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Sandkrug diskutiert weiter über Bau eines Bio-Legehennenstalls07.08.2019





Text und Foto  |  Christoph Kienemann
Bio klingt gut, 18.000 Legehennen klingt nach Massentierhaltung. Das Vorhaben eines Sandkruger Landwirtes, an seiner Hofstelle einen Stall für 18.000 Legehennen zu bauen, führt weiter zu kontroversen Diskussionen in der Gemeinde. Viele BürgerInnen lehnen das Vorhaben ab, im Gemeinderat stand man dem Vorhaben bisher positiv gegenüber.
Über 200 BürgerInnen aus Sandkrug und Umgebung fanden sich auf dem Hof der Familie Bolling ein, um sich über den geplanten Bau eines Legehennenstalls zu informieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von der SPD-Fraktion im Hattener Gemeinderat. Auf dem Podium saßen neben Landwirt Rainer Bolling, der Hattener Bürgermeister Christian Pundt, Günter Kuhnt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und weitere Vertreter der Gemeindeverwaltung. Landwirt Bolling will an seinem Hof einen Legehennenstall für 18.000 Tiere errichten, hinzu käme eine Freilauffläche von 11 Hektar. Die Anlage soll nach dem Standard der EU-Bioverordnung betrieben werden. Viele BürgerInnen sehen das Projekt kritisch, sie befürchten stärkere Belastungen für die Umwelt, die AnwohnerInnen oder lehnen die Anlage als Form der Massentierhaltung ab. Zudem gab es starke Kritik am Vorgehen der Verwaltung, diese habe nicht ausreichend über das Projekt informiert. Ihre Kritik brachten die BürgerInnen ebenfalls während der Veranstaltung am Hof Bolling vor.
Verwaltung und Landwirt versuchten derweil, die Kritikpunkte zu entkräften. Man habe 2012 beschlossen, das neue Stallanlagen an bestehenden Hofställen angesiedelt werden sollen, um eine Zersiedelung der Landschaft zu verhindern, erklärte Bürgermeister Christian Pundt. Im Mai habe Rainer Bolling seine Pläne dem zuständigen Ausschuss des Gemeinderates vorgestellt und dieser habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, so Pundt weiter. Die Kritik eines intransparenten Verfahrens wies er zurück: „Wir beraten nicht hinter dem Rücken der Menschen und es gab keine Kungelei.“ Man habe umfangreich informiert und die Gemeinde mache mehr als rechtlich notwendig, erklärte Pundt zudem gegenüber DIABOLO. Die Gemeinde hat derweil bereits zahlreiche Eingaben zum Verfahren erhalten, wird die Frist aber jetzt um zwei weitere Wochen verlängern. Die Eingaben sollen dann im Gemeinderat diskutiert werden, bevor eine Entscheidung zur Aufstellung des Bebauungsplanes getroffen wird. Landwirt Rainer Bolling will mit dem Vorhaben die Zukunft seines Betriebes sichern. Er zeigte sich überzeugt, dass das Vorhaben sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll sei. Bolling betreibt an seinem Hof in Sandkrug derzeit eine Schweinemast und eine Biogasanlage. Günter Kuhnt, Leiter Bezirksstelle Oldenburg-Süd der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, sieht dies ähnlich. Man stehe seit langem mit dem Landwirt in Kontakt und man sei sich der Sensibilität des Standortes bewusst, so Kuhnt. Die Planung habe daher auch zum Ziel, die Emissionen des Betriebes zu senken.
Letzteres soll dadurch erreicht werden, indem der bestehende Schweinestall mit einer Filteranlage ausgestattet werden soll. Die Wirksamkeit solcher Anlagen wurde zuletzt jedoch von einer Studie der niederländischen Universität Wageningen in Zweifel gezogen. Demnach leisten Filter und insbesondere Kombi-Luftwäscher nicht die vorab berechnete Geruchs-Reduzierung. Das niederländische Ministerium für Infrastruktur reduzierte nach dieser Effizienz-Untersuchung von Filtersystemen die Werte für die tatsächlich eingehaltene Immissions-Reduzierung drastisch nach unten: für chemische Luftwäsche wurden die Werte von bisher 70-80% auf nunmehr 30% reduziert, die entsprechenden Werte für Bio-Luftwäscher von bisher 75-85% auf 45%. Studien zu den Auswirkungen von Emissionen von Geflügelställen auf Menschen ergaben zudem, dass Risiken für die Gesundheit bestehen, insbesondere erkranken Menschen in der Nähe von Geflügelställen häufiger an Lungenentzündungen.

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