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MoX Soundcheck KW2624.06.2026











Texte: Horst E. Wegener


Celine Cairo: PANACEA (VÖ: 18.6.)
Es beflügelte die Karriere von Celine Cairo ungemein, dass sie bereits im Teenageralter dank ihrer markanten Gesangsstimme einen Wettbewerb gewann, der ihr Liveauftritte sowohl in der New Yorker Carnegie Hall als auch im Amsterdamer Concertgebouw ermöglichte. Hernach zog die sich für Jazz, Pop und Soul gleichermaßen begeisternde Niederländerin ein Studium am Amsterdamer Konservatorium durch, diente sich dem renommierten Metropole Orkest als Solistin an – und schlitterte trotz aller Erfolge zu Beginn des Jahres 2024 in eine albtraumhafte Beziehungskrise. Erst die im Rahmen eines einmonatigen Selbstfindungs-Trips durch Asien ersonnenen „Panacea“-Tracks ließen ihre Lebensgeister wieder erwachen, vermitteln jetzt auch uns Hörern beglückende Energieschübe inklusive der Erkenntnis: Abschottung ist zwecklos.  


Aalkreih: BONGSIEL (VÖ: 19.6.)
Wer wie Sänger und Texter Thomas Gerri Christiansen unweit des Bongsieler Kanals aufwuchs, der kam sich in dieser verschlafenen Ecke Nordfrieslands spätestens fehl am Platz vor, nachdem er zum Punker wurde. Es blieb nicht aus, dass der Provinzler seinem Heimatkaff bei erstbester Gelegenheit den Rücken kehrte - und sich schon im nahen Flensburg sichtlich wohler fühlte. Immerhin fanden sich hier Gleichgesinnte, mit denen man auch musikalisch auf einer Linie lag, um hernach in der legendären Szenekneipe Onkel Jule ein paar letzte Biere zu zischen. Soweit alles paletti – bis sich der älter werdende Ex-Punker Gerri als Mitbegründer der Folkrock-Combo Aalkreih aufs plattdeutsch-Texten verlegte. Man hört es seinen „Bongsiel“-Liedern durch die Bank weg an, wie stolz Christiansen mittlerweile auf Land und Leute ist. Und die einfühlsam und unprätentiös eingesungenen Songs machen einem selbst dann Lust, der Gegend mal ´nen Besuch abzustatten, wenn man kein Platt versteht.


Reis-Demuth-Wiltgen: FREEDOM TRAIL (VÖ: 19.6.)
So klein das Luxemburger Ländle auch sein mag, die Musikszene vor Ort blüht und gedeiht seit längerem schon prächtig – was es unter anderem den Jazz-workoholics Michael Reis, Marc Demuth und Paul Wiltgen bereits zu deren Schulzeit in den 1990ern ermöglichte, sich mit dem Berufswunsch Profimusiker ernsthaft auseinanderzusetzen. Obwohl sie ab 1998 im Großherzogtum erste Erfolge als Trio erzielten, suchten Pianist Reis und Kontrabassist Demuth dann ein paar Jahre den Austausch mit der US-amerikanischen Szene, bevor sich die Heimkehrer ab 2011 mit dem in Europa verbliebenen Schlagzeuger Wiltgen wieder zusammenschlossen. Als Star-Saxofonist Joshua Redman die Drei im Rahmen eines Festivalauftritts in Frankreich erlebte, mündete das in eine fruchtbare Tournee zu viert ein. Und natürlich war Redman auch beim Herzensprojekt des Trios mit von der Partie: Die ursprünglich für kleine Besetzung komponierten „Freedom Trail“-Tracks, von Reis neu arrangiert und fürs Luxemburger Sinfonieorchester unter Dirigent Vince Mendoza überarbeitet, garantieren himmlischen Ohrenschmaus.  


Simply Red: HOLDING BACK THE YEARS (VÖ: 26.6.)
Seit 1985 mit „Picture Book“ das erste Erfolgsalbum der britischen Soulpop-Combo Simply Red um Ankermann, Komponist und Sänger Mick Hucknall auf den internationalen Märkten platziert wurde, begeisterte die unverwechselbare Vier-Oktaven-Stimme des Rotschopfs sowohl kuschelrockaffine Hausfrauen wie auch souljazzinteressierte Langzeitstudenten. Und die Setlist des Live-Mitschnitts aus vier chilenischen Santiago-Konzertabenden zum vierzigjährigen Bühnenjubiläum liest sich wie ein ultimativ geeigneter Soundtrack zum par excellence-Flirt an der Hotelbar: Ob „Stars“, „Holding back the Years“, „If you don´t know me by now“, „Fairground“ oder „Something got me started“ – der geballte greatest-Hits-Reigen zaubert uns ein Dauerlächeln auf die Lippen. Mitreißend.


Rauhbein: REBELLEN & HELDEN (VÖ: 3.7.)
Der aus dem hessischen Velmeden stammende Henry M. Rauhbein hat erste musikalische Erfahrungen als Elvis-Imitator gesammelt, bevor es ihn ein Weilchen nach Irland zog, wo er sich als Pub-Musiker profilierte. Zurück in Deutschland gründete Henry 2019 Rauhbein – und setzt seither auf einen Mix, der mal an Santiano und mal an Rammstein erinnert, zugleich aber auch schmissige Irish-Folk-Elemente verarbeitet. Dass von der ursprünglichen Besetzung nurmehr der Namensgeber an Bord ist, schmälert die Klasse der „Rebellen & Helden“-Songs kein bisschen, da der Anspruch, mit Musik Menschen zusammenzubringen und Freude zu schaffen, jederzeit übererfüllt wird.

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