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Klinikmorde28.01.2019



Text: Michael Richter

Der erste Zeuge am Dienstag war der ehemalige Krankenpfleger Lauxtermann. Er sprach erstmals direkt die Problematik an und machte ehemaligen Kollegen aus dem Klinikum Oldenburg deutliche Vorwürfe. Dass spätestens Ende 2001 die Stimmung gegenüber Niels Högel eindeutig war, stellte er schonungslos dar. Er bestätigte mehrere Vorfälle auf der Kardiointensivstation, die vielen bekannt gewesen sein mussten. Dass seine Haltung von der Klinik nicht begrüßt wurde, gipfelte dann in einem persönlichen Besuch eines Rechtsanwaltes aus Frankfurt. Dieser habe ihm aber nur beratend zur Seite stehen wollen, so der Zeuge.
Die Zeugenbefragung wurde anschließend durch Dr. Horst, damals leitender Oberarzt der Herzchirurgie, noch negativer. Dr. Horst stellte fest, dass ihm Nils Högel eigentlich nicht bekannt sei. Er hatte sich dann mal ein Bild von ihm zeigen lassen, da er mit ihm nie zu tun hatte. Auch an Besprechungen und Kollegenaussagen zu der damaligen Problematik auf der Station 211 habe sich Dr. Horst nicht erinnert. Im Ergebnis war Dr. Horst, als stellvertretender Chef der Herzchirurgie nach Prof. Dapunt, über nichts informiert. Dies führte bei allen Anwesenden und dem Vorsitzenden Richter Bührmann zu Unglauben. Richter Bührmann verlangte daher von Dr. Horst die Abgabe des Eides.
Mit der weiteren Befragung vom Zeugen Lauxtermann wurde dieser Verhandlungstag beendet.  Der Zeuge war um Glaubwürdigkeit bemüht, es wurden diverse private sms und emails von Lauxtermann verlesen. Hier wurde deutlich, dass die Problematik Nils Högel unter den Stationskollegen bekannt war und Dr. Horst von den Kollegengesprächen gewusst haben müsste.
Auch am darauffolgenden Mittwoch war das Zuschauerinteresse deutlich. Der erste Zeuge Kappernagel, wurde lange und intensiv befragt. Kappernagel war und ist aktuell noch stellv. Stationsleiter der Kardiointensivstation. Seine ablehnende Haltung, die sich in völligem Unwissen darstellte, führte zu mehreren Eklats. Staatsanwaltschaft, einige Rechtsanwälte, Nebenkläger und Publikum äußerten ihre Verärgerung. Auch bei diesem Zeugen verlangte der Vorsitzende Richter schließlich die Abgabe des Eides.
Die Befragung des 2. Zeugen Krieger, als Kollege und ehemaliger Freund, brachte keine neuen Erkenntnisse und wurden hier abgebrochen. Ebenso ergaben sich bei der Befragung des 3. Zeugen, Behrmann, keine neuen Erkenntnisse. Da der Zeuge Lauxtermann in seiner Befragung gegenüber Behrmann deutliche Anschuldigungen erhob, kam es zu parallelen Befragungen. Auch beim Zeugen Behrmann soll es gegenüber Patienten zu Übergriffen gekommen sein, die aber nicht Gegenstand im Fall Niels Högel waren. So wurde dieser Zeuge Behrmann ohne Vereidigung entlassen. Die Öffentlichkeit wurde für den Nachmittag ausgeschlossen, sodass die beiden Prozesstage hier ihr Ende fanden.

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