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Musik liegt in der Luft
Der Kultursommer 202625.06.2026
Text: Rosy Reichert
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der veranstaltenden Kulturetage ist das wohl die ‚heisseste‘ Zeit im Veranstaltungsjahr. Alle sind gefordert, die Stadt in den warmen Wochen des Sommers mit einem vielseitigen Programm annähernd aller Genres zur Freude fast jeder Altersgruppe in eine riesige Bühne zu verwandeln. Musik auf dem Schlossplatz, Theater im Park, Lesungen, ein seit Jahren beliebtes Kinderprogramm. Hier zeigt die Stadt einmal mehr, welches ‚Stadtbild‘ prägend sein kann. Was einmal in den Gründungsjahren des Kultursommers auf dem Programm stand, modernes Tanztheater einzuladen, ist allerdings schon seit Jahren Schnee von gestern. Obwohl diese Kunstform einen guten Platz im Kultursommer einnehmen könnte, allein deshalb, um sie außerhalb eines Theaters oder einer größeren Kulturstätte bekannt zu machen. Denn nach wie vor ist es ja so, dass die Menschen mit schmalem Einkommen, selbst mit großer Neigung, kein Geld für kostspielige Kulturstätten aufbringen können. Und gerade das macht den Kultursommer so wichtig für die Stadt: in lockerer Atmosphäre zusammenzukommen, Musik zu hören, alte Freundinnen mal wieder zu treffen, oder neuen Freunden die tolle Stadt zu zeigen. Einer, der auch heute noch ganz stolz ist auf seine Idee eines Kultursommers ist Dr. Ekkehard Seeber, der von 1976 bis 2001, als Kulturdezernent der Stadt damals sogar selbst mit anpackte beim Aufbau einer provisorischen Bühne und mit Kollegen des Nachts aufpasste, dass an dem Aufbau nichts zerstört wurde. In Oldenburg bereiten sich viele auf den Kultursommer vor. Dann wird die Stadt in den warmen Monaten wieder eine große Bühne für Kultur, Begegnung und zuweilen Begeisterung. Er gilt seit Jahren als wichtiges Element des städtischen Kulturlebens und auch für die Region. Kultur niedrigschwellig anzubieten und für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen. Öffentliche Plätze, Parks, Innenhöfe, Bühnen und Kulturorte bieten den Rahmen für ein Programm, das bewusst offen und vielfältig angelegt ist. Gerade diese Kreation begeistert. Besonders wichtig ist dabei der soziale und stadtgesellschaftliche Aspekt. Der Kultursommer schafft Begegnung, belebt die Innenstadt und gibt lokalen Kulturschaffenden eine Bühne. Zugleich zeigt sich Oldenburg als Stadt, die Kultur nicht nur in Häusern und Institutionen denkt, sondern auch im öffentlichen Raum. Das stärkt die Sichtbarkeit der KünstlerInnen und trägt dazu bei, kulturelle Teilhabe breiter zu verankern. Und es trägt, allerdings schwerer als nötig, dazu bei, Kultur in ihrer ganzen Breite als wichtigen Wirtschaftsfaktor zu begreifen und im städtischen Haushalt zu verankern. Von daher sollte der seit vielen, vielen Jahren festzustellende Kampf um Finanzen im städtischen Haushalt endlich der Vergangenheit angehören und Kultur in allen Facetten so wichtig genommen werden wie ein Sportplatz, wie ein Bürgerhaus oder wie eine Kinderkrippe. Im Gegensatz zum Kultursommer werden dafür ja Millionen im Jahr in die Hand genommen, weil das den sozialen Zusammenhalt befördert und eine Stadtgesellschaft resilient macht. Ohne die Bedeutung des Kultursommers zu überfrachten, kann spekuliert werden, dass ohne dieses öffentliche und weitgehend kostenfreie Kulturspektakel die Offenheit, Kreativität und Sommerfreude - auch der Gastronomie – verarmen würde. Dies kann mit Fug und Recht auch über den CSD gesagt werden. Also relaxen am Abend, nach der Arbeit, oder auch in der Urlaubsoder Rentenzeit, beschwingt der Musik lauschen und tanzend in die Nacht bewegen. Das ist der Kultursommer in Oldenburg.
Das Programm in diesem MoX oder auf www.mox-veranstaltungen
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