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Zwischen Dobbenviertel und Innenstadt08.07.2026



Text und Foto: Annika Müller

Viel Arbeitskraft und 500.000 Euro sind in die Sanierung der Parkanlage geflossen. Nun fragt man sich vielleicht: Warum? Es scheint so unscheinbar. Einige Rosenbeete, Bäume und Grünflächen entlang der Roonstraße. Was man jetzt im Sommer nicht mehr sieht: Schon im Frühjahr explodierte der Platz in einem Meer aus Farben, als über 200.000 neu gepflanzte Blumenzwiebeln blühten. Und auch für die Zukunft des Parks wurde vorgesorgt. Unter den historischen Eiben aus der Entstehungszeit des Platzes strecken sich mittlerweile über 10.000 Stauden dem Licht entgegen. Sie dienen als lebendiger Schattenspender, damit der Boden selbst an heißen Sommertagen wie heute nicht austrocknet. Was den Park so besonders macht, ist seine Lage als Bindeglied zwischen dem Dobbenviertel und der Innenstadt, aber auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während die umliegenden klassizistischen Fassaden des Viertels an die Geschichte Oldenburgs erinnern, kann man auf den weiß gestrichenen Bänken verweilen. Das Dobbenviertel ist eines der schönsten und besterhaltenen Gründerzeitviertel Oldenburgs. Viele der historischen Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Doch nicht nur die umliegenden Häuser erinnern an eine andere Zeit. Auch der kleine Park selbst ist geprägt von Erinnerungskultur. In der Mitte des Parks stehen zwei große Büsten. Eine von Karl Jaspers, einem in Oldenburg geborenen Philosophen, der von seinem Sockel aus stoisch ins Grüne blickt. Ein paar Meter entfernt steht die Büste von Helene Lange, einer deutschen Politikerin, Pädagogin und Frauenrechtlerin. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, Frauen bürgerlicher Schichten das Studium in Deutschland zu ermöglichen und ihnen Berufsmöglichkeiten zu eröffnen. Mit ihrer Lebensgefährtin Gertrud Bäumer veröffentlichte sie das fünfbändige „Handbuch der Frauenbewegung“, ein Standardwerk über die erste deutsche Frauenbewegung, und gab die Zeitschrift „Die Frau“ heraus. Wenn man sich auf eine der Bänke zwischen den beiden Büsten setzt, kann man Kleingruppen beim Boulespiel beobachten und über die Stadt und die Menschen, die sie prägen, grübeln.
Doch auch bei Regenwetter soll der Spaziergang gut möglich sein. Um für die Zukunft eine zu lange Vernässung der Wege bei Starkregen zu vermeiden, wurde im Rahmen der Sanierung ein neuer Wegebelag eingebaut. Das Material nimmt das Wasser auf, ohne den Weg matschig werden zu lassen. Da die Wege tiefer als die umgebene Fläche liegen, wird das überschüssige Regenwasser über neu eingebaute Entwässerungsrinnen in den Kanal abgeleitet.
Benannt ist der Platz nach der Prinzessin Cäcilie von Oldenburg, die sich 1833 finanziell am ersten Theaterbau in Oldenburg beteiligte. Lage und Gestaltung des Parks fangen dies ein. Zu Fuß ist die Anlage nur eine Minute vom heutigen Staatstheater entfernt gelegen und die Landschaftsgestaltung erinnert an ordentlich arrangierte englische Gärten. Es braucht mehr solcher Flächen und es ist schön, dass sie wieder da ist. Für den Spaziergang zwischendurch, das Picknick oder einen kurzen Kaffee nach dem Mittagessen.

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