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Baustelleneinblicke24.06.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
Daher hat sie sich eine alte Oldenburger Hundehütte vorgeknüpft, die sie, soweit es geht, in Eigenleistung saniert, denn praktische Arbeiten lagen ihr schon immer. Das merkte sie bereits während ihres Lehramtsstudiums, als die Uni und die damit einhergehenden Vermittlungsformen so gar nicht ihren Vorstellungen entsprachen - riesige Vorlesungen, kein Klassenzusammenhalt und niemanden interessiert so wirklich, ob man eigentlich anwesend ist. Also entschied sie sich, die berufliche Richtung radikal zu wechseln. „Ich habe mit meinem Papa zusammen überlegt, was man stattdessen machen könnte. Er ist Elektroingenieur und mein Opa ist Schiffbauingenieur – und ich bin auch technisch interessiert. Warum nicht an die Fachhochschule?“ Dort machte sie dann ihren Abschluss als Tiefbauingenieurin, weshalb sie nun viel mit Straßenbau, Entwässerungsprojekten oder ähnlichen Großvorhaben zu tun hat. Mit der Zeit wuchs der Wunsch nach einem ganz eigenen Projekt und vor allem einem eigenen Haus zunehmend. Durch eine Freundin wurde sie dann in 2024 auf einen Altbau von 1914 aufmerksam, der einiges an Liebe und viel handwerkliches Geschick benötigte. Genau das Richtige! Wenn man heute ein Haus saniert, geht es nicht nur um neue Leitungen, Wände und Böden sondern es spielt auch die Energieeffizienz eine immer wichtigere Rolle – statt viel Geld für eine professionelle Beratung einzuholen, ging Denise Meenen das Projekt an der Wurzel an: „Geiz ist ja auch immer ein bisschen geil. Statt also 2000-3000 Euro in eine Beratung zu stecken, habe ich lieber das Geld in eine Ausbildung zur Energieberaterin investiert und ein halbes Jahr jedes Wochenende meine Zeit in der Hand-werkskammer verbracht.“ Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in einem Ingenieurbüro hat sie sich also noch zusätzlich eine selbstständige Tätigkeit aufgebaut und muss nun beides mit der Baustelle koordinieren – und mit Social Media. Denn Denise hat sich entschieden, unzählige Menschen im Internet an ihrem Bauprojekt teilhaben zu lassen, Inspiration zu liefern und wertvolle Tipps gerade im Bereich energetische Sanierung und Förderung zu geben. „Die Idee kam durch Freunde, die meinten, dass es doch spannend wäre, das zu teilen, gerade, weil ich so viel alleine mache. Und dann dachte ich mir: Was habe ich schon zu verlieren? Irgendwann mit 30 ist es dir auch egal, was Leute von dir denken“, lacht sie. Das alles klingt bei weitem einfacher, als es ist. Zum einen frisst die Social Media Arbeit wahnsinnig viel Zeit, weshalb sie dafür mittlerweile Hilfe engagiert hat, zum anderen hat jeder Mensch im Internet eine Meinung. Und vor allem Männer fühlen sich scheinbar gezwungen, diese auch zu äußern und das in einem Ton, der ihr im echten Leben vermutlich nicht entgegengebracht werden würde. Eine Frau, die im Internet über handwerkliche Themen spricht scheint auch 2026 noch ein Trigger für das ein oder andere Ego zu sein. „Man bekommt dafür auf der anderen Seite auch sehr viel Zuspruch. Mir ist es wichtig, auf Social Media zu zeigen, dass Frauen sich das alles zutrauen können und man einfach nur machen muss.“, erklärt die 31-Jährige, die unter dem Namen „Die Hausingenieurin“ bei Instagram zu finden ist, wo ihr bereits über 2700 Menschen folgen. Dass ihr in naher Zukunft das Material ausgeht, muss sie nicht befürchten - auch, wenn man am Haus schon viel Fortschritt beobachten kann, werden die gröbsten Arbeiten wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sich bei all diesen Aufgaben mal ein paar freie Minuten zu gönnen, fällt der jungen Frau, die sowieso immer irgendwo anpacken muss, sehr schwer. Was hilft ist ihr Hund, der regelmäßige Bespaßung einfordert und es liebt, über die Baustelle zu flitzen - aber irgendwann ist ja auch das größte Projekt mal fertig und dann kehrt vielleicht Ruhe ein - sollte nicht die nächste große Idee schon im Kopf der fleißigen Denise Meenen schlummern...












