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Filme im Kino

MoX Kino-Tipps KW2227.05.2026












Eagles of the Republic
Dänemark/ Finnland/ Schweden/ Frankreich/ Deutschland `25; R: Tarik Saleh. Ab 28.5. Wertung: ***** Bild: Yigit Eken
Ein Stück weit hält sich George Fahmy (Fares) längst für unantastbar. Vom Publikum als „Pharao des Kinos“ vergöttert, gönnt sich der beliebteste Schauspieler Ägyptens seine Eskapaden: Da ihn als Christ die Gesetze des Islam nicht betreffen, kann er von seiner Ehefrau getrennt leben, sich eine wesentlich jüngere Geliebte (Khoudri), gelegentlich weitere Affären und reichlich Alkohol im exklusiv eingerichteten Apartment leisten. Eines Tages bekommt die Kinogröße trotzdem die Macht der ägyptischen Moralkommission zu spüren, deren Sittenwächterinnen eine Kussszene in Fahmys neuem Film bemängeln. Der Dandy zeigt sich uneinsichtig – woraufhin ihm Knall auf Fall das Wohnwagen-Privileg auf dem Gelände des Produktionsstudios entzogen wird und man die eigentlich ihm zugedachte Hauptrolle in einem prestigeträchtigen Kinofilm kurzerhand einem anderen Schauspieler zuschanzt. Damit nicht genug, fühlt sich Fahmy zusehends mehr von Filmproduzenten geschnitten, wird er in den Medien plötzlich für sein Lotterleben gemaßregelt, bis dem Abgestraften nichts anderes übrigbleibt, als auf einen Deal einzugehen: Er soll den Staatspräsidenten Abd al-Fattah as-Sisi in einem patriotischen Propagandaschinken verkörpern – und zwar so, wie es dem als Strippenzieher die Fäden ziehenden Geheimagent Dr. Mansour (Waked) genehm ist. Das Akzeptieren von dessen Sichtweise verschafft Fahmy unverhofft Zugang zum inneren Kreis der Macht, wo sich skrupellose Geheimdienstler und Militärs dem Erhalt der Autokratie verschrieben haben. Allerdings lässt es den Schauspieler gleichzeitig zu einer Marionette in den Händen dieser sogenannten Eagles of the Republic werden, die nicht einmal davor zurückschrecken, den noch bei seiner Mutter lebenden Sohn Fahmys zu entführen, um bei Bedarf Druck ausüben zu können. Und mit einem Mal steht neben dem zukünftigen Karriereverlauf der Kinogröße auch das Leben seiner Angehörigen sowie gegebenenfalls sogar sein eigenes Schicksal zur Disposition.
Mit „Eagles of the Republic“ vollendet der in Schweden lebende Filmemacher Tarik Saleh, Sohn einer Schwedin und eines Ägypters, seine sogenannte Kairo-Trilogie. Nach „Die Nile Hilton Affäre“ von 2017 und „Die Kairo Verschwörung“ von ´22 darf der libanesisch-schwedische Schauspieler Fares Fares zum dritten Mal in einer Hauptrolle glänzen, brilliert er als Kinostar George Fahmy, dem sein dandyhaftes Lotterleben über alles geht. Dieser notorische Womanizer kann gar nicht anders, als sich selbst am Set auf eine höchst riskante Affäre mit der rätselhaften Ehefrau (Triki) eines Generals einzulassen - und sich somit wiederum erpressbar zu machen. Was als Psychogramm eines Filmstars auftaktet, dem Politik im Grunde schnurz ist, bis er sich in einem Netz aus Intrigen und Machtspielen hoffnungslos verheddert, verwandelt sich gegen Schluss in einen vielschichtigen Politthriller, mit einem brisanten Showdown, den so wohl niemand erwarten konnte.  
D: Fares Fares, Lyna Khoudri, Zineb Triki, Amr Waked, Sherwan Haji.


Solo Mio
USA ´26; R: Dan und Charles Francis Kinnane. Ab 28.5. Wertung: **** Bild: Constantin Film
Kunstlehrer Matt Taylor (James) glaubt sich in einen Albtraum versetzt, als ihm seine Verlobte Heather (Emery) bei ihrer minutiös vorbereiteten Hochzeit in Italien vorm Trauungszeremoniell in der mit den geladenen Gästen gut gefüllten Kirche das Ja-Wort verweigert. Hernach bleibt dem düpierten Fast-Ehemann einzig ein wenig aufschlussreicher Abschiedsbrief von der Entschwundenen - und jene Umstände, die ihm Heathers spontanen Sinneswandel vielleicht hätten erklären können, liegen weiterhin im Dunkeln, da die Ausgebüxte nirgendwo zu finden oder telefonisch zu erreichen ist. Weil sich der gebuchte Honeymoon-Trip durch Italien nicht stornieren oder ändern lässt, beschließt Matt die geplante Reise alleine anzutreten. Er lernt andere Pärchen kennen, die sich seiner annehmen – und freundet sich mit Gia (Grimaudo) an, der Betreiberin eines Cafés. Bald fragt man sich, ob letztere Bekanntschaft für den kreuzunglücklichen Matt zu einer Liebe mit Substanz führen könnte?
Im Rahmen ihres filmischen Cocktails aus bella Italia-PR, Komödie und Drama lässt das Regie-Duo Dan und Charles Francis Kinnane Hauptdarsteller Kevin James als überraschend vielschichtigen Schauspieler punkten. Die „Solo Mio“-Story mag kitschig klingen, entwickelt sich aber zu einer Geschichte über die Angst allein zu sein und über die Möglichkeit, eine zweite Chance zu bekommen.  Mainstream-Kino par excellence.
D: Kevin James, Nicole Grimaudo, Kim Coates, Alyson Hannigan, Jonathan Roumie, Julee Cerda, Julia Ann Emery, Andrea Bocelli, Giancarlo Bartolomei, Ed Sheeran.


Ticket ins Leben
Frankreich ´25; R: Jean-Pierre Aeris. Ab 28.5. Wertung: *** Bild:CAroline Bottaro
Nach einem Schlaganfall auf der von ihm über alles geliebten Bühne hat sich der alternde Chansonnier Antoine Toussaint (Darmon) zwar wieder berappelt, soll aber künftige Live-Auftritte sein lassen. Da er im nurmehr Weiterleben jedoch keinen Sinn sehen mag, liebäugelt Toussaint mit einem selbstbestimmten Freitod. Doch im Zug von Paris gen Schweiz betritt Victoire (Lemercier) das Abteil, nimmt Platz – und nachdem sie sich als größter Fan des Sängers geoutet hat, beginnt sie den Lebensmüden ohne Unterlass zu nerven. Bekniet ihn, tags darauf bei der bevorstehenden Hochzeit ihrer Tochter in Genf als Mamas Begleiter aufzutauchen und die geladenen Gäste mit seinem Top-Hit „Mambo italiano“ zu unterhalten. Und, nun ja, warum nicht einen kleinen Zwischenstopp einlegen, sagt sich Toussaint. Schließlich lässt sich sein Plan danach immer noch umsetzen…
Regieroutinier Jean-Pierre Aeris setzt bei seiner überdrehten Dramödie auf sehenswerte Darsteller, Screwball-Komik – und unterhält.
D: Gérard Darmon, Valérie Lemercier, Patrick Timsit, Alice de Lencquesaing, Sophie Mounicot.


Verflucht normal
GB/ Irland ´25; R: Kirk Jones. Ab 28.5. Wertung: **** Bild: Tandem Films
Mit Mitte zwanzig hat John (Aramayo) nach jahrelanger Ungewissheit zwar endlich die Diagnose Tourette-Syndrom präsentiert bekommen, allerdings lösen die ihm somit verordneten Medikamente nicht nur drastische Nebenwirkungen aus, sondern drücken vor allem auf die Stimmung des jungen Schotten. Ohne Job wohnt der Einzelgänger noch bei seiner arg überforderten Mutter (Henderson) und hält das Leben für einen permanenten Spießrutenlauf. Frühere Reaktionen auf seine Tics ließen ihn schon als Schüler zum gemobbten oder bestraften Außenseiter werden – zumal es damals erst recht niemandem klar war, wie man etwa mit den krankheitsbedingten verbal-Ausbrüchen des Jungen umgehen sollte. Dass er dann nach Jahren mal wieder einem früheren Schulfreund übern Weg läuft, und der ihn daraufhin sogar mit seiner Mutter zusammenbringt, erweist sich für John als glückliche Fügung. Denn die Mutter des Klassenkameraden (Peake) ist Psychiatriekrankenschwester, weiß über Tourette Bescheid – und hat vor kurzem erst ihre eigene Schicksalsdiagnose Krebs erhalten. Jene sechs Monate, die der herzensguten Frau noch bis zu ihrem Tod verbleiben werden, will sie nutzen, um dem ehemaligen Schulkumpel ihres Jungen eine Perspektive zu vermitteln. Geduldig ignoriert sie Johns Tics und schlägt ihn einem ihr bekannten Hausmeister (Mullan) im Gemeindezentrum als Gehilfen vor. Obwohl das Bewerbungsgespräch ihres Schützlings nicht ohne die üblichen Tourette-Ausbrüche über die Bühne geht, bekommt John seine Chance, entwickelt sich zur allzeit bereiten Aushilfe – und zu jemandem, der nach außen für die Sichtbarkeit der Krankheit Stellung bezieht. Letzteres gilt auch für den echten John Davidson, auf dessen Geschichte Kirk Jones´ Film basiert. „Verflucht normal“ berührt, setzt auf britischen Humor, ein exzellentes Ensemble - und mausert sich zur Aufklärungs-Dramödie der Feel-Better-Klasse.
D: Robert Aramayo, Maxine Peake, Shirley Henderson, Peter Mullan, Steven Cree, Scott Ellis Watson.


Ich verstehe Ihren Unmut
Deutschland ´26; R: Kilian Armando Friedrich. Ab 4.6. Wertung: **** Bild: Wenn Dann Film
Schon lange ackert Heike (Thalau) in der Gebäudereinigung und hat sich mittlerweile zur Objektleiterin hochgearbeitet. Diese Stellung bringt der 59-Jährigen zwar etwas mehr Geld ein, bedeutet jedoch zusätzlich Verantwortung. Es gilt, zwischen den ihr zugeteilten Gebäuden pendelnd die Arbeit der jeweiligen vor-Ort-Teams zu kontrollieren, notfalls sogar selbst Hand anzulegen. Dabei Ruhe zu bewahren, bei aufkommendem Stress und sich häufenden Beschwerden zwischen ihren Reinigungskräften, der Firmenleitung und den Kunden zu vermitteln, gleicht zusehends mehr einem Sisyphus-Job. Als Heike dann eines Tages versucht, die Arbeitskraft eines wichtigen Subunternehmers an sich zu binden, droht dieser, seine Unterstützung einzustellen, es sei denn, er erhält mehr Stunden und mehr Umsatz. Indem sie den Forderungen nachzukommen versucht, manövriert sich die Erpresste in einen Konflikt mit den anderen Reinigungskräften hinein, der sich nicht so ohne weiteres glattbügeln lässt – bis Heike schließlich für sich die Reißleine zieht.
Dass Regisseur Kilian Armando Friedrich aus dem Dokumentarfilmbereich kommt, merkt man seinem Spielfilmdebüt positiv an: Sein Blick aufs Überleben im Niedriglohnsektor ist präzise, die Besetzung der Rollen mit Laien, die Variationen ihrer selbst spielen, überzeugt. Vor allem Hauptdarstellerin Sabine Thalau, die auch im wahren Leben in der Gebäudereinigung tätig ist, beeindruckt. Und man kann sich bei „Ich verstehe Ihren Unmut“ an die sozialkritischen Spielfilme des Briten Ken Loach oder Arbeiten der belgischen Dardenne-Brüder erinnert fühlen. Semi-dokumentarisch, beklemmend - sehenswert.
D: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic.


Masters of the Universe
USA ´26; R: Travis Knight. Ab 4.6. Vorankündigung Bild: Amazon MGM Studios
Als Prinz Adam noch ein Kind war, haben seine Eltern ihn in einem Raumschiff zur Erde geschickt – um den Zehnjährigen somit vor einem auf ihrem Planeten Eternia ausbrechenden Bürgerkrieg in Sicherheit zu wissen. Auf der weit entfernten Erde kann ihr Sprössling getrost und unbehelligt aufwachsen. Tritt dann als Erwachsener (Galitzine) eine Stelle in einem Großraumbüro an – und empfindet den Alltag in der Großstadt doch zusehends mehr als unpassend. Um zu seinem eigentlichen Heimatplaneten zurückkehren zu können, hat Adam allerdings keine andere Wahl als zunächst sein magisches Schwert wiederzufinden, von dem er nach dem Aufbruch von Eternia getrennt wurde. Nachdem ihm dies geglückt ist, stellt der Heimkehrende fest, dass der schurkische Skeletor (Leto) die Macht über große Teile von Eternia an sich gerissen hat. Gemeinsam mit treuen Verbündeten wie der Kriegerin Teela (Mendes), dem Man-at-Arms (Elba) und Battle Cat wirft sich Adam den Schergen des Tyrannen entgegen. Und er erweckt fürwahr übermächtige Kräfte in sich – mithilfe seines Zauberschwerts und des magischen Spruchs „Bei der Macht von Graskull – Ich habe die Kraft!“. Einmal gesagt, gelingt ihm die Verwandlung in den He-Man, bekanntlich das mächtigste Wesen des Universums…
Bumblebee-Regisseur Travis Knight darf zeigen, was Hollywoods Traumfabrikspezialisten mittlerweile so drauf haben; und Mattel flankiert die erhoffte He-Man-Kino-Mania, indem der Spielzeug-Gigant eine brandneu designte Action-Figuren-Reihe auf den Markt wirft.
D: Nicholas Galitzine, Jared Leto, Idris Elba, Camila Mendes.

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