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Wochenzeitung DIABOLO:
Serie: Künstler von Hier
11 Fragen an … Gennady Karabinskiy29.11.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Serie: Künstler von Hier <br />11 Fragen an … Gennady Karabinskiy

interview und foto  |  Karin Peters

Gennady Karabinskiy ist nicht nur „ein bisschen Künstler“. Für den 1955 in Weißrussland geborenen Maler ist diese Passion unbedingter Lebenszweck. Sie ist  Ausdruck seiner im jüdischen Weltbild verwurzelten Identität und einer zärtlichen, zutiefst empfundenen Menschenliebe, die in all ihren Schattierungen Hoffnung macht auf eine bessere, humane Welt. Der direkte Blickkontakt und Dialog zwischen Bild und Betrachter ist dem Künstler wichtig. Große, fragende Augen als Spiegel der Seele kennzeichnen seine Portraits, ob im pointierten Tuschestrich oder der oppulenten Ölmalerei. Seine Bildersprache ist voller Poesie, kraftvoll und nuanciert in ihren Farben und Symbolen. Ganz unmittelbar erzählt sie von menschlichen Gefühlen, die nicht nur „gesehen“ sondern auch „verstanden“ werden wollen. Karabinskiy hat Bildende Kunst in St. Petersburg studiert. Aus politischen Gründen siedelte er 2004 zusammen mit seiner Frau Sofia nach Deutschland um. Inzwischen bekommt er die Realität des wieder aufkeimenden Antisemitismus leider auch hier zu spüren, „das ist für mich sehr traurig und enttäuschend.“ Nichtsdestotrotz  arbeitet er mit ungebremster Leidenschaft weiter an seinem Gesamtwerk. „Mein Leben reicht kaum aus für alle Themen“, so der freischaffende Maler. Es entstehen bis zu 200 Bilder pro Jahr. Seit 2005 ist er Mitglied im Bund Bildender Künstler Oldenburg. Im In- und Ausland hat er sich längst einen Namen gemacht. Viele seiner Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, von Russland über Deutschland und das europäische Ausland bis hin zu Israel, USA und Japan.

DIABOLO: Wie sind Sie zu Ihrer Kunst gekommen?
Karabinskiy: Wenn ich mich zurückerinnere hat alles mit Plastilin angefangen: ich formte ständig als Kind Figuren daraus. Dann malte ich mit allen verfügbaren Mitteln. Und so geht es weiter bis heute … dazwischen habe ich Vieles dank meiner Lehrer und dank meines Bedürfnisses so gut wie möglich zu malen gelernt.
DIABOLO: Was möchten Sie mit Ihrer Kunst bewirken?
Karabinskiy: Ich möchte bewirken, dass der Mensch immer ein Mensch bleibt.
DIABOLO: Mit welchen Themen setzen Sie sich auseinander?
Karabinskiy: Es ist mir wichtig, die Tradition der jüdischen Kultur des Denkens und des Bildes, die jüdische Vorstellung von Ästhetik und Harmonie des Judentums in meinen Werken zu bewahren, zu  übertragen und fortzusetzen.
DIABOLO: Wo und wie arbeiten Sie?
Karabinskiy: Ich bin ein Maler, der jeden Tag von morgens bis abends mit Öl- und Temperafarben, mit Acrylfarben und mit Tusche, mit Ölkreide und in Lithografie, mit Spachtel und Pinsel, Finger und Feder malt. Um zu  malen, brauche ich keine spezielle so genannte Inspiration, ich brauche nur Zeit, um meine Gefühle und Gedanken in Bilder zu verwandeln und das auf die Leinwand oder den Karton zu übertragen.
DIABOLO: Ihre kreative Eigen-Art?
Karabinskiy: Ich fühle mich dem poetischen Symbolismus im Postimpressionismus besonders zugehörig.
DIABOLO: Ein Höhepunkt in Ihrer bisherigen Arbeit?
Karabinskiy: Ich weiß noch nicht, was das bedeutet - „ein Höhepunkt“ ...wer kann das bestimmen? Bis heute habe ich meine Werke bei etwa 200 Ausstellungen präsentiert und jede Ausstellung ist mir wichtig. Ich hoffe, ich habe meinen künstlerischen Zenit noch nicht erreicht.
DIABOLO: Ein aktuelles Projekt?
Karabinskiy: Das Leben ist mein aktuelles Projekt. Ich kann mir mein Leben ohne  zu malen nicht vorstellen.
DIABOLO: Wo ist Ihre Kunst zu sehen?
Karabinskiy: Aktuell, am 2. Advent, präsentiere ich rund 60 Ölgemälde auf Leinwand und Karton von 11 bis 16 Uhr in der Halle des Hauses des SpOrts, in der Achternmeerstraße 16, Hundsmühlen. Auch sind meine Bilder bei Ausstellungen in den Galerien und in den privaten Sammlungen der Menschen zu sehen, die  humanistische Kunst schätzen. In Oldenburg in der Kunstgalerie Barbara Tamm, in Jade in der Galerie Schönhof und an anderen Plätzen.
DIABOLO: Was bedeutet Erfolg für Sie?
Karabinskiy: Erfolg ist für mich zum Beispiel, einen Dialog mit den Zuschauern zu führen, der es ermöglicht, einander besser zu verstehen.
DIABOLO: Wie lebt es sich als Künstler in Oldenburg?
Karabinskiy: Für mich als Künstler ist eine Stadt wie Oldenburg perfekt für die Arbeit: sicher, ruhig, bequem! Ich fühle mich wohl hier.
DIABOLO: Ein Wunsch, ein Plan, eine Vision?
Karabinskiy: Ich wünsche mir und uns allen, dass die Menschen aufhören, einander zu hassen.

Kontakt: www.karabinskiy.eu

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