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Mal schauen, was wird27.05.2026



Text: Thea Drexhage Foto: Role Echolotse


Nach der Auflösung von Wilson und Jeffrey entschieden sich Hannes und Carsten, die dort die Rhythmusfraktion übernommen hatten, weiterhin gemeinsam Musik machen zu wollen und sich auf die Suche nach neuen Bandkollegen zu begeben. „Wir haben den Proberaum einfach behalten und ihn dann wieder mit Leben gefüllt“, so Carsten. Wenn man nun aber erwachsen ist und eigene Familien und Jobs hat, ist es längst nicht mehr so leicht, wie in Schule oder an der Uni Mitstreiter zu finden. Bei Reverend Reverb hat es zum Glück gut geklappt: Nico und Hannes lernten sich über ihre Kinder kennen und als sich herausstellte, dass Nico Klavier bzw. Keyboard spielt, wurde er kurzerhand in den Proberaum eingeladen. Hartwig stieß im Anschluss auf Anraten von Tontechniker Role aus der Tonmeisterei dazu. „Nachdem wir Nico gefunden haben, fehlte dann noch ein Gitarrist und ich habe mich gefragt, wen ich denn kenne, mit dem ich mir vorstellen könnte, viel Zeit im Proberaum zu verbringen – und da ist mir erstmal keiner eingefallen“, lacht Hannes. Hartwig arbeitete zuvor mit Role an einem Musikprojekt, welches sich der Vertonung von Stummfilmen widmete, für welches jedoch zunehmend die gemeinsame Zeit fehlte. Ein neues Projekt kam für ihn also sehr gelegen und knapp eine Stunde nach Anruf stand er schon im Proberaum. Ein gemeinsamer Sound wurde schnell gefunden – ohne viel Schnörkel geht es zurück in die Rockmusik der 60er und 70er Jahre. Verzerrte Stimmen, vordergründige Gitarren, ein bisschen Wüstenstaub – The Doors trifft Quentin Tarantino, trifft Jack White und das im norddeutschen Oldenburg. „So richtig Gedanken darum gemacht, was wir überhaupt spielen wollen, haben wir uns gar nicht. Wir haben einfach angefangen und ich würde  sagen, unsere Musik ist sehr frei und intuitiv gespielt“, so Hannes. Hartwig sieht den Retrosound ganz pragmatisch: „Mit den Instrumenten ist es wie bei Autos – man hat über die Jahre das gekauft, was gebraucht verfügbar war und am günstigsten waren dann nun mal die Sachen aus den 60er und 70ern und das spiegelt sich nun auch im Sound wider.“ Auf die alte Technik ist auch der Bandname zurückzuführen, welcher sich von einem alten aber für seine Zeit innovativen skandinavischen Röhrenradio aus den 60er Jahren ableitet.
Der Songwritingprozess bei den vier Oldenburgern ist ein ganz organischer – an Ideen der einzelnen Musiker wird so lange geschraubt, bis ein Song entsteht, oder man merkt, dass die Idee vielleicht gar nicht mal so gut war. Die Ergebnisse wurden dann direkt bei der Tonmeisterei aufgenommen. Aktuell freut sich die Band auf ihren ersten Gig mit Fuzz Sagrado am 1.6. im MTS. Eigentlich hätten sie schon Anfang des Jahres ihre erste Show spielen sollen, doch der Gig fiel kurzerhand ins Wasser. Jetzt sind sie dafür umso besser vorbereitet: die erste Demo ist im Kasten und wird am Tag des Konzerts auf allen gängigen Streamingplattformen verfügbar sein. Für die Gäste wird das Konzert eine große Überraschung, denn bisher ist von Reverend Reverb in der Öffentlichkeit noch nicht viel zu sehen, geschweige denn zu hören. Was kann man also erwarten? „Ich würde sagen eine musikalische Reise. Wir erschaffen mit unseren Songs, die schon etwas länger gehen, eine dichte Atmosphäre. Es sind Lieder, die einen einsaugen und dieses schöne, weite analoge Dynamikspektrum abbilden“, so Hannes. „Ich glaube, die Partyband sind wir nicht, das ist eher zum Zurücklehnen und Eintauchen“, wirft Carsten ein. Der Show sieht die Band verhältnismäßig gelassen entgegen. „Allerdings ist neu, dass ich jetzt singe, das habe ich früher noch nicht gemacht, da ist man schon etwas nervös“, erklärt Hartwig. Insgesamt schauen die Musiker jedoch auf ein ganzes Leben voller Musik zurück, haben sie alle seit ihrer Kindheit an ganz verschiedenen Instrumenten, von Geige bis Akkordeon Erfahrungen gesammelt, sodass zumindest am eigenen Instrument genug Routine vorhanden sein dürfte, um den Abend ohne großes Lampenfieber oder ernsthafte Patzer zu überstehen.




Info: Reverend Reverb spielen am 1.6. mit Fuzz Sagrado im MTS in Oldenburg

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