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Soundcheck KW2227.05.2026
Texte: Horst E. Wegener
Bleachers: EVERYONE FOR TEN MINUTES (VÖ: 22.5.)
Mainstreamrockpop-Mastermind Jack Antonoff ist nicht nur erste Wahl als Produzent bei Größen wie Taylor Swift, Lana del Rey und anderen Hitgaranten, sofern die ins Aufnahmestudio gehen, sondern er schenkt der internationalen Fangemeinde darüber hinaus auch eigene Alben, die der Multiinstrumentalist seit 2014 mit seiner Indierock-Combo Bleachers einspielt. Beabsichtigt war stets, sich „wuchtige, wunderschöne Popsongs, die verdammt cool klingen“ auszudenken, wie es der dreizehnfache Grammy-Gewinner seinerzeit im Rolling Stone formulierte. So gesehen klammern die elf „everyone for ten minutes“-Tracks zwar selbst sperrige Themen nicht aus, wie etwa die Unfähigkeit, über den Tod zu sprechen, der Grundton dabei klingt aber hoffnungsvoll-optimistisch – und variiert Sounds, die von Folkrock über Popsoul bis hin zum Saxophon-unterstützten New Jersey-Sound reichen. Fans wissen, dass dies der typische Klangcocktail ist, für den die Bleachers geliebt werden.
POM: ENLIGHTENED, BABY (VÖ: 28.5.)
Dass ihre rotzfrech vorgetragenen Themen auch jenseits der Schule auf offene Ohren stoßen würden, hätten sich die Amsterdamer Teenies um Sängerin Liza van As nicht unbedingt träumen lassen. Dennoch blieb die Clique übers damalige Einstiegsprojekt hinaus zusammen, um dann mit der in Eigenregie produzierten Debütsingle „Down the Rabbit Hole“ von alternativen Radiorocksendern entdeckt und landesweit verbreitet zu werden. Es folgten ´21 eine Debüt-EP, und ´22 mit der Teilnahme beim Groninger Noorderslag-Event der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Mit ihrem zweiten Album „Enlightened, Baby“ unterstreichen POM jetzt erneut, was sie von anderen Newcomer-Bands aus den Niederlanden unterscheidet. Da gehören Liza van As´ schonungslos ehrliche Texte etwa über einen persönlichen Verlust schon allein deshalb unbedingt gehört, weil hier beispielsweise Trauer nicht in bleierner Schwere verharrt, sondern in dancefloor-taugliche Bewegung überführt wird. Zudem gilt: Die treibenden Rhythmen und hymnischen Refrains der Tracks elektrisieren und machen hellwach.
Jason Ricci & the Bad Kind: 13 HOURS (VÖ: 29.5.)
Bluesmusik eignet sich perfekt dazu, jene Stimmungen einzufangen, mit der sich Themen wie Trauer, Erschöpfung, Burnout oder Süchte abhandeln lassen – und Mundharmonika-As Jason Ricci liefert mit seiner Roadtrip-Elegie „13 Hours“ auch deshalb einen emotional ungeschönten Longplayer ab, weil ihm Achterbahnfahrten auf High Speed durchs Leben vertraut sind, inklusive Obdachlosigkeit, Drogensucht und Knast. Gemeinsam mit seiner seit 2015 bestehenden Combo The Bad Kind und Leadsängerin Kaitlin Dibble, seit ´17 Riccis Ehefrau, will der Grammy-geehrte Weltklasse-Blueser das aktuelle Album als Hommage an den zu früh verstorbenen Bad Kind-Schlagzeuger John Perkins verstanden wissen, wobei die verbliebene Truppe musikalische Genregrenzen schnurz sind. Gekonnt setzt man uns einen Mix aus Rhythm & Blues, New Orleans- und Delta-Funk mit mächtig Groove in begnadeter Technik vor – und begeistert nachhaltig!
Go Mahhh: DOPPELGÄNGER (VÖ: 29.5.)
Wer überlegt, wie man das wahre Lebensgefühl für die Berliner Nightlife-Crowd definiert, sollte sich die Tracks der international zusammengewürfelten Hauptstadttruppe Go Mahhh reinziehen: Diese Jungs stammen aus Deutschland, Irland und Peru - und bringen einem auf ihrem Debüt-Longplayer „Doppelgänger“ typische spreeathener Alltagserlebnisse näher. Da wird man mal zur feuchtfröhlich-beschwingten Reise durchs metropole Nachleben mitgenommen oder darf an einem geselligen Barbecue auf dem Tempelhofer Feld teilnehmen, wo sich die Band mit Freunden um den Grill zum Feiern und lautstark Musikhören versammelt. Stilistisch mixen Go Mahhh ihre Sounds aus Psychedelic Rock und Shoegaze zusammen, die mit ansteckenden Dance-Grooves versetzt werden. Euphorisierend.
Peter Thomas Soundorchester: RAUMPATROUILLE ORION (VÖ: 29.5.)
Egal, ob einem der Name Peter Thomas zunächst nichts sagt, mit seinen Kompositionen fürs Kino und Fernsehen sind hierzulande mehrere Generationen nach dem Zweiten Weltkrieg groß geworden. Da hat sich uns nicht nur dieser geniale Vocoder-Countdown zum Auftakt der TV-Serie „Raumpatrouille Orion“ ins Gedächtnis eingegraben, zudem werden auch weitere Soundtrack-Einfälle aus der SciFi-Serie bis heute von Hollywood-Regiegröße Quentin Tarantino hin zu Musikern wie Pulp, Pizzicato Five undundund gecovert, gesampelt, geremixt. Im Rahmen der Soundtrack-Veröffentlichungen aus den Archiven der 2020 verstorbenen Filmmusik-Größe Thomas steht uns jetzt die Wiederauflage der Raumpatrouille-Melodien ins Haus – pünktlich zum 60. Geburtstag des unvergesslichen Serienklassikers.
















