letztes Konzert hatten wir im März im Hamburg, da war Corona schon zu spüren. Manche wollte schon nicht mehr die Hand geben, aber man wusste eben noch nicht, was das war.“ Nun ist alles anders, aber zumindest um das Hände schütteln muss man sich bei einem Streaminggig keine Sorgen machen. „Ich finde den Ansatz mit dem Streamingkonzert echt gut. Es gibt Bands und die Patenclubs, die Mischer kriegen auch etwas. Dabei geht es nicht nur um die Musiker, sondern die kompletten Strukturen.
Wir haben zwar noch nie ein Streamingkonzert gespielt, es war ja auch nicht notwendig, aber ich weiß, dass wir das gut hinkriegen werden. Die Probe war gut“, sagt Sänger Christian Maasland. Und eine willkommene Abwechslung ist das Konzert allemal, denn statt live zu spielen, hat die Band das vergangene Jahr zum Schreiben einer neuen Platte genutzt. Möglich gemacht werden diese Veranstaltungen von Boese Events und Yeo. Maik Böse liegt es dabei besonders am Herzen, dass die Beteiligten in jedem Falle entlohnt werden. „Durch  Fördergelder kriegen die Musiker ihre Gage. Jeder der auf der Bühne steht, wird also auf jeden Fall entlohnt, schließlich ist es ja auch eine wertige Show, die da geboten wird. Die Spenden sind dann ein Ad-On.“ Letztere gehen zu 100% an Musiker und Clubs, bereichern möchte sich Böse an dieser Aktion nicht. Ihm ist es wichtig, die Kultur in Oldenburg weiterhin am Leben zu halten. Schon im Sommer gelang dies mit den Picknickkonzerten hervorragend, das Streaming hingegen ließ er lange aus. „Ich habe mir selbst einige Streamingkonzerte angeschaut und irgendwann hat es dann Klick gemacht. Nun beschäftige ich mich schon seit einigen Monaten quasi täglich mit dem Thema. Ich muss zugeben, dass ich vor einem halben Jahr, als mir mein Kollege Sebastian Fröhlich vom Studio B von der Streamingidee vorschwärmte, noch nicht so ganz überzeugt war. Ich bin eher skeptisch. Ich bin jemand, der bei Live-Musik auch die Atmosphäre braucht und mir gar nicht vorstellen konnte, dass dieses Streamingformat sexy ist. Mittlerweile habe ich mich aber in das Format reingelebt und denke, dass das aktuell eine sehr gute Alternative ist.“ Doch für den Sommer hofft Maik Böse wieder auf richtige Konzerte und plant, zumindest die Picknickkonzerte wieder durchführen zu können und vielleicht sogar ein bisschen mehr: „Ich wünsche mir vom Bund, dass es beispielsweise Entschädigungen für entfallene Veranstaltungen gibt, einfach, damit man wieder mutiger planen kann. Das ist ja die ganze Zeit im Gespräch. Mit mehr Sicherheit und Absicherung, wie es bspw. In Holland ist, hat man natürlich ganz andere Möglichkeiten.“

Text und Foto: Thea Drexhage


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