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Das Stadtbild erklingt10.06.2026







Text und Fotos: Thea Drexhage

[font=Bembo]Das Herzstück, die umsonst und draußen Konzerte, versprühen in diesem Jahr einen besonders frischen Wind. Bereits am Eröffnungstag gibt es mit den Indie-Popmusikerinnen Futurbae und Ally Neumann ein echtes Highlight für junge Erwachsene und junggebliebene Gäste. Andreas Holtz, Programmleiter für Musik und Literatur in der Kulturetage und seine Kollegin Nikola Müller haben sich schwer ins Zeug gelegt, um trotz widriger Bedingungen in der Veranstaltungs-branche, namenhafte Acts nach Oldenburg zu holen. Der Kultursommer wird von der Stadt Oldenburg mit 180.000 Euro gefördert, dem gegenüber stehen stetig steigende Kosten im Ablauf: Technik, Toiletten, Security sowie höhere Künstler*innengagen. „Konzerte sind die Sache, mit denen die Künstler Geld verdienen müssen. Von der GEMA wird am Ende des Jahres wenig ausgespielt und über CD-Verkäufe und Streaming müssen wir nicht sprechen, das haben die meisten Menschen nun begriffen“, erklärt Andreas Holtz. Es hieß also hart verhandeln, an viele Türen klopfen und mit vielen Zurückweisungen leben, um dieses Programm zu realisieren und dabei Einigungen zu treffen, mit denen beide Seiten gut leben können - hilfreich dabei ist mit Sicherheit der auch gute, etablierte Ruf der Veranstaltungsreihe. Alle zwei Jahre lässt sich auf der[/font][font=Bembo] [/font]
[font=Bembo]Musikbühne ein Motto erkennen. So gab es in der Vergangenheit einen female-fronted Kultursommer oder einen internationalen Kultursommer mit Musiker*innen aller Kontinente. Auch in diesem Jahr wird es international, aber auf eine andere Art. „Das Motto geht auf eine der vielen unsäglichen Aussagen von unserem Bundeskanzler zurück, wobei ich das Wort „Stadtbild“ Deutschland an sich gar nicht so schlimm fand, aber als er hinterherschob, dass sich daran was ändern müsse, das fand ich mehr als skurril“, so Holtz. Schon immer engagiere sich der Kultursommer dafür, ganz selbstverständlich die Menschen zu zeigen, die zum Stadtbild gehören, zum Beispiel bei der Einbindung des Global Lokal Festivals, welches alle zwei Jahre stattfindet. In diesem Jahr finden sich daher im Musikprogramm überwiegend Musikerinnen aus der deutschen/internationalen Migrationsszene. „So habe ich gelernt, dass Alli Neumann ihre ersten Lebensjahre in Polen verbracht hat, Ina Forsmann ist gebürtige Finnin, die in Berlin lebt. Am Dienstag spielt mit Sorvina eine US-Künstlerin, die ebenfalls in Berlin lebt. Bröselmaschine ist eine deutsche Band mit britischer Sängerin und mit Engin kommt eine deutsch-türkische Produktion aus Karlsruhe zu uns. Sonic Interventions wurden gerade mit dem Newcomerpreis für die beste deutsche Jazzproduktion ausgezeichnet und sind auch sehr international aufgestellt und zum Finale haben wir am Samstagabend mit Jamba Groove eine deutsch-afrikanische Band“, beschreibt Andreas Holtz das Programm. Mit Making A Move und der Hinterlandgang kommen zudem zwei Bands aus dem Osten, die keinen Migrationshintergrund haben, aber sich durchaus politisch und kritisch in ihrer Musik äußern und somit stimmig in das Gesamtkonzept passen. Das Rahmenprogramm hat indes weniger Überraschungen in petto und besticht eher oder vor allem durch bekannte Publikumslieblinge. So wird ab dem 10.7. im Schlossgarten wieder die ungewöhnliche Fassung von Shakespeares Sommernachtstraum aufgeführt, während hinter dem Schloss Blockbuster wie „Der Astronaut - Project Hail Mary“ oder hochgelobte Filme wie „Amrum“ gezeigt werden. Auch Die Blindfische sind wieder am Start, um die Kinder zu bespaßen. Bettina Stiller, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, kann sich dabei gar nicht für ein Highlight entscheiden: „Ich bin ja den ganzen Kultursommer überall unterwegs und mag zum Beispiel unheimlich gern die Veranstaltungen auf dem Cäcilienplatz, wenn ich dort die Familien mit den kleinen Kindern sehe, geht mir das Herz auf. Die Lesungen haben ihre ganz eigene Fangemeinde, die über das Jahr auf die Veranstaltungen wartet. An jedem Spot herrscht eine andere, schöne Stimmung.“ Wer beim Rahmenprogramm auf etwas mehr Abwechslung hofft, dem sei schon einmal verraten, dass laut Bettina Stiller der Kultursommer 2027 mit einigen neuen Ideen aufwartet. Es gibt ja auch einige Änderungen der vergangenen Jahre, die bei den Oldenburger*innen sofort gut eingeschlagen sind. Dazu zählt z.B. auch der Frei.Zeit.Gang vom Freizeitlärm e.V. neben der Lambertikirche. Dieser startete vor 3 Jahren mit DJ-Sets an Abenden nach den Konzerten. Mittlerweile wurde das Angebot auf die Nachmittage ausgeweitet: lockere Angebote wie Workshops, Kreativmärkte, Upcycling und entspanntes Beisammensein stehen dabei im Fokus. Der Kultursommer zeigt sich in vielen verschiedenen Bereichen Oldenburgs und prägt für zwei Wochen das Stadtbild ebenso, wie die Menschen es tun.[/font][font=Bembo] [/font][font=Bembo] [/font]
Der Kultursommer findet statt vom 10.-19. Juli.Alle Programmpunkte gibt es auf www. kultursommer-oldenburg.de sowie im MoX-Kalender.

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