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Räume auf Zeit26.08.2026
Text und Fotos: Christina Makonnen
Ich treffe Angie vom Künstlerkollektiv White Rabbit, selbst Medienkünstlerin mit Masterabschluss, die von dem Platzproblem in Oldenburg seit ihrer Jugend begleitet wird. „Die Bewerbungsmappe [für die Uni] hat den Boden meiner Zweizimmerwohnung gepflastert.“, erzählt sie. Auch die Ausbildungszeit an der Uni schützt vor Raumnot nicht, denn das stundenweise Buchungssystem deckt weder den realen Bedarf an nackten Quadratmetern, noch ist die Lösung der Carl von Ossietzky Universität darauf ausgelegt, sich monatelang in ein Konzept zu vertiefen. Nach jedem Besuch muss der gebuchte Raum aufgeräumt werden.
Während sich ein Musikinstrument noch irgendwie im Kinderzimmer üben lässt, wird es auch bei Musikern spätestens beim Schritt in die Professionalität, sprich auf die Bühne, schwierig. Ein Proberaum ist dann unverzichtbar. Wer es mit dem Geigen oder Bassspielen wirklich ernst meint, sich für ein Studium interessiert, kommt an monatelangen Übungsphasen für Vorspielen an mehreren Unis nicht vorbei, und ist spätestens dann gezwungen, einen Raum zu finden. Boffa Blank, Musiker und Maler, erzählt mir von einer Erfahrung mit einem Proberaum, der je Wochentag an eine Band vermietet wurde. Es teilten sich also sieben Formationen einen Proberaum. Für die Hobbyband mit Freunden ist das eine gute und günstige Lösung. Wer sich aber auf eine Deutschlandtour vorbereitet, hat mit diesem Angebot keine Freude.
Boffa Blank hatte schließlich Glück und fand im Kreativbau Oldenburg, der am ersten Juni 2025 Eröffnung feierte, einen eigenen Proberaum mit 24h-Zutritt. Alle drei Etagen des ehemaligen Pflegeheims sind inzwischen zur künstlerischen Zwischennutzung freigegeben und werden vom Künstlerkollektiv White Rabbit im Ehrenamt verwaltet. Damit ist der Kreativbau im Schützenweg 34 wiederum ein Kunstprojekt an sich. Doch wie so oft stehen auch hier die Zeichen auf Zwischennutzung. Die Eigentümerin hatte von vornherein eine Sanierung des Altbaus und Weiterentwicklung des Areals geplant. Ob der Kreativbau während dieser Baumaßnahmen noch ein geeigneter Arbeitsort ist, wird man dann sehen müssen, sagt Angie. Im Moment spreche nichts gegen eine Weiternutzung auf absehbare Zeit. Aber klar ist, spätestens wenn der Altbau saniert wird, müssen sich eine Menge Oldenburger Künstler wieder auf die schwierige Suche nach einem Arbeitsraum begeben.
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