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Was gibt’s eigentlich für die jungen Leute...24.06.2026
Text und Fotos: Thea Drexhage
Im Inneren befindet sich, wie in fast jeder Freizeitstätte ein großer offener Bereich. Kicker, Couchen und Café bieten den Gästen die Möglichkeit, ungezwungen zusammenzukommen und sich bestenfalls im Laufe der Zeit für kleine Projekte begeistern zu lassen, denn Angebote bietet das Haus genug. Ein Werk- und Bastelraum mit kleiner Küche, ein liebevoll gestalteter Mädchenraum mit wirklich striktem Jungsverbot, eine Fahrradwerkstatt, ein Aufnahmestudio für Musik und Podcasts oder kleine ökologische und gärtnerische Aktivitäten im Außenbereich gehören dazu. Vieles passiert dabei nicht nach festem Plan, sondern entsteht aus spontanen Begebenheiten heraus. Die Einrichtung ist besetzt mit einer vollen Stelle in der Leitung und mit drei Erzieher*innen die jeweils mit einer halben Stelle angestellt sind sowie eine FSJ-Stelle. Während die Anforderungen an Freizeitstätten stetig wachsen, Stichwort Integration und Inklusion, wachsen die finanziellen Möglichkeiten leider nicht, so dass eine der großen Herausforderungen ist, trotz wenig Spielraum im personellen Bereich, allen Beteiligten gerecht zu werden. Dafür braucht es Menschen wie Leiter Kai Rotziger-Vernhorn, die für ihren Job brennen. Er ist seit 1991 in der AWO-Einrichtung tätig und hat über die letzten Jahre viel Veränderung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit beobachtet. Der gelernte Tischler hat einige berufliche Stationen durchlaufen, bevor er hier seine Berufung gefunden hat: „Das ist etwas, das ich früher in meiner Jugend nicht hatte und mich treibt es an, anderen Menschen mehr Möglichkeiten zu bieten. So geht es auch den anderen im Team. Wir sind froh, wenn wir Menschen, egal aus welcher Altersgruppe, so gut es geht unterstützen und helfen können.“ Der Titel Freizeit- und Begegnungsstätte rührt daher, dass Krusenbusch im Vergleich zu anderen Stadtteilen keine eigene Gemeinwesenarbeit hat, weshalb die Räumlichkeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten für andere Zwecke genutzt werden können, sei es für private Feiern oder Gruppentreffen. Besonders ist dabei auch das städtisch getragene EVI-Projekt. Ein Beratungsangebot für Menschen mit Migrationshintergrund, die bei Antragstellungen etc. Unterstützung benötigen. „Das verschafft uns natürlich auch einen guten Zugang in die Familien, die kennen uns dann schon und schicken vielleicht ihre Kinder zu uns“, so Rotzinger-Varnhorn. Was den Ort in der Kinder- und Jugendarbeit besonders auszeichnet, sind laut ihm vor allem die Mädchenarbeit, die sich in den letzten 6-7 Jahren entwickelt hat. Oft ist es so, dass Jugendfreizeitstätten vor allem Treffpunkte für Jungs sind, da Mädchen und junge Frauen ganz andere Bedürfnisse und Anforderungen hatten. Durch die kontinuierliche Arbeit hat sich dies vor Ort gut ausgeglichen. Ebenfalls besonders ist das Tonstudio, in welchem erste Gehversuche in Richtung Musik oder Podcast unternommen werden können. Für beide Bereiche gibt es eine super Betreuung aus dem Team. Auch regelmäßige Ausfahrten für Kinder, Jugendliche oder Familien gehören zum Angebot, sei es zum Strand, zum Fußball oder was sonst noch interessant sein könnte. Beliebt ist zusätzlich das Kochangebot, welches sich meist spontan ergibt. Der Magen knurrt, die Kids werden zum Einkaufen geschickt und dann wird zusammen etwas Leckeres gezaubert – Fruchtspieße mit Schokolade überzogen stehen dabei hoch im Kurs. Früher gab es für sowas auch feste Gruppen. Allerdings lässt sich sowas nur noch schwer umsetzen, denn terminliche Verpflichtungen hätten junge Menschen oft schon genug – und was bringt es, viel zu planen, wenn dann kaum jemand verbindlich auftaucht? Hinzu kommt noch die Ablenkung. Smartphones, nahezu jeder junge Mensch im Haus hat eines in der Hand. „Es ist die Generation Smartphones. Alle sind miteinander vernetzt, was durchaus etwas Gutes ist. Es ergeben sich viele Möglichkeiten dadurch, aber wir müssen daher auch immer an unserer Medienkompetenz arbeiten“, erklärt Kai Rotzinger-Vanrhorn. So ist der richtige Umgang mit Fake-News und die Aufklärung darüber besonders wichtig. Generell wird bei Frisbee versucht, ein wenig politische Bildung im lockeren Rahmen zu vermitteln. So gibt es zu den Wahlen ein paar Sonderevents, bei denen beispielsweise eine Wahl durchgespielt wird. Auch hängen im Café oder anderen Orten leicht verständliche Informationen zu Politik und Demokratie – und hier gilt, wie bei eigentlich allen Angeboten: Man kann nicht alle erreichen, aber doch zumindest ein paar Leuten einen kleinen Denkanstoß geben. Wie gut das funktioniert, sieht man daran, dass sich im Laufe der Zeit die Generationen die Klinke in die Hand geben, und Kai Rotzinger-Varnhorn mittlerweile schon die Enkel seiner früheren Gäste im Haus begrüßen durfte.
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