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Macht euch frei08.07.2026



Text: Thea Drexhage Bild:Florian Biege


Im Rahmen des 39. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club entstand Marc Uwe Kling mit CCC-Sprecher Linus Neumann die Idee zum Digital Independence Day. Dieser findet seit Januar an jedem ersten Sonntag im Monat statt und versucht, den Menschen einen Anreiz zu geben, sich von Big-Tech-Firmen zu trennen und bei Software-, Social Media- oder anderen Onlinediensten auf kleinere, unabhängigere und sichere Anbieter umzusteigen. Dies muss nicht von heute auf morgen geschehen, aber man könne doch einmal im Monat schauen und überlegen, welche Möglichkeiten sich denn in das eigene Lebensmodell integrieren lassen. Übernahmen von Plattformen wie Twitter durch Elon Musk, die Monopolposition von Google oder die unfaire Vergütung von Künstler*innen bei Spotify stehen öffentlich in der Kritik und dürften auch den meisten Usern bekannt sein, doch oft siegt die Bequemlichkeit, sodass ein Plattformwechsel meist nicht passiert. Auf der Website des Di-Day gibt es unter dem Reiter „Wechselrezepte“ eine große Auswahl an Alternativen zu herkömmlichen Diensten. Statt Microsoft Office könnte man die Open Source Anwendungen von Libre Office oder SoftMaker Office nutzen. Letzteres ist dabei eine kostengünstige Alternative aus Deutschland mit einem guten Datenschutzniveau. Der Messaging-Dienst Whatsapp hat sich seit dem Aufkommen des Smartphones als Standard etabliert. Mittlerweile gehört die App zur Megadatenkrake Meta. Neben immer wieder auftauchenden Sicherheitslücken schneidet die App auch in puncto Datenschutz wirklich schlecht ab. Eine sicherere Alternative ist Signal, der zu einer gemeinnützigen amerikanischen Stiftung gehört, nur wenig Daten von den Nutzerinnen einfordert und eine gute Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufweist. Auch für PayPal, Google Chrome, Spotify oder X werden Alternativen genannt und gut nachvollziehbar gegründet. Gerade bei Kommunikationsplattformen machen Wechsel jedoch nur Sinn, wenn genug Menschen mitziehen. Daher findet der Di.Day nicht nur im privaten Rahmen auf dem Sofa statt, sondern es nehmen sich auch Gruppen und Organisationen dem Vorhaben an, um Menschen aktive Hilfestellung beim Wechseln zu leisten. In Oldenburg geschieht dies beispielsweise durch den Kreativ trifft Technik e.V. in den Räumen des Hackspace Mainframe am Bahnhofsplatz. Termine in anderen Orten und weitere Informationen zum Digital Independence Day finden sich auf www.di.day/de

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