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Ehrliche Momente22.07.2026



Text und Foto: Thea Drexhage

In ihrem Beruf als (Hochzeits-)Fotografin ist das ein ganz wichtiges Werkzeug, damit sich Fremde auch vor der Kamera ganz natürlich zeigen können. Ihre Liebe zur Fotografie und besondere Momente festzuhalten, hat ihr ihr Vater mit auf den Weg gegeben. Dieser bekam in seiner Jugend eine Kamera geschenkt, aber als sie ihm an der Universität gestohlen wurde, fing er an, die Menschen stattdessen zu zeichnen, weil er sich keine neue Kamera leisten konnte. „Als er mir damals diese Geschichte erzählt hat, war ich sehr ergriffen von dieser Leidenschaft. Ich denke, ich habe es von ihm, dass ich gern Menschen beobachte und ihre Geschichten kennenlerne. Das beeinflusst meine Art der Fotografie, sie ist eher dokumentarisch“, so Caera Grace. Geboren und aufgewachsen ist sie in den Philippinen, bis sie die Liebe 2018 schließlich nach Oldenburg brachte. Ihren Mann lernte sie ebenfalls durch die Kamera kennen, als er beruflich in den Philippinen war. „Ich wurde als Fotografin angestellt, um von ihm und seinen Kollegen Bilder zu machen. Ich glaube, zuerst mochte ich ihn gar nicht. Ich habe immer versucht, ungestellte, echte Bilder zu machen, aber sobald er die Kamera bemerkt hat, hat er direkt reingeschaut, das war irgendwann einfach nicht mehr witzig“, lacht sie. Da er in einem Angestelltenverhältnis war und Caera selbstständig, wagte sie den großen Schritt in ein neues Land. Trotz anfänglicher Sprachbarriere gelang es ihr schnell, sich einen Kundenstamm aufzubauen und auch etwas zu entschleunigen. In den Philippinen heiraten die Menschen jeden Tag und es sind immer große Feste. Sie hangelte sich von Auftrag zu Auftrag, bearbeitete bis spät in der Nacht die Bilder, nur um dann nach wenigen Stunden Schlaf wieder bereit für einen neuen Auftrag zu sein, denn als ältestes Kind in der Familie lag es an ihr, Geld zu verdienen, als die Mutter krank wurde. Das ging irgendwann so weit, dass sie sich ausgebrannt fühlte und die Liebe zur Fotografie ziemlich darunter gelitten hat. Hier ist es mittlerweile anders. Die Deutschen heiraten eher am Wochenende und vermehrt in den Sommermonaten, sodass zwischenzeitlich etwas mehr Ruhe einkehren kann. Trotzdem war der Umzug in ein komplett neues Land ein großer Schritt und die Angst davor, nur schwer beruflich Fuß fassen zu können mehr als real. „Ich bin froh, dass die Menschen trotz meiner Herkunft mich und meine Arbeit schätzen. Aber ich hatte es auch schon, dass mir ein Auftrag abgesagt wurde, weil eine deutsche Fotografin gewünscht war“, erklärt sie. Glücklicherweise überwiegen die schönen Erfahrungen, auch, wenn es in diesem Handwerk als Frau nach wie vor nicht immer ganz einfach ist. In den sozialen Medien nimmt Caera Grace Falk ihre Follower*innen nicht nur mit durch ihren Arbeitsalltag, sondern gibt immer wieder kleine Einblicke in ihre Umgebung. So findet man derzeit liebevoll gestaltete Reels, in welchen sie ihre kleinen Entdeckungstouren durch Oldenburg dokumentiert. Obwohl Caera Grace so viel mit anderen Menschen zu tun hat, bezeichnet sie sich selbst eher als introvertiert und genießt die freie Zeit zwischen den Aufträgen mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter, die sie regelmäßig dazu ermutigen, Pausen einzulegen. Um so richtig abzuschalten, hilft ihr die Verbindung zu ihrem Glauben und zur Natur, weshalb sie sich in Oldenburg sehr wohl fühlt: „Ich gehe gern raus in die Natur und lasse dann auch mal Telefon und Kamera zuhause. Gern bin ich in den Bergen, weil ich in den Bergen aufgewachsen bin. Das ist hier natürlich schwierig, aber wir haben ja den Utkiek.“ Neben der Natur ist sie auch begeistert von der hiesigen historischen Architektur, beide Motive lassen sich dabei oft malerisch inszeniert in den Hintergründen ihrer Fotografien wiederfinden.

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