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Wochenzeitung DIABOLO:
Sookee
Konzert oder politischer Aufstand?08.11.2018

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Sookee<br />Konzert oder politischer Aufstand?

text  |  raphael siems

„Eure Tortendiagramme sollten in der Storch ihr Gesicht landen“, schlägt die Rapperin vor, wenn sie in ihrem Song „Q1“ ihren Unmut hinsichtlich neuer Wahlen beschreibt. Für die bald 35-Jährige ist Rap weit mehr als nur eine Musikrichtung. Sie nutzt das Genre als Plattform, um politische Statements zu setzen.

Sookee, oder eigentlich Nora Hantzsch, nimmt in keinem ihrer Songs ein Blatt vor den Mund. Als Aktivistin der Queer-Szene thematisiert sie vor allem Dinge, die von Teilen der Gesellschaft als Norm angesehen werden, die ihrer Meinung nach jedoch dringend überdacht werden sollten. Dies reicht von der in Jugendkulturen verbreitete Problematik, man gelte nur als „cool“, wenn man die gängige Markenkleidung trägt („Wenn du inhaltlich keine Relevanz hast, geht es darum, wie du aussiehst, was du anhast“) bis hin zu Rassismus im Allgemeinen und Diskriminierung gegenüber homosexuellen Menschen. Gerade letzteres stellt einen wesentlichen Schwerpunkt innerhalb ihrer Texte dar. Mit dem Song „Queere Tiere“, erschienen auf dem aktuellen Album „Mortem & Makeup“, ruft die Rapperin etwa dazu auf, die Menschen hinsichtlich ihrer sexuellen Bedürfnisse öfter mal mit der Tierwelt zu vergleichen. Sie zählt dort diverse Beispiele auf, inwiefern die Tiere des Urwaldes und der Meere (wortwörtlich) verkehren, und versucht somit zu vermitteln, dass es keineswegs wider der Natur ist, homosexuell zu sein. Wer die Liebe nicht liebt, heißt es außerdem in „Der Schrank“ – anderer Song, selbes Album – habe sie selber nicht verdient. Dass die Musikerin damit die Aufmerksamkeit erlangt, die sie möchte, liegt jedoch nur zum Teil an ihren radikalen Aussagen. Nicht zuletzt durch das Studium germanistischer Linguistik (u.a.) weiß sie auch entsprechend mit Rhetorik umzugehen. So sind die Inhalte verpackt in unterhaltsamer Reimform, unterlegt von intensiven Beats und tiefen Bässen, sowie begleitet von elektronischen Synthie-Melodien. Politik vermittelt durch Hiphop. Eine Kombination, die ebenfalls nicht von ungefähr kommt. Sookee liebt die Musik ihres Genres. Sie kritisiert jedoch den Sexismus, der in so vielen Fällen darin enthalten ist, ebenso die Gewaltverherrlichung sowie die Geldidealisierung. Klare Statements also gegenüber der Politik, ebenso aber auch gegenüber der eigenen Szene. In diesem Stil wurde schon 2006 das erste Album veröffentlicht, 2017 bereits das fünfte, und nun ist die Rapperin wieder mal auf Tour und gastiert unter anderem in Oldenburg.

Sookee
Fr. 16.11., 20 Uhr, Kulturetage, OL

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