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Wochenzeitung DIABOLO:
Unerhört neue Musik
Der Reiz des Unbekannten07.02.2019

Text  |  Horst E. Wegener

Man könnte sich ja mal fragen, was wir uns von Musik im allgemeinen oder im speziellen erhoffen: nur Zerstreuung oder doch etwas mehr? Geht es vielleicht um die Erkenntnis, dass Komponisten einen mit ihren profund ausgearbeiteten Kompositionen erziehen, um neugierige Zuhörer im Idealfall aus der Konsumlethargie aufzuwecken?

Bei oh ton, jenem seit 1991 bestehenden Oldenburger Verein, der sich der Vermittlung von Neuer Musik von Anfang an verpflichtet fühlte, haben sie sich mal wieder darauf geeinigt, ihr geschätztes Publikum  mithilfe einer „Der Reiz des Unbekannten“ getauften Reihe herauszufordern, den inneren musikalischen Schweinehund zu überwinden. Zur Vermittlung wird sich zum Auftakt im Februar Michael Reudenbach vor Ort einfinden – ein 1956 hierzulande geborener Komponist und Musiktheoretiker, dessen Oeuvre der Fachpublizist Hans-Klaus Jungheinrich einst als „skelettierte Hörkunst“ wahrnahm, die ihre Rätsel und Paradoxa nicht auflöst: „Das Flüchtige hat Halt, das sich Verfestigende bleibt flüssig.“ Mit anderen Worten dürfte Reudenbach der rechte Mann sein, um uns in seine Komposition „ahto“ von 2008 einzuführen – darauf vertrauend, dass sich die Anwesenden sozusagen einen Satz neuer Ohren anpassen lassen. Auf dass wir das Abgestumpfte, das einem die Endlosschleife des oftmals ungewohnten, weil sperrigen Avantgardemusikhörens vorgaukelt, dank geschärfter Wahrnehmung überwinden mögen.
Der konzertant aufgeführte Avantgardemusikreigen der oh ton-Veranstaltungsreihe setzt ein bei Anton Weberns Zwölfton-Konzert Opus 24 von 1934, um sich von da aus über Zwischenstationen in späteren Dekaden bis zu Reudenbachs Komposition weiter zu hangeln. Michael Reudenbach studierte Komposition und Musiktheorie in Köln und Paris; er war Stipendiat der Akademie Schloss Solitude Stuttgart, der Cité Internationale des Arts Paris und der SWR-finanzierten Heinrich Strobel Stiftung. Seine bei der Berliner Edition RZ erschienene Portrait-CD „Szenen, Standbilder“ wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Aktuell lehrt er an der Frankfurter Musikhochschule Komposition und Musiktheorie, lässt sich obendrein in Artikeln zum Werk bedeutender Kollegen wie Leos Janacek, Helmut Lachenmann oder Mathis Spahlinger aus.  
Und tags darauf in Leer ist Reudenbachs Kollegin Karin Haußmann geladen, einem ihre Komposition „Resonanzen“ näher zu bringen; für Schüler und Studierende ist der Eintritt jeweils frei.

Die oh ton-Reihe „Der Reiz des Unbekannten“ bringt am 8.2. ab 19:30 Uhr den Komponisten Michael Reudenbach ins Oldenburger theater wrede+, am 9.2. die Komponistin Karin Haußmann in den Kulturspeicher Leer; anschließend spielt das oh ton-ensemble Musik von Anton Webern, Iannis Xenakis, Morton Feldman, Earle Brown und den jeweils geladenen Komponisten.

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