LzOLzO
OLDENBURG
Freitag

24

Juli

Foto:
Gärten in der Innenstadt

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Kleinanzeigen

Filme im Kino

MoX Kino-Tipps KW3022.07.2026











Texte: Horst E. Wegener


Bitteres Fest
Spanien ´26; R: Pedro Almodóvar. Ab 30.7. Wertung: **** Bild: El Deseo I Iglesias Más
Um seine Schreibblockade endlich in den Griff zu kriegen, verlegt sich der spanische Drehbuchautor und Filmemacher Raúl Durán (Sbaraglia) aufs Verfassen eines Skripts über eine einst gefeierte Arthaus-Regisseurin (Lennie), die sich wegen anhaltender Panikattacken und Ideenlosigkeit eine Auszeit auf Lanzarote nimmt, um dort mit einem seit ewigen Zeiten halbfertigen Drehbuch voranzukommen. Doch so sehr es Raúls Produzentin Monica (Sánchez-Gijon) in Madrid bald freut, dass ihr Autorenfilmer wieder Einfälle für den beabsichtigten neuen Film hat, dass er dazu neben Erlebnissen aus seinem eigenen Leben auch auf ihm vertraulich geschilderte Ereignisse aus dem Umfeld seiner Produzentin ins Skript einfließen lässt, ahnt sie nicht. Was aber irgendwann herauskommt und Folgen haben wird.
Regiealtmeister Pedro Almodóvar arbeitet in „Bitteres Fest“ mit zunächst zwei nebeneinander herlaufenden Zeitebenen, bis es uns mit der Zeit dämmert, dass die Erlebnisse auf Lanzarote nurmehr einer Visualisierung von Raúls Drehbuchfassung entsprechen. Doch bevor es dann zur finalen Auseinandersetzung zwischen der entsetzt-vergnatzten Produzentin und ihrem Regisseur in einem Madrider Park kommt, lotet Almodóvar wie zuletzt in „Leid und Herrlichkeit“ leicht verkopft die Grenze zwischen selbst Erlebtem und Erdachtem aus. Sein 25. Spielfilm kreist um die Frage, wie sehr man das Privateste seiner Mitmenschen für die eigenen Zwecke verwenden darf - und bejaht dies, typisch für den spanischen Regie-Exzentriker, gewohnt melodramatisch unterhaltsam.
D: Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijon, Quim Gutiérrez, Bárbara Lennie, Patrick Criado, Vicky Luengo, Carmen Machi, Rossy de Palma.


Toy Story 5
USA ´26; R: Andrew Stanton. Ab 23.7. Vorankündigung Bild:  Disney/ Pixar
Die Zeit herkömmlicher Spielzeuge scheint unwiderruflich vorbei, seitdem Hi-Tech-Gadgets und digitale Verlockungen sich auch in den Kinderzimmern breit machen. Doch mir nichts dir nichts aufzugeben kommt für Cowboy Woody, Cowgirl Jessie, den Space Ranger Buzz Lightyear und die restlichen Traditionsspielzeugfiguren nicht in Frage. Wäre doch gelacht, wenn es der analogen Truppe nicht gelänge, im Clinch mit dem brandneuen digitalen Tablet Lily um die bleibende Zuneigung ihrer Besitzerin, der kleinen Bonnie, auch weiterhin punkten zu können. Dass sich das Lilypad im Kampf um die Gunst der Achtjährigen zusehends mehr als das fieseste Tablet entpuppt, das je auf den Markt kam, bedeutet dann aber vor allem fürs Cowgirl Jessie, sich als Bonnies langjähriges Lieblingsspielzeug über kurz oder lang weitab von Zuhause im Exil wiederzufinden.
Das Toy Story-Universum dürfte auch im fünften Kapitel eine sichere Bank für Hollywoods Traumfabrikler auf der Suche nach einem berechenbaren Sommerkinohit darstellen – und darüber hinaus feinsinnige Kinounterhaltung für jung und alt liefern.
Animationsfilm.


The Invite
USA ´26; R: Olivia Wilde. Ab 23.7. Wertung: ***-drei Punkte
Um die Ehe von Angela (Wilde) und Joe (Rogen) steht es nicht sonderlich gut: Sex hat das alternde Pärchen schon lange nicht mehr, zeigt einander allenfalls die kalte Schulter oder zofft sich mal mehr, mal weniger lautstark. Derweil leben in unmittelbarer Nachbarschaft dieses gefühlserkalteten Duos die aus Spanien stammende Psychotherapeutin Pia (Cruz) mit dem ehemaligen Feuerwehrmann und jetzigen Masseur Hawk (Norton) gemeinsam ihren zweiten Frühling bei Nacht immer wieder hörbar lustvoll fürs Nebenan aus. Und natürlich haben diese experimentierfreudig frisch Verliebten rein gar nichts dagegen, als sie zum abendlichen Dinner ihrer Nachbarn eingeladen werden – schließlich empfindet man sich als liberal, progressiv und grundsätzlich offen für jede möglicherweise erotisch eskalierende Schandtat. Alsdann: Schon bevor Angela ihr überm Streit mit der besseren Hälfte missglücktes Soufflé klammheimlich dem Abfalleimer überantworten muss, herrscht im Haushalt der Gastgeber dicke Luft. Und jener schwelende Auftaktkonflikt, ob sie ihn über die Einladung von Pia und Hawk vorab in Kenntnis gesetzt haben könnte, lässt sich auch nach Ankunft der Nachbarn nicht wirklich ausblenden, so dass man zu viert im Nu über Lebensängste, tabuisierte Themen und progressive Beziehungsmodelle debattiert.
Die Regie bedient sich derweil beim Bühnenklassiker „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, der mit teils humorvollen und teils mit papiernen Dialogen vom beachtlich aufeinander eingestimmten Ensemble kammerspielartig in Szene gesetzt wird. Regisseurin und Darstellerin Olivia Wilde scheut ein radikales Ende, favorisiert lieber geschwätzige Rührseligkeit – und bauchlandet.
D: Olivia Wilde, Seth Rogen, Penélope Cruz, Edward Norton.



Dreams – Gefährliches Verlangen
USA/ Mexiko ´25; R: Michel Franco. Ab 23.7. Wertung: *** Bild: The Match Factory
US-Amerikanerin Jennifer McCarthy (Chastain) stammt aus einer reichen Familie in Kalifornien, die für ihre finanziell großzügig ausgestattete und engagiert betriebene Stiftung in Bereichen der internationalen Kulturförderung weithin bekannt ist. Beim Besuch eines dieser Projekte, einer Ballettschule in Mexiko City, hat die im Stiftungsrat aktive Kalifornierin den Tänzer Fernando Rodriguez (Hernández) kennengelernt und ihn sich angelacht. Nachdem ihr wesentlich jüngerer Lover sich dann eines Tages illegal bis in die USA durchschlagen konnte, heißt Jennifer ihn dann in ihrem durchgestylten Apartment in einem der exklusivsten Viertel der Millionenstadt willkommen. Während die alleinlebende Lady damit liebäugelt, ab sofort einen attraktiven Jüngling auf Abruf für sexuelle Dienste zur Verfügung zu haben, hofft Fernando auf eine Tanzkarriere im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Als dem Familienclan der McCarthys dann klar wird, wen ihre Jennifer da bei sich einquartiert hat, zeigt man sich erwartbar uneinsichtig, droht Fernandos Traum von der Karriere zu zerbrechen – zumal die Angst vor Cops, die den Illegalen verhaften könnten, keinesfalls unberechtigt ist.
Da es in „Dreams“ mitnichten um Romantik oder Erotik geht, steuert die leider allzu distanziert und nüchtern inszenierte Macht- und Abhängigkeits-Studie auf die vorhersehbare Beantwortung der Frage zu, auf welche Weise diese Beziehung zerbrechen wird. Besonders Hauptdarstellerin Jessica Chastain ist in ihrer Rolle arg unterfordert – schade
D: Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell.


Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust
Frankreich ´26; R: Reem Kherici. Ab 23.7. Wertung: **** Bild:Marie-Camille Orlando
Fanny (Lamy) lebt schon seit Jahrzehnten in dem Bewusstsein, dass ihr beim Sex ein Orgasmus verwehrt scheint. Selbst ihrem Ehemann Thomas (Cluzet), mit dem sie seit langem glücklich verheiratet ist, hat Fanny im Bett den Höhepunkt stets vorgetäuscht – bislang vor allem, um sich lästige Diskussionen zu ersparen. Doch nach mehr als zwanzig Ehejahren ist´s an der Zeit, der Ursache auf den Grund zu gehen. Von der Sexualtherapeutin (Kherici) zunächst dazu gedrängt, dem Göttergatten reinen Wein über ihre stets vorgetäuschten Höhepunkte einzuschenken, woraufhin sich das geschockte arbeitslose Mannsbild erst recht für einen Totalversager hält, bekommt Fanny im Verlauf ihrer Therapie diverse Sex-Toys empfohlen. Als Thomas sie beim Experimentieren im Schlafzimmer mit einem aufdringlich laut summenden Dildo überrascht, ist Fanny peinlich berührt. Derweil hat ihr Ehemann insgeheim längst beschlossen, seine Frau als Tüftler mit einer Erfindung zu überraschen, die ihr endlich zur Orgasmus-Garantie verhelfen könnte. Gesagt, getan: Als der von Thomas entwickelte Womanizer dann wie erhofft funktioniert, kontaktiert das Ehepaar ihre Bank, um mithilfe eines Kredits das Sex-Toy serienreif produzieren zu lassen. Bei der Bank verweigern sie der Erfindung jedoch jegliche Finanzierunghilfen, weshalb Fanny beschließt, bei einer Fernsehshow für Erfinder vorzusprechen.
So reißerisch der Titel klingen mag, Regisseurin Reem Kherici inszeniert ihre auf wahren Begebenheiten beruhende Komödie ohne je ins allzu Klamaukige oder gar Zotige wegzudriften. Vor allem dem Starduo Alexandra Lamy und Francois Cluzet sieht man gern bei ihrer professionell gemeisterten Suche und Erforschung des weiblichen Orgasmus zu. Eine Sommerkinoromanze par excellence.  
D: Alexandra Lamy, Francois Cluzet, Reem Kherici, Mitty Hazanavicius, Delphine Baril, Francois-Xavier Demaison.


Spider-Man: Brand New Day
USA ´26; R: Destin Daniel Cretton. Ab 29.7. Vorankündigung Bild: Marvel
Im Finale des letzten Spider-Man-Actioners „No Way Home“ ließ sich unser Superheld auf einen teuflischen Pakt ein, der es mit sich brachte, dass seine Existenz für jeden, der ihn jemals kannte, in deren Erinnerung ausgelöscht wurde – Familie und Freunde inklusive. Vier Jahre danach ist Peter Parker alias Spider-Man (Holland) jetzt in „Brand New Day“ bemüht, sich ein neues Doppel-Leben in New York City aufzubauen. So schwer erträglich dies für ihn sein mag, stehen bald weit gewichtigere Fragen im Raum, die einer Antwort bedürfen. Dabei gilt es existenzielle Überlegungen zu durchdenken wie jene, auf welchem Wege sich Bruce Banner alias Hulk (Ruffalo) eventuell mit Spidey verbünden könnte? Würde man ihn andernfalls als Gegenspieler betrachten müssen? Außerdem muss Parker sich fragen, welche Rolle Frank Castle alias Punisher (Bernthal) in diesem Kuddelmuddel-Geschehen zu spielen gewillt wäre.
Wie auch immer: Nach dem Multiversum-Chaos in „No Way Home“ war ein Reboot der Franchise definitiv unvermeidbar. „Brand New Day“ kommt dem nach und markiert den Start einer neuen Spider-Man-Trilogie in dem schier endlos expandierenden Marvel´schen Superhelden-Universum.  
D: Tom Holland, Zendaya, Jacob Batalon, Jon Bernthal, Tramell Tillman, Sadie Sink, Michael Mando, Mark Ruffalo.

Sonderseiten
EXB Handwerk
Kostbar