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Wochenzeitung DIABOLO:
Lachhafte Zeiten?
Oldenburger Kabarett-Tage 2019 vom 17.1. bis 22.2.1919.12.2018



Text  |  Horst E. Wegener
Foto: [font=SheepSans, Arial, Verdana, Tahoma]Anja Limbrunner[/font]

„Wenn Menschen empört sind oder enttäuscht, gehen sie auf die Straße und skandieren öffentlich“, heißt es im Intro zu den demnächst wieder stattfindenden Kabarett-Tagen in Oldenburg. Und das Intro ergänzt, so richtig dies Verhalten sein mag, dass die Art und Weise, wie sich öffentlicher Protest im vergangenen Sommer in Chemnitz und andernorts mitunter Bahn brach, „ein Problem“ zu Tage förderte.
Umso wichtiger mag uns da die Macht und Bandbreite von altgedienten Politkabarett-Spürnasen vorkommen, mit ihrer Fähigkeit, Missstände wortgewaltig zu sezieren und sie auf den Punkt zu bringen. Schier unvorstellbar, dass es Menschen hierzulande geben könnte, die Angst vor Humor haben, weshalb sie über politisch Korrektes partout nicht lachen wollen. In den Polit-Kabaretts, die in der Huntestadt ab dem 17. Januar bis hin zum 22. Februar 2019 ins Rampenlicht bugsiert werden, wird man uns mit Sicherheit Situationen vorbeten, die definitiv nicht lustig sind: Islamischer Staat, Flüchtlingskrise, Pegida – die in Sachsen haben Angst vor Menschen mit einer anderen Sprache, bekommen wir in Bühnenshows wie „Ausnahmezustand“ erläutert. Das Ziel der um unsere Aufmerksamkeit buhlenden Vollblut-Entertainer zielt während der zum 24. Mal im Unikum und in der Kulturetage stattfindenden Kabarett-Tage stets darauf ab, auch solch ernste Themen so zu betrachten, dass wir darüber möglichst solange lachen können, bis es uns im Halse stecken bleibt!
Unglaublich wie schnell sich das Rad der Geschichte dreht, wie kurzlebig manche Themen sind. Wer in diesem Monat vor nur einem Jahr eine Christian Lindner-Parodie ins Repertoire aufnahm, durfte die erarbeitete Jamaika-Koalition bereits vier Wochen später in die Tonne treten. Und was soll jetzt nur aus all den Merkel-Interpreten werden, die nach dem kürzlich angekündigten Rücktritt der ewigen Kanzlerin auf AKK umschulen müssten? Wer sich aufs Parodieren der Sozen spezialisiert hatte, ist angesichts des permanenten Auswechselns selbst hoher Spitzenfunktionäre zweifelsohne besser dran – gar keine Frage! Dennoch: Mit Blick auf all die Rechtspopulisten auf der Welt, bleibt die Zukunft der Menschheit insgesamt so spannend, wie man an ihr zugleich mehr und mehr verzweifeln könnte. Auch deshalb ist und bleibt Haltung gefragt. Deutscher Humor, wie er durch die Comedians im Privat-Fernsehen feilgeboten wird, sollten wir bei altgedienten Kabarettisten wie Matthias Deutschmann, dessen „Wie sagen wir’s dem Volk?“ die Programmschiene in der Kulturetage am 27. Januar eröffnen darf, nicht erwarten. Zum Auftakt heißt es am 17. Januar im Unikum bei Sebastian 23: „Endlich erfolglos“. Und dann geht es Schlag auf Schlag weiter, gilt es bis weit in den Februar hinein die Faustregel zu beherzigen, dass die Bestätigung des Stereotyps fast immer die Pointe ist. Alles andere driftet ins Klamaukige ab. Als genial entpuppen sich obendrein all jene, die Klischees ansprechen, nur um sie anschließend zu atomisieren. In diesem Sinne…
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