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Konzerte

Mit vollem Einsatz: Jorge Luis Pacheco Quartett im Wilhelm 1306.02.2020



Text  |  Maike Ammen
Bild  |  Veranstalter

Es gibt Musik, die man sich in mundgerechten Stückchen einverleiben kann. Man lehnt sich im Sessel zurück oder gibt sich im Tanz wohlwollenden Rhythmen hin. Vielleicht überrascht sie an manchen Stellen ein wenig, aber im Großen und Ganzen behält man die Kontrolle. Und dann gibt es Musik, von der man sich einfach durchfluten lassen muss, weil sie nichts als geballte Energie ist, die keine Rücksicht darauf nimmt, ob man ihr folgen kann oder nicht. In solchen Situationen ist man gut damit beraten, die Kontrolle abzugeben. Irgendwann wird der Moment eintreten, in dem die Welle einen mitreißt.
Mit vollem Körpereinsatz haut der kubanische Jazz-Pianist Jorge Luis Pacheco in die Tasten und das Publikum vom Hocker. Sein Flügel scheint dabei oftmals weniger Melodieinstrument denn Schlaginstrument zu sein. Wenn man Pacheco spielen sieht, wird deutlich, dass Musizieren neben emotionaler Hingabe tatsächlich körperliche Kraft erfordert. Kräftige Oberarme sind es denn auch, die das Klavier meist energisch, mitunter auch sanft bespielen. In seinen Performances improvisiert Pacheco ausgedehnt, intensiv und mit unbändiger Energie. Und überhaupt scheint dieser Musiker nicht müde zu werden. Konzerte gab er bereits in Kuba, den USA und Europa und arbeitet daneben an eigenen Kompositionen. Dabei hatte er unter Anderem Auftritte beim „Blue Note Jazz Festival“ oder im legendären Apollo Theatre in New York. Er studierte Komposition, natürlich Klavier, aber auch Percussion. Man erkennt in seiner Musik schnell afrokubanische Ursprünge, deren Kultur sehr percussionlastig ist. Klassische Einflüsse sowie Latin Jazz mischen sich in das Gesamtbild. Dabei bringt er bearbeitete Versionen kubanischer Klassiker, Songs mit 2-stimmigem Gesang und eigene Kompositionen zu Gehör. Er schrieb und arrangierte für Klavier, Jazz Quartett, Saxophon, Cello, Percussion und Streichorchester.
Kuba hat schon viele außergewöhnliche Musiker hervorgebracht. Diese können sich glücklich schätzen. Musik und Kultur haben in Kuba einen hohen Stellenwert und werden von der Regierung unterstützt. Musikschulen und musikalische Studiengänge sind gebührenfrei und auch der Alltag ist von Musik geprägt. So wie auch in afrikanischer Kultur wachsen KubanerInnen mit Musik und Tanz auf, wobei diese stark durch rhythmische Elemente geprägt sind. So ist es kein Wunder, wenn ungelenke Europäer in ihren Versuchen, auf kubanische Art zu tanzen, als „El autómata“ (Roboter) bezeichnet werden. Ihnen fehlt (oftmals) der Rhythmus im Blut. Pechacos deutsche Quartett-Mitglieder Thomas Hempel (drums) und Helmut Reuter (bass) andererseits… Pachecos Frau Anna-Rabea Pacheco (vocals) komplettiert das Jazz-Quartett. Freuen wir uns auf enthusiastische Musiker!

Jorge Luis Pacheco Quartett
Sa 8.2., 20.00 Uhr, Wilhelm13, OL.  

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